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Das Lächeln des scientology (Berner Tagwacht - 26. Juli 1991)
 
Innenministerium erweitert
Internet-Informationsangebot über Scientology
 
http://www.brennessel.com
 
Innenministerium erweitert Internet-Informationsangebot über Scientology brennessel.com 9.2.2005
 
In der Homepage des Innenministeriums über Scientology kann nunmehr das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom 11.11.2004 über die Rechtmäßigkeit der Beobachtung der Scientology Kirche Deutschland e.V. und der Scientology Kirche Berlin e.V. durch das Bundesamt für Verfassungsschutz im Volltext angeklickt werden.
 
In der Begründung des Urteils führt das Gericht unter anderem aus, dass deutliche tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Kläger verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgen, die darauf gerichtet sind, die im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte zu beseitigen.
 
Neu in die Homepage eingestellt wurde auch die 108 Seiten lange juristische Bewertung der wissen- schaftlichen Expertise "Auswirkungen und Risiken unkonventioneller Psycho- und Sozialtechniken", die eine eingehende Beschreibung und Bewertung der Scientology-Organisation enthält und von der bislang nur die Kurzfassung angeboten wurde. Die juristische Bewertung gibt den Stand der rechtlichen Auseinandersetzung mit der Scientology-Organisation wieder und beleuchtet die dabei relevanten verfassungsrechtlichen, strafrechtlichen, zivilrechtlichen und vereinsrechtlichen Fragen.
 
Für Betroffene und Aussteiger aus dieser Organisation dürfte vor allem die zivilrechtliche Beurteilung interessant sein. Diese kommt zum Ergebnis, dass zahlreiche Verträge über Kurse der Scientology- Organisation als nichtig anzusehen sind mit der Folge eines Anspruchs des Kunden auf Rückzahlung des gesamten Entgelts.
 
 
Die Internetadresse lautet: http://www.stmi.bayern.de/scientology
 
Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern
 
 
Das Lächeln des scientology
Berner Tagwacht
26. Juli 1991
 
[vollständigerText]
 
Nachdem ich einige Kurse der scientologischen Kirche besucht habe, kann ich feststelIen, dass die erworbenen Erkenntnisse den Werbeversprechen nicht entsprechen. Zum Beispiel haben mich die Verständigungskurse nur gerade gelehrt, bei einer Konversation ein freundliches Gesicht beizubehalten.
 
Während der ersten Kurse breitete sich eine Atmosphäre der Freude aus, die vom scientologischen Angestellten sorgfältig aufrechterhalten wurde, indem er mir dauernd gratulierte und mich somit in einen irgendwie unbewussten Glückszustand versetzte, da er mich gIauben liess, dass ich Fortschrittemachte. ln der Tat nimmt sich die Scientology vor allem der Neuankömmlinge an, die sie in Vertrauen wiegt, damit diese wiederum andere Kurse kaufen und schnell viel mehr Geld ausgeben als die paar hundert Franken am Anfang.
 
Ich habe also Fr. 28'000. - überwiesen (18'600 euros), die für meine zukünftigen Kurse bestimmt waren. Aber das ist nicht alles. Der Verkaufer, der merkte, dass er von mir nicht mehr Geld bekommen konnte, schilderte mir in glänzenden Farben, dass ich noch mehr Kurse bekommen könnte, indem ich Angestellte der Kirche würde; dann, so bestätigte er mir, wären die Kürse gratis und ich könnte anderen Leuten wirksam helfen mit meinen zukünftigen Kenntnissen. Ich war von dieser Möglichkeit entzückt.
 
Dann riet mir derselbe Verkäufer sehr geschickt, mit meinem bereits überwiesenen Geld-Material, das mir in meinem geistigen Vorwärtskommen auf jeden Fall unentbehrlich sein würde, zu kaufen. Natürlich sagte er mir nicht, dass das für Material bestimmte Geld nicht mehr für Kurse verwendet werden kann.
 
Als ich merkte, dass ich, indem ich die scientologichen Theorien der Klassifizierung der Wesen anwendete, nach und nach untolerant anderen Leuten gegen­über wurde und dass ich immer mehr, ohne es zu merken, den natürlichen Kontakt zu meinen Eltern, meinen Freunden, meinen Bekanntschaften abbrach, entschied ich mich, die Scientology zu verlassen und verlangte die Rückzahlung meiner überwiesenen Summe.
 
Zu meiner Verblüffung hat mir die scientologische Kirche geantwortet, dass Geld, das für Material vorgesehen ist, nicht zurückbezahlt wird. Trotz meinem Beharren konnte ich nur die Hälfte meines Geldes zurückbekommen, obschon die Kirche in ihrer Werbung eine vollständige Rückzahlung verspricht an jede Person, die von ihren Diensten nicht befriedigt ist.
 
Hinzu kommt, dass die Kirche gemäss internem Reglement nach meiner Demission meine Schwester, die mit mir gleichzeitig in der Scientology anfing, dazu nötigte, mir zu schreiben, dass sie nicht mehr mit mir sprechen wolle, denn sie wollte ihre Kurse nicht unterbrechen.
 
Solches Handeln muss verurteilt werden. Unsere Autoritäten müssten eine Untersuchung einleiten über die Missbräuche der Sekte, die sich als eine Kirche ausgibt und die sich erlaubt, Familien zu zerstören.
 
Nicole Sauter

 

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