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Scientology
: Neue Töne, aber alte Taten ?
Quelle : Neue Luzerner Zeitung, 03.02.2006
von Benno Bühlmann
- Scientology sucht den Dialog mit Kritikern.
- Der Sektenspezialist Martin
Scheidegger bleibt allerdings skeptisch
«Wir nutzen nur 10 Prozent unseres geistigen Potenzials.» Wer kennt die
berühmte Aussage des Physikers Albert Einstein nicht? Eine Aussage,
welche die Scientologen gerne benutzen, um ihre eigenen
Therapiemethoden
mit dem Namen «Dianetik» dem Mann oder der Frau auf der Strasse
schmackhaft zu machen. Oft beginnt der erste Kontakt mit einem
scheinbar
harmlosen Persönlichkeitstest, der «kostenlos und unverbindlich»
durchgeführt wird und eine bessere Nutzung des «geistigen Potenzials»
in
Aussicht stellt.
Das Angebot tönt auf den ersten Blick verlockend, aber in den
Werbeprospekten wecken schon die überzogenen Versprechen Zweifel, mit
denen Scientology-Gründer L. Ron Hubbard «eine Zivilisation ohne
Wahnsinn und Verbrecher und ohne Krieg» verspricht, «in welcher der
Fähige erfolgreich sein kann und auch ehrliche Wesen Rechte haben
können».
Stagnierende Mitgliederzahlen
Den versprochenen «Aufstieg zu grösseren Höhen» versucht Scientology
seit vielen Jahren durch aggressive Werbemethoden herbeizuführen, was
ihr aber in der Schweiz und in Deutschland nur mit mässigem Erfolg
gelingt. Viele Passanten sind skeptisch, wenn ihnen religiöse
Gruppierungen in Hochglanzprospekten den Himmel auf Erden versprechen.
Das hinderte die Scientology-Kirche kürzlich nicht daran, in einem
Werbe-DVD von der «am schnellsten wachsenden Religion der Welt» zu
sprechen. Tatsächlich dürften die Zuwachsraten von Scientology in der
Schweiz stagnieren, sagt der Luzerner Sektenexperte Martin Scheidegger.
Aufgrund von Schätzungen geht er davon aus, dass gegenwärtig in der
Schweiz etwa 2500 Personen regelmässig Kurse von Scientology besuchen.
Auch Hansruedi Schurtenberger von Scientology Luzern verhehlt nicht,
dass bei Scientology in der Schweiz derzeit keine grossen Zuwachsraten
zu verzeichnen seien: «Unsere hauptsächliche Expansion fand Ende der
Siebziger- bis Anfang der N
eunzigerjahre statt. Jetzt geht es uns primär darum, die bestehende
Situation zu festigen.»
Neuer Umgang mit Kritikern
?
Martin Scheidegger nennt konkrete Gründe für die Entwicklung bei
Scientology: «Die extreme Kampfhaltung, mit der die Scientologen in den
vergangenen Jahