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Narconon in Ellmau

Ellmau warnt vor Psycho-Kult

Quelle: http://portal.tirol.com/chronik/unterland/11500/index.do
Tageszeitung 1.6.2005
 

 

Ellmau warnt vor Psycho-Kult Tiroler
 
Der Scientology-Ableger Narconon kuriert in einem ehemaligen Alpen- gasthaus in Ellmau Drogenkranke.

Tourismus und Politik formen sich zum Widerstand. Der Alpengasthof Wochenbrunn in Ellmau wurde von Narconon in ein Drogentherapie-Zentrum umgewandelt.

Bild: Zenhäusern

Der Alpengasthof Wochenbrunn in Ellmau hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Einheimische und Gäste starten von hier aus zu Wander- und Klettertouren in den Wilden Kaiser, außerdem hatten einst die alpenländischen Ranggler hier einen Stützpunkt. Nicht zuletzt entdeckten auch die Vertreter der Filmindustrie Wochenbrunn: Die malerische Gegend diente mehrfach als Kulisse für kitschig-lächerliche Alpenpornos.

Mittlerweile aber hat's ausgejuckt in der Lederhose. "Das Gasthaus ist gewerberechtlich nicht genehmigbar", sagt der Ellmauer Bürgermeister Klaus Manzl.

Die Besitzerin, Anna T., die im Ort nur "die Baronin" genannt wird, habe sich deshalb nach einer neuen Einnahmequelle umgesehen. Das Haus wurde verpachtet - an die Narconon Bayern e.V. (die Tiroler Tageszeitung berichtete). In dieser umstrittenen Einrichtung werden Drogenabhängige behandelt. Die Therapieanleitung stammt von Ron L. Hubbard, dem Gründer von Scientology, dessen Hauptwerk "Dianetik" quasi den Weg in ein drogenfreies Leben vorzeichnet.

Genau das passt den Dorfoberen gar nicht in den Kram. Kein Wunder. Ellmau ist ein Tourismusort mit knapp 700.000 Nächtigungen pro Jahr, der vor allem im benachbarten Deutschland einen hervorragenden Namen hat. TV-Serien wie "Wilder Kaiser" zementieren den Nimbus von der schönen, unberührten Natur in Ellmau. In dieses Bild passen keine Drogen. Und der umstrittene Psycho-Kult Scientology ist schon gar nicht kompatibel mit der heilen Welt am Fuß des Kaisergeborges. "Eine Verbindung zwischen Ellmau und dem Drogen-Zentrum schadet uns", versichert Manzl, "wir wollen Ellmau nicht als Scientology-Metropole in den Schlagzeilen wissen."

Als vor einigen Tagen im Ort auch noch Flugzettel mit einer Einladung zu "Kaffee und Kuchen" im ehemaligen Alpengasthof auftauchten, platzte Manzl der Kragen: "Ich habe das so aufgefasst, dass Scientology jetzt auch im Ort Leute anwirbt. Als mich dann auch noch besorgte Mütter darauf angesprochen haben, habe ich allen Haushalten in Ellmau einen Brief geschickt."

In diesem Postwurf verwendet Manzl deutliche Worte: Er unterstellt Scientology, "mit professionellen Schulungen und Trainingskursen die Schwächen labiler Menschen auszunützen. Aus rein wirtschaftlichen und machtpolitischen Gründen würden die schwachen Menschen unserer Gesellschaft missbraucht."

Manzl versteht sein Schreiben als Information und als Warnung, denn rein rechtlich ist er machtlos: "So lange die sich an die Gesetze halten, sind uns die Hände gebunden." Sollten die Scientology- oder Narconon-Jünger aber weiter im Ort um Kundschaft buhlen, will Manzl einschreiten. "Wir werden uns zu wehren wissen", verspricht er.

 
Scientology-Lehren am Fuße des Kaisers
 
http://portal.tirol.com/chronik/unterland/7195/index.do
http://www.tirol.com/chronik/unterland/7196/index.do
 
Tiroler Tageszeitung 7.4.2005
 
In Ellmau hat sich still und heimlich ein Drogenselbsthilfe-Verein eingenistet. Das Entzugsprogramm läuft nach den Lehren von Scientology-Gründer Hubbard.

Die Nase voll von Drogen ? Narconon beendet die Abhängigkeit." Mit diesem Spruch wirbt Narconon Bayern e. V. für ein Selbsthilfeprogramm zum Drogenentzug. Seit Dezember 2004 können "verschnupfte Nasen" und andere Probleme mit Drogen in der idyllischen Umgebung von Ellmau kuriert werden.

