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- Scientology will Aktivitäten nach Stuttgart
ausweiten
- Organisation plant Kauf eines
Gebäudes in der Marienstraße Stadt will dies verhindern
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- Stuttgart Die
Scientologen wollen ihre Aktivitäten in Stuttgart ausweiten. Die Organisation
will ein Haus in der Marienstraße kaufen, Vertragsentwürfe liegen bereits vor.
Die Stadt versucht nun, den Kauf zu verhindern und will das Gebäude eventuell
selbst erwerben.
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- Der Besitzer des Gebäudes
in der Marienstraße ist der Bauunternehmer Paul Grüninger. Die Gespräche werden
ergeben, an wen ich verkaufe, sagt er. Mit Scientology habe er bereits einmal
schlechte Erfahrungen gemacht. Damals sei es um eine Mietsache gegangen. Er
selbst sei kein Anhänger von Scientology. Da die Stadt verhindern will, dass
sich die Organisation weiter ausbreitet, hat sie Grüninger zu einem Gespräch mit
Bürgermeister Michael Föll eingeladen, das Anfang August stattfinden wird. Da
habe ich zugesagt, vorher wird nichts entschieden, so Grüninger.
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- Offen
ist der Ausgang auch deshalb, weil der Bauunternehmer auch mit der Stadt keine
guten Erfahrungen gemacht habe. Grüninger hat versucht, ein Gebiet entgegen dem
Bebauungsplan zu bebauen, so Pressesprecher Stephan Schorn. Die Stadt wolle
natürlich verhindern, dass sich Scientology in Stuttgart ausbreitet, doch unsere
Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Dass die Vereinigung ein größeres
Objekt in Stuttgart sucht, sei bekannt gewesen. Wir werden in absehbarer Zeit
ein geeignetes Objekt finden, ist Hubert Kech von Scientology Stuttgart
überzeugt. Egal was die Stadt macht. Klappt es mit dem Kauf des Gebäudes in der
Marienstraße oder eines anderen Gebäudes, so werden die bisherigen
Räumlichkeiten in der Hohenheimer Straße aufgegeben. In der Marienstraße hätten
wir viel mehr Platz, so Kech. Der Bedarf steigt. Unter den Mitgliedern werde
derzeit um Spenden gebeten, um den Kauf zu finanzieren.
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- Die SPD
befürchtet, dass Stuttgart die bundesweite Operationszentrale der Gemeinschaft
wird. Hinter den Kulissen scheint offenbar eine neue Positionierung geplant,
schreibt der Gemeinderat Andreas Reißig in einer Anfrage. Zu den zentralen
Zielen von Scientology gehöre es, Geld, viel Geld zu machen. Die
wirtschaftsstarke Region Stuttgart biete sich hierfür besonders an, so
Reißig.
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- Verfassungsschutz beobachtet
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- Mit fragwürdigen und die
Psyche gefährdenden Kursen werde den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen.
Die Stadt soll alles dafür tun, die Bürger vor diesen Gefahren zu schützen. Wir
wollen kein Hauptquartier für Deutschland in Stuttgart. Immerhin soll auf einer
Versammlung im Cannstatter Kursaal vor eineinhalb Wochen ein Film gezeigt worden
sein, in dem Stuttgart in einer Reihe mit anderen europäischen Zentralen gezeigt
wurde. Stuttgart soll eine ideale Org werden, vermutet Helga Lerchenmüller von
der Aktion Bildungsinformation, die mit Teilnehmern der Versammlung gesprochen
hat. Die Lehre soll von hier aus verstärkt verbreitet werden. Die Vereinigungen
in Hamburg und in München, wo die Zentrale von Scientology ist, seien in letzter
Zeit etwas schwächer geworden. Nun soll Stuttgart die ideologische Führerschaft
übernehmen.
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- Die Organisation, die in Baden-Württemberg zirka 1200
Mitglieder hat, wird seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Es lägen
Anhaltspunkte vor, dass Scientology Bestrebungen gegen die freiheitliche
demokratische Grundordnung verfolgt. Zu Scientology zählen die Kommission für
Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM) sowie die
Wirtschaftsorganisation WISE. In Bad Cannstatt wird ein Nachhilfeinstitut mit
dem Namen Professionelles Lerncenter Stuttgart betrieben, das nach der Methode
von Scientology-Gründer L. Ron Hubbards arbeitet. Kritisch betrachtet
Lerchenmüller auch den Neue-Impulse-Treff, der zu Vorträgen in die
Hornbergstraße einlädt. Dahinter stecken nach Ansicht von Lerchenmüller die
Stuttgarter Moonsekte sowie Scientology. Die Gruppierung ist in letzter Zeit
aktiver geworden, so Lerchenmüller.
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- Scientology (CCHR/KVPM) eröffnet
- Antipsychiatrie-Museum in Los
Angeles
- Scientology's New Psycho-Out Museum
NY Post, November 20, 2005 By Philip Recchia
Scientology is taking its fight against psychiatry to the streets
- namely Sunset Boulevard.
The church will open a
"Psychiatry : Industry of Death" museum next month in L.A., complete with vintage
instruments of torture, images of electroshock therapy and "rare archival
footage of psychiatry's brutal treatments."
Created
by the Citizens Commission on Human Rights - which was founded by the church in
1969 "to investigate and expose psychiatric violations of human rights" - the
museum will also show new documentaries featuring "dozens of medical doctors,
attorneys [and] educators."
Top church officials
were in New York last week promoting the exhibit at the International
Association of Scientologists' annual meeting.
"It
was like stepping into a time warp," one source, who attended the meeting, told
The Post. "All this horrific turn-of-the-century stuff that hardly exists
anymore - patients convulsing from electroshock therapy, torture caps on
people's head, Pavlov and his dogs."
Before a clip
from one "educational" documentary was introduced, a church spokesman warned the
audience that some images were "too gruesome to show" with "women and children"
present, the source said.
According to Scientology,
psychiatry is the root of all evil on the planet.
"The psychs [have] destroyed every great civilization to date and are
hard at work on this one," church founder L. Ron Hubbard wrote in 1982.
Tom Cruise entered into a high-profile battle with
the profession this summer by declaring on the "Today" show that "psychiatry is
a pseudo-science."
He also criticized Brooke Shields
for taking antidepressants to deal with her postpartum depression.
The museum, which opens to the public on Dec. 16,
will be housed on the ground floor of CCHR's headquarters on Sunset Boulevard.
CCHR did not return calls seeking comment.
http://www.nypost.com/news/nationalnews/31569.htm
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- Quelle
: Süddeutsche Zeitung vom 5.12.05, 16:43 h -
Printausgabe vom
6.12.05
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/645/65580/
- Schüler im Visier von
Sekten und Psychogruppen
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- Die Organisation will ihre Lehre über
Nachhilfeinstitute verbreiten.
- Das Kultusministerium warnt bereits die Schulen.
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- Von Roswitha Feger-Risch
Das achtjährige Gymnasium überfordert
viele Schüler - kein Wunder, dass Lernstudios und Hausaufgabenüberwachungen
gerade einen Boom erleben. Auf diesen Zug wollen aber auch andere aufspringen:
Sekten, Psychogruppen und die umstrittene Scientology-Organisation nutzen die
Nachfrage, um ihre Lehre über Nachhilfeinstitute weiter zu verbreiten. "Wir sind
dabei, uns in diesem Bereich zu etablieren", bestätigt Sabine Weber,
Pressesprecherin der in München ansässigen Scientology-Organisation
Bayern.
Viele Eltern möchten, dass ihr Kind Abitur macht - in der
Hoffnung, die Chancen auf einen Arbeitsplatz stünden damit besser. Inzwischen
besucht mehr als ein Viertel aller Schüler Förderstunden oder Hausaufgabenhilfe,
wie das Bayerische Landesjugendamt in seinem Mitteilungsblatt 2/05 bekannt
gibt.
Lernstudios, die mit sektenähnlichen Organisationen in Verbindung
stehen, machen sich diesen Ehrgeiz der Eltern zunutze. Sie werben oft damit,
dass jeder alles lernen könne, wenn er nur die richtige Methode anwende. Das ist
Balsam für Leute, die partout nicht einsehen wollen, dass ihr Kind kein Genie
ist.
"Das Hirn ist ein Fleischklops, sonst nichts"
Doch es ist
nicht einfach, den Instituten einen direkten Draht zu Scientology nachzuweisen.
Mit dem Slogan "Lernen mit Verstehen" wirbt zum Beispiel die Nachhilfe-Akademie
Donnert in Petershausen im Anzeigenblatt "Amper Bote". Thomas Donnert gibt am
Telefon allerdings keine Auskunft zu der von ihm angewendeten Lernmethode.
