"Ich war ein Täter"

Wilfried Handl war ein führendes Mitglied der Psychosekte Scientology. Vor vier Jahren ist er ausgestiegen. Er sagt, dass er aus der tiefsten Kälte kommt (Berliner zeitung - 25. Oktober 2005)

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Dienstag, 25. Oktober 2005

"Ich war ein Täter"

Wilfried Handl war ein führendes Mitglied der Psychosekte Scientology. Vor vier Jahren ist er ausgestiegen. Er sagt, dass er aus der tiefsten Kälte kommt

Frank Nordhausen

BERLIN, im Oktober. Was er erzählt, will einfach nicht zu dem Mann passen. Wilfried Handl, 51 Jahre alt, ist ein angenehmer Mensch, offen und zugewandt. Er lächelt gern. "Ein Wiener gehört ins Caféhaus", hat er gesagt und ein Treffen in einem Café in Berlin-Charlottenburg vorgeschlagen. Nur manchmal spürt man eine gewisse Härte aufblitzen. Doch man sieht ihm nicht an, dass er, wie er sagt, "aus der tiefsten Kälte" kommt.

Achtundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Ein halbes Leben. So lange war Wilfried Handl bei der Psychosekte Scientology. Handl war nicht irgendein Handlanger. Er war der Chef von Scientology in Österreich, und als er den Posten nicht mehr bekleidete, blieb er "die graue Eminenz" der Sekte in Wien. Er wusste alles, was wichtig war. Er hat Menschen abhängig gemacht und dann "ausgequetscht wie eine Zitrone". So sagt er das. Er ist der höchstrangige europäische Scientologe, der jemals ausgestiegen ist und darüber redet. Und der die eigene Schuld schonungslos eingesteht. "Ich war ein Täter", sagt Handl. "Ich habe Menschen weh getan. Ich war ein Parteisoldat in einem faschistischen System."

Vor fünf Jahren habe die Zentrale in Amerika eine neue Linie für Europa ausgegeben, erzählt Handl. Weil das Image am Nullpunkt war, nachdem Scientology in Frankreich als gefährliche Sekte eingestuft und in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. "Wir bekamen Order, ab sofort werden Kritiker nicht mehr verklagt und bedroht. Nun wurde auf Lobbying gesetzt. Auf ein positives Image. Auf Scientology, den Hollywood-Star-Club."

Es hat funktioniert. Die Berichte in der Presse wurden positiver, vor allem dank der Schauspieler und Vorzeige-Scientologen Tom Cruise und John Travolta. "Cruise wurde sogar vom französischen Innenminister Sarkozy empfangen", sagt Handl. "Das ist reine Public Relation - der Wolf hat Kreide gefressen."

Vor vier Jahren fiel Wilfried Handl um. "Einfach so, aus heiterem Himmel", sagt er. Er hustete Blut, legte sich ins Bett und glaubte an eine Grippe. Er wurde schwächer und schwächer, das Blut ignorierte er. Nach vierzehn Tagen besuchte ihn eine alte Freundin, Angelika, die ihn von früher her kannte. Sie erschrak, als sie ihn sah und rief sofort den Notarzt. Die Ärzte diagnostizierten Krebs. Die Metastasen wucherten in seiner Lunge, im Bauch, im Kopf. "Sie sagten, meine Überlebenschance sei eins zu neunundneunzig - optimistisch gesehen."

Als er nach der ersten Chemotherapie "wie aus einer Betäubung" aufwachte, drangen Gedanken in sein Bewusstsein, die er früher nie zugelassen hatte. "Ich hatte ja erstmals Zeit, in Ruhe über mein Leben nachzudenken", sagt Handl. Wie kann es nur sein, dachte er da, dass ich krank bin? Er glaubte ja, als Scientologe "clear" zu sein - unbesiegbar und unsterblich. Doch jetzt ließ es sich nicht mehr ignorieren. Der Krebs war da, überall. Er konnte ihn sehen auf den Röntgenbildern. Er konnte ihn spüren in seinem Körper, der fast bis aufs Skelett abgemagert war. Handl begann zu grübeln. Er grübelte besonders über den Scientology-Lehrsatz: "Hinter jeder Krankheit steckt das eigene böse Tun, sonst wäre man nicht krank." Plötzlich spürte er so deutlich wie nie zuvor, dass etwas nicht stimmte in seinem Leben. "Und mein Leben, das war halt Scientology." So dachte Wilfried Handl. Auf einmal wusste er, was zu tun war. "Da bin ich ausgestiegen."