Der Alpengasthof Wochenbrunn wurde kurzerhand in Narconon Wochenbrunn umgetauft und ist laut Eigendefinition die größte Einrichtung im deutschsprachigen Raum.

Narconon Wochenbrunn liegt auf 1050 Meter Höhe am Rande des Naturschutzgebietes Kaisergebirge und bietet im Sommer, wie im Winter eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. Der Standort der Selbsthilfeeinrichtung ist mitten in der freien Natur am Fuße des Kaisergebirges gelegen. Dennoch sind wir an gute Verkehrsanbindungen angeschlossen", macht der Verein im Internet Werbung.

Das Narconon-Selbsthilfeprogramm basiert auf den umstrittenen Erkenntnissen von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. "Wir sind spezialisiert auf Heroin, Kokain, Methadon, Alkohol, Cannabis, Ecstasy und Speed", ist auf der Homepage des Verein weiter zu lesen.

Ein Schritt des achtstufigen Entzugsprogramms sieht ein Fitness- und Saunaprogramm vor. So sollen schädliche Substanzen ausgeschieden werden.

Entdeckt wurde das Narconon-Center eigentlich per Zufall. Mehrfache Anfragen von Gendarmerieposten aus Niederösterreich zur Befragung von Personen, die sich im Narconon-Center befinden, haben die Gendarmerie auf das Treiben am Fuße des Wilden Kaisers aufmerksam gemacht. "Es stellt sich die Frage, ob für den Betrieb einer derartigen Einrichtung Genehmigungen notwendig sind", sagt Kriminalreferent Walter Gaschnig vom Bezirksgendarmeriekommando.

Er hat mit Kollegen den ehemaligen Gasthof unter die Lupe genommen und einen Bericht an die Bezirkshauptmannschaft verfasst. Dort bzw. beim Land wird über die weitere Vorgangsweise entschieden.

Überhaupt nicht glücklich über die "neuen Gäste" ist Ellmaus Bürgermeister Klaus Manzl : "Einer normalen touristischen Verwendung des Alpengasthofs Wochenbrunn bin ich nicht abgeneigt. Ich will aber weder Sekten noch ein Drogentherapiezentrum in der Gemeinde haben." Er fordert, dass diese Einrichtung von den Zuständigen genauesten durchleuchtet wird.

Kommentar: Vorsicht angebracht Von Mario Zehnhäusern

Ein neues Leben für Drogenabhängige - nicht mehr und nicht weniger verspricht Narconon. In Werbetexten ist gar vom "wirksamsten Drogenrehabilitationsprogramm der Welt" die Rede. Die Wirklichkeit schaut anders aus.

Narconon ist nach Ansicht von Experten weit davon entfernt, ein Therapiemodell für suchtkranke Menschen zu sein. Das Programm tauscht lediglich eine Abhängigkeit gegen die andere aus: Statt nach illegalen Suchtmitteln gieren Betroffene nach Abschluss des mehrstufigen "Reinigungsprozesses" nach den Lehren von Scientology. Genau darin liegt die Perfidität: An die Stelle der physischen Abhängigkeit von Rauschdrogen tritt die psychische Sucht nach Ron L. Hubbards obskuren Grundsätzen und Psychopraktiken.

Scientology hat in Tirol schon einmal Schiffbruch erlitten. 1995 musste die umstrittene Gemeinschaft ihre Infostände in Innsbruck über Weisung des Stadtsenats zusammenpacken. Dass die Hubbard-Jünger jetzt versuchen,quasi über die Hintertür doch in Tirol Fuß zu fassen, ist durchaus legitim. Der Rechtsstaat muss auch für sie gelten. Aber Vorsicht ist zumindest angebracht.

Index Presse Artikel

 

     «Ron Hubbard, le gourou démasqué»

 

Ce livre de Russell Miller révèle la face cachée de l'église de scientologie. On y découvre un Ron Hubbard, malade, mythomane et poursuivi par la justice. Il est disponible en format pdf ou html sur notre site. Nous avons également publié une version résumée.

 

Exposing Scientology through streaming video

 

 

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Ces reportages vidéo dénoncent les dangers de la thérapie de scientologie. La scientologie est une nébuleuse sur laquelle ont enquêté de nombreux journalistes. Il suffit de répondre une fois à un questionnaire pour recevoir des prospectus et des invitations. Au départ elle peut même paraître séduisante mais très rapidement les premières dérives apparaissent.

 

Témoignage de Jean-Luc Barbier

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