Er verweist stattdessen auf den Scientologen Johann Altendorfer in
München. Wer sich über Bildungsangebote der Scientology-Organisation in Bayern
informieren möchte, kommt an Altendorfer nicht vorbei. Renate Kluss, Inhaberin
des Lernstudios Kluss in Freising, bejaht zwar die Frage, ob sie nach der
Methode des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard unterrichte. Wie Donnert
verweigert aber auch Kluss weitere Auskünfte und verweist auf
Altendorfer.
Wilfried Busse, Inhaber eines Lernstudios in München,
spricht offen über die von ihm angewandte Methode. Er sei sogar im Besitz einer
Lizenz der "Studiertechnologie" von L. Ron Hubbard: "Was von Hubbard kommt, ist
das Einzige, was wirklich funktioniert", behauptet Busse und bezweifelt
ungefragt wissenschaftliche Erkenntnisse, wie zum Beispiel die unterschiedlichen
Funktionsweisen der rechten und der linken Gehirnhälften: "Das ist alles
Quatsch. Das Hirn ist ein Fleischklops, sonst nichts." Busses Klienten sind nach
seinen Angaben Steuerberater, Rechtsanwälte und
Examenskandidaten.
Unverfängliche Namen
Er finde seine Kunden,
indem er sie direkt anschreibe. Die Adressen kaufe er von Agenturen. Andere
finden über sein Angebot im Internet zu ihm. Außerdem inserieren Scientologen,
die Nachhilfe oder Lernhilfe anbieten, in Zeitungen und Anzeigenblättern.
Laut Auskunft der angefragten Schulleiter von Münchner Gymnasien ist es
in ihren Schulen nicht möglich, Nachhilfeunterricht anzubieten, ohne persönlich
beim Schulleiter vorstellig zu werden. Alle Angebote am Schwarzen Brett würden
von den Schulleitern geprüft. Dennoch ist es nicht weiter schwer, in
unmittelbarer Nähe einer Schule Flyer zu verteilen oder diese zum Beispiel auf
der Haupttreppe auszulegen.
Das Werbematerial der von Scientologen
geführten Lernstudios erweckt auf den ersten Blick keinen Verdacht. Die Firmen
tragen unverfängliche Namen wie Lernstudio oder Lerncenter. Hinweise auf die
Zugehörigkeit zur Scientology-Organisation werden sorgfältig vermieden. Trotzdem
gibt es einige Merkmale, die auf die Seriosität eines Angebotes schließen
lassen.
Gütesiegel in Planung
Laut der Scientology-
Krisenberatungsstelle des Bayerischen Landesjugendamtes sind zum Beispiel
unrealistische Erfolgsversprechen mit Vorsicht zu genießen. "Wir haben nun
einmal nicht alle die gleichen Talente, auch wenn wir das manchmal nicht
wahrhaben möchten", sagt die Beraterin. Dubiose Lernmethoden würden oft als
Lösung für alle Lernprobleme angepriesen. Den Kunden wird vorgemacht, jedes Fach
könne mit Erfolg gelernt werden. In der "Studiertechnologie" gehe es zum
Beispiel darum, alle nicht verstandenen Wörter nachzuschlagen. Außerdem sollen
unklare Begriffe mit Knetmasse gebastelt werden. Auf diese Weise könne jeder
Lernstoff verstanden werden.
Um sicherzugehen, empfiehlt die
Scientology-Krisenberatungsstelle, "vor Abschluss eines Vertrages mit einem
Nachhilfe oder Lernstudio, die Unterzeichnung einer so genannten Schutzerklärung
zu verlangen". In dieser versichert das Studio, nicht nach Methoden von L. Ron
Hubbard zu unterrichten.
Dem Kultusministerium ist nicht entgangen, dass
Scientology verstärkt versucht, über Lernstudios an Kinder und Jugendliche
heranzukommen. Innenminister Günther Beckstein wies im Verfassungsschutzbericht
2004 auf die Gefahr hin. Das Kultusministerium sandte daraufhin ein
Warnschreiben an alle Schulleiter in Bayern.
Im Juli dieses Jahres
schließlich forderte der Landtagsabgeordnete Florian Ritter den Bayerischen
Landtag dazu auf, ein Gütesiegel für Nachhilfestudios einzuführen. "Derzeit
erarbeitet das Ministerium eine Regelung, um ein solches Gütesiegel zu
realisieren", sagt Ritter. Geplant sei eine Selbstverpflichtungserklärung. Das
Ergebnis wird in wenigen Wochen erwartet.
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