Eingestiegen ist Wilfried Handl im Jahr 1974. Damals war der gelernte Industriekaufmann zwanzig Jahre alt, er suchte nach einem Sinn im Leben. Eine Freundin nahm ihn mit in die Wiener Scientology-Mission, wo der Maler Gottfried Helnwein mitmachte und auch viele Künstler Kurse belegten. Dort starrte man sich stundenlang in die Augen. "Ich habe dabei viele hübsche Frauen kennen gelernt, das gefiel mir", sagt Handl. Er schildert die Scientologen als intelligente Menschen, die immer freundlich waren. "Dass wir innerlich immer kälter wurden, das habe ich damals nicht bemerkt." Man rutschte da so rein. Erst mussten Aschenbecher angebrüllt werden, dann Menschen.

Bald hatte Handl seine Freunde entweder zu Scientology gebracht oder sich von ihnen getrennt. Er erwies sich als äußerst Scientology-kompatibel, er war hart und durchsetzungsfähig. 1979 wurde er Leitender Direktor in Wien. "Ich genoss die Macht, die ich hatte", sagt er. "Dieses Gefühl, dass ich mit den anderen alles machen konnte." Später wurde er geschasst, als Verräter verdächtigt, wieder rehabilitiert, er musste Strafarbeiten verrichten und ist immer zurückgekehrt. Warum? Weil Scientology ähnlich wie eine Droge funktioniert, sagt Handl. "Schlimmer noch, denn der Heroinabhängige weiß wenigstens, dass er abhängig ist."

Es gibt Fragen, die zu stellen, ist es wohl noch zu früh. Handl weiß nicht, wie er 28 Jahre an die Übermenschen-Lehre des amerikanischen Science-Fiction-Autors L. Ron Hubbard glauben konnte. Warum er all den "Irrsinn" mitgemacht hat. "Ich muss akzeptieren, dass es so gewesen ist", sagt er. Er steckt sich eine Zigarette an. Er raucht viel, trotz der kaputten Lunge.

Handl hat ein Buch geschrieben über "Wahn und Wirklichkeit" bei Scientology, darin erzählt er seine Geschichte und versucht, Antworten zu finden auf diese Frage: Warum? "Wir wurden zu Robotern gemacht", sagt er. "Man hat uns die Gefühle, die Empfindungen, die Moral geraubt. Unsere Persönlichkeit wurde total verändert." Handl erzählt von Nötigung, von psychischer Gewalt, von Erpressung. Von Suchtrupps, die er rausschickte, wenn ein Scientologe es wagte, die Sekte zu verlassen. Von Verhören mit oder ohne das E-Meter, eine Art Lügendetektor. "Ich selbst führte oft fünf Verhöre am Tag", sagt er. Die Mitglieder wurden gezwungen, alles zu erzählen, Sünden, unkeusche Gedanken, Homosexualität. "Scientology ist wie ein Pfarrer, der Ihnen die Beichte abnimmt, um sie dann gegen Sie zu verwenden", sagt Handl. "Wir haben den gläsernen Menschen geschaffen." Und worum ging es dabei? "Geld. Es ging immer um Geld. Denn am Geld wurde der Erfolg gemessen."

Handl bestätigt das, was Sektenexperten und Verfassungsschützer seit Jahren vermuten. "Es war wirklich so schlimm", sagt er. Einmal, in den Neunzigern, wurde er selbst eine ganze Nacht lang bearbeitet, 40 000 Dollar zu spenden. "Am Ende gab ich nach. Sie haben sogar ungedeckte Schecks akzeptiert." Handl selbst hat es genauso gemacht, hat Mitarbeiter mit eiserner Faust zum Spenden genötigt. Er hat Veranstaltungen geleitet, bei denen 200 Scientologen in einem Raum saßen, dessen Türen verschlossen waren. "Raus kam nur, wer zahlte", sagt er. Mal ging es um 2000 Dollar, mal um 20 000. Über die Jahre gesehen ging es um Millionen. Skrupel hatte Handl nie. Er arbeitete ja für das höhere Ziel: die "Klärung des Planeten".

Handl weiß vieles, was ein normaler Scientologe nie erfährt. "Viele, die länger dabei sind, sind entweder drogensüchtig oder psychisch krank", sagt er. Sein jüngerer Bruder zum Beispiel, auch Scientologe, ist seit Jahrzehnten Alkoholiker. Um geheilt zu werden, besuchte er vor Jahren einen 17 000 Euro teuren Scientology-Kurs. Danach trank er mehr als zuvor, verlor seine Arbeit und seine Frau. Vor einem Jahr wies er sich selbst in eine Heilanstalt ein. "Als ich ihn vor kurzem dort besuchte", sagt Handl, "sah ich am Schalter einen Scientologen stehen, der Operierender Thetan der Stufe V ist, eine Art Superman. Er war kokainabhängig."

Wilfried Handl hat an die Überlegenheit der Scientologen geglaubt. An die Wirksamkeit ihrer "Technologie". Daran, dass Kinder "Erwachsene in kleinen Körpern" sind. Wenn einer seiner drei Söhne stürzte, hat er ihm nicht aufgeholfen. Wenn einer sich verletzte, haben weder er noch seine Frau, die auch Scientologin war, ihn getröstet. "Hatten sie Angst, haben wir ihnen gesagt, sie sollen still sein. Liebe ist bei Scientology nicht vorgesehen." Heute macht er sich Vorwürfe. Er redet nicht gern darüber.

Nach außen ging es all die Jahre um die Sicherung der Sekte. In den neunziger Jahren half Handl, den Scientology-Vormarsch nach Osteuropa zu organisieren. Er spricht vom Verkauf der Scientology-Seminare als "effektive Managementtechnik". Wenn er davon redet, fällt er fast in den alten Größenwahn-Slang. "Das Interesse war riesig. Die Wirtschaft griff gierig danach", sagt Handl, der damals eine Werbefirma leitete. Er hat gut verdient dabei. Und hat dazu beigetragen, dass viele Menschen in Ungarn und der Slowakei Scientologen wurden.

Handl würde gern seine geschiedene Frau aus der Sekte holen, die er vor mehr als zwanzig Jahren selbst rekrutierte. Aber sie lebt jetzt in Amerika mit den zwei jüngeren Söhnen, und ihr neuer Mann ist ein Scientologe, der den Kindern den Kontakt zum Vater untersagt. Wilfried Handl, der von Sozialhilfe lebt, hat nicht einmal das Geld für ein Flugticket. Und er arbeitet immer noch an seinem eigenen Entzug. "Es ist noch so viel Scientology in mir", sagt er. Immerhin sei er jetzt schon wieder "zu etwa sechzig Prozent Mensch und nur noch zu vierzig Prozent Scientologe".

Handl lacht, dann wird er wieder ernst. Den Ausstieg schaffte er nur, weil ihm seine alte Freundin Angelika, eine Nicht-Scientologin, dabei half. Drei Jahre waren die beiden ein Paar. Ohne ihre Liebe wäre er wohl verzweifelt. Ohne sie hätte er den doppelten Kampf nicht führen können: gegen die Sekte, die sein Gehirn, und gegen den Krebs, der seinen Körper zerfressen hatte. Er hat Therapien überstanden, die ihn fast umbrachten. Er sagt, er liebe jeden Tag, der ihm geschenkt werde.

Wilfried Handl geht jetzt nicht mehr ins Krankenhaus. Er sagt, so sei es besser. "Ich sollte eigentlich seit vier Jahren tot sein, aber ich lebe immer noch!" Er glaubt, die Heilung habe mit der Ablösung, dem schmerzhaften und langwierigen Ausstieg aus dem Wahnsystem zu tun, in dem er gefangen war. Er hat sich einer Selbsthilfegruppe von Krebskranken angeschlossen. Er liest alles über Psychologie, was er in die Hände bekommt, denn das war bei Scientology streng verboten. Die innere Befreiung von Scientology wird auch die Befreiung vom Krebs sein, glaubt er.

Und er glaubt, dass er eine Verantwortung hat. Deshalb geht er mit seinem Buch in Schulen und redet mit Kindern über sein Leben und was Scientology daraus gemacht hat. Sein ältester Sohn, der 21-jährige Victor, hat das Buch gelesen. Anschließend haben Vater und Sohn das erste Mal richtig geredet. Als Scientology Victor vor die Wahl stellte, "dein Vater oder Scientology", entschied er sich für den Vater. Wilfried Handl sagt, er glaube, dass Victor es noch schaffen kann, ihm zu verzeihen. Irgendwann.

 

Das erste Buch des Vereines "Mensch-vs-Scientology":

 
In ihm beschreibt Wilfried Handl die 28 Jahre seiner Mitgliedschaft und gibt einen tiefen Einblick in das "System" Scientology - was es sein möchte und was es wirklich ist.
 
Ex-Sektenchef: "Scientology ist Schwindel" - Ein ehemaliger Sektenchef packt aus (2.6.2005)
 
Ellmau warnt vor Psycho-Kult Tiroler: Der Scientology-Ableger Narconon kuriert in einem ehemaligen Alpengasthaus in Ellmau Drogenkranke (1.6.2005)

 Index Presse-Artikel

Index unserer Texte in Deutsch

 
Un dirigeant scientologue autrichien témoigne :
 
«J’étais un malfaiteur - un soldat dans un système fasciste»
 
Journal de Berlin, 25 octobre 2005 par Frank Nordhausen
Traduction : anti-scientologie
[texte intégral]
Wilfried Handl était un dirigeant de la Scientologie.
Il en est sorti il y a quatre ans. Il dit qu’il vient du froid le plus glacial.
 
BERLIN, en octobre. Ce qu’il dit ne correspond pas du tout à l’homme. Wilfried Handl, 51 ans, est un homme aimable et ouvert. Il sourit volontiers. On sent parfois une certaine dureté en lui, mais on ne croirait pas qu’il vienne, comme il le dit, «du froid le plus glacial».
 
Vingt-huit ans, c’est une longue tranche de vie. Wilfried Handl a passé toutes ces années en Scientologie. Handl n’était pas un simple sous-fifre. Il était le chef de la Scientologie en Autriche. Même lorsqu’il n’exerçait plus ses fonctions, il était resté l’éminence grise de la secte à Vienne. Il savait tout ce qui était important. Il a rendu des hommes dépendants et les a «pressés comme des citrons». Ce sont ses propres termes. Handl est le Scientologue européen de rang le plus élevé qui soit jamais sorti dela Scientologie et ose en parler. Et qui reconnaît franchement ses fautes. «J’étais un malfaiteur», dit-il. «J’ai fait du mal à d’autres gens. J’étais un soldat de parti dans un système fasciste».
 
Il y a cinq ans, dit Handl, la centrale de la Scientologie aux Etats-Unis a lancé une nouvelle directive pour l'Europe. Parce que l’image de la secte était à zéro après que la Scientologie avait été classée comme secte dangereuse en France et placée sous surveillance par le service de protection de la constitution en Allemagne. «Nous avons reçu l’ordre de ne plus attaquer et menacer les opposants. Il fallait faire du lobbying. Sur une image positive. Sur la Scientologie, le club des stars de Hollywood.»
 
Cela a fonctionné. Les articles de presse sont devenus plus positifs, tout particulièrement grâce aux acteurs scientologues Tom Cruise et John Travolta. «Cruise a même été reçu par le ministre français de l’intérieur, Nicolas Sarkozy», dit Handl. «C’était une pure opération de relations publiques».
 
Il y a quatre ans, Wilfried Handl est tombé gravement malade. Il toussait du sang, se mit au lit et crut à une grippe. Il s’affaiblissait de plus en plus et ne faisait pas de cas du sang qu’il crachait. Au bout de 15 jours, une ancienne amie, Angelika, lui rendit visite. Elle fut effrayée lorsqu’elle vit dans quel état il était et appela aussitôt le médecin. Ce dernier diagnostiqua un cancer. Les métastases avaient proliféré dans les poumons, dans le ventre, dans la tête. «On me dit que mes chances de survie étaient de un sur cent, en étant optimiste.»
 
Lorsqu’il commença à récupérer de la première chimiothérapie, des foules de pensées auxquelles il ne s’était jamais laissé aller auparavant, se pressèrent dans son esprit. «Pour la première fois, j’avais le temps de réfléchir à ma vie à tête reposée» dit Handl. Comment se peut-il, pensait-il, que je sois malade ? Il croyait, en tant que Scientologue, être «clair» - invincible et immortel. Mais il ne pouvait plus maintenant se faire d'illusions. Le cancer était là, partout dans son corps. Il pouvait le voir sur ses radiographies. Il pouvait le sentir dans son corps, qui était devenu un vrai squelette. Handl commença à réfléchir. Il s’achoppait tout particulièrement sur le dogme scientologique selon lequel «Derrière chaque maladie, il y a nos mauvaises actions. Sinon on ne serait pas malade». Il s’aperçut soudainement et très nettement que quelque chose n'allait pas dans sa vie. «Et ma vie, c’était la Scientologie.» Il sut d’un coup ce qu’il fallait faire. «Alors je suis sorti de la Scientologie.»
 
Wilfried Handl est entré en contact avec la Scientologie en 1974. Il avait alors vingt ans, était employé de commerce et cherchait un sens à sa vie.
 
Une amie l’emmena à la Mission de Scientologie de Vienne, où le peintre Gottfried Helnwein suivait des cours ainsi que beaucoup d’artistes. On passait des heures à se regarder dans les yeux. «J’ai fait connaissance de plusieurs jolies femmes, cela m’a plu», dit Handl. Il décrit les scientologues comme des gens intelligents, qui étaient toujours amicaux. «Je ne me suis pas rendu compte qu’on devenait intérieurement de plus en plus froid. Cela se faisait sans qu’on s’en aperçoive. D’abord, on engueulait des cendriers, puis des humains.»
 
Handl eut tôt fait d’amener ses amis à la Scientologie ou de s’en séparer. Il s’avéra hautement compatible avec la Scientologie, car il était dur et capable de s’imposer. En 1979 il devint directeur de la Scientologie à Vienne. «Je jouissais du pouvoir que j’avais, dit-il, du sentiment de dominer les autres.» Par la suite, il fut expulsé, soupçonné d’être traître, puis réhabilité. Il dut exécuter des tâches pénibles, mais il revenait toujours. Pourquoi ? Parce que la Scientologie agit comme une drogue, dit Handl. «C’est même pire, car l'héroïnomane sait au moins qu’il est dépendant».
 
Il y a des questions qu’il est encore trop tôt de poser. Handl ne sait pas comment il a pu adhérer pendant 28 ans à la doctrine de L. Ron Hubbard, auteur américain de science-fiction. Pourquoi il a pris part à toute cette «folie». Je dois accepter qu’il en soit ainsi, dit-il. Il allume une cigarette. Il fume beaucoup, malgré ses poumons malades.
 
Handl a écrit un livre intitulé «Wahn und Wirklichkeit» (délire et réalité), où il raconte son histoire et cherche à apporter des réponses. «Nous étions transformés en robots» dit-il. «On nous a volé les sentiments et le sens moral. On a complètement modifié notre personnalité.» Handl parle de la contrainte, de la violence psychique, de l’extorsion. Des équipes qu’il envoyait pour ramener un membre lorsqu’il osait quitter la secte. Des interrogatoires avec ou sans électromètre (une sorte de détecteur de mensonges). «Je procédais souvent à cinq interrogatoires par jour» dit-il. Les membres étaient obligés de tout dire : péchés, pensées impures, homosexualité. «La Scientologie est comme un prêtre qui entend votre confession pour l’utiliser ensuite contre vous» dit Handl. «Nous avons créé l’homme transparent». Et pour quelle raison ? «Pour de l'argent. Il s’agissait toujours d’argent. Car le succès se mesurait à l’argent».
 
Handl confirme ce dont les experts de sectes et le service de protection de la constitution se doutaient depuis longtemps. «C’était vraiment très grave», dit-il. Une fois, dans les années quatre-vingt-dix, il avait été entrepris toute une nuit pour le pousser à donner 40'000 dollars. «A la fin, j’ai cédé. Ils ont même accepté des chèques sans provision.» Handl s’est livré lui-même aux mêmes pratiques. Il a contraint des membres à faire des dons avec une poigne de fer. Il a organisé des réunions où 200 scientologues étaient assis dans une salle dont les portes étaient fermées à clé. «Ne pouvait sortir que celui qui payait» dit-il. Il s'agissait parfois de 2000 dollars, parfois de 20'000. Avec les années, cela faisait des millions. Handl ne se faisait jamais de scrupules. Il travaillait pour l’objectif de plus élevé qui soit : rendre la planète claire.
 
Handl sait beaucoup de choses qu’un scientologue normal n’apprend jamais. «Beaucoup de ceux qui sont là depuis longtemps sont soit toxico-dépendants, soit psychiquement malades», dit-il. Son frère cadet par exemple, également scientologue, est alcoolique depuis plus de dix ans. Afin de guérir, il a suivi un cours de Scientologie coûtant 17'000 euros. Après quoi, il s’est mis à boire encore plus, a perdu son travail et son épouse. Il y a un an, il s’est fait hospitaliser dans une maison de santé. «Alors que je lui rendais visite tout récemment», dit Handl, «j’ai vu dans le hall d’entrée un scientologue qui était thétan opérant de niveau V, une sorte de superman. Il était cocaïnomane.»
 
Wilfried Handl a cru à la supériorité de la Scientologie. A l’efficacité de sa «technologie». Que les enfants sont «des adultes dans de petits corps». Quand un de ses trois fils tombait, il ne l’aidait pas à se relever. Quand l’un d’entre eux se faisait mal, ni lui ni son épouse, qui était aussi scientologue, ne le consolait. «S’ils avaient peur, nous leur disions de rester tranquilles. L’amour n’est pas prévu au programme de la Scientologie». Aujourd’hui, il se fait des reproches. Il n’en parle pas volontiers.
 
Vis-à-vis de l’extérieur, il s’agissait toujours d’assurer la protection de la secte. Dans les années quatre-vingt-dix, Handl a contribué à organiser la progression de la Scientologie en Europe de l’Est. Il vendait des séminaires de Scientologie comme «technique efficace de management». Quand il en parle, il retombe presque dans l’ancien jargon de la folie des grandeurs. «L’intérêt était énorme. L’économie en était très friande» dit Handl, qui dirigeait alors une entreprise de publicité. Il gagnait beaucoup d’argent. Et a contribué à amener beaucoup de gens à la Scientologie en Hongrie et en Slovaquie.
 
Handl voudrait bien sortir son épouse de la secte. Il l’avait recrutée lui-même il y a plus de vingt ans. Mais il est divorcé maintenant. Son épouse vit aux Etats-Unis avec ses deux plus jeunes fils. Son nouveau mari est un scientologue qui interdit aux enfants tout contact avec leur père. Wilfried Handl, qui vit maintenant de l'aide sociale, n’a pas de quoi se payer un billet d’avion. Et il travaille toujours beaucoup sur lui-même. «Il y a encore tant de Scientologie en moi» dit-il. Selon ses propres termes, il serait à nouveau «un homme à soixante pour cent et encore un scientologue à quarante pour cent».
 
Handl rit, puis redevient sérieux. Il a réussi à sortir de la Scientologie grâce à l’aide de son ancienne amie Angelika, qui n’était pas scientologue. Ils vivent ensemble depuis trois ans. Sans son amour, il serait complètement désespéré. Sans elle, il n’aurait pas pu mener le double combat contre la secte, qui avait dévoré son cerveau, et contre le cancer, qui rongeait son corps. Il a survécu à des thérapies qui l’ont presque tué. Il dit qu’il aime chaque jour qui lui est donné.
 
Wilfried Hand ne va plus à l’hôpital. Il dit que c’est mieux ainsi. «Je devrais être mort depuis quatre ans, mais je suis toujours là !» Il pense qu’il y a un lien entre sa guérison et sa douloureuse sortie du système dans lequel il était prisonnier. Il s’est joint à un groupe d’entraide de malades du cancer. Il lit tous les ouvrages de psychologie qui lui tombent entre les mains, ce qui était strictement défendu par la Scientologie. Il pense que sa libération intérieure sera aussi une libération du cancer.
 
Et il pense aussi qu’il a une responsabilité vis-à-vis de la société. C’est pourquoi il va dans les écoles avec son livre pour expliquer aux enfants ce que la Scientologie a fait de sa vie. Son fils aîné, Victor, qui est âgé de 21 ans, a lu son livre. Pour la première fois, père et fils ont pu réellement se parler. Lorsque la Scientologie a placé Victor devant le choix «Ton père ou la Scientologie», il a choisi son père. Wilfried Handl pense que Victor arrivera à lui pardonner.
 
Frank Nordhausen
 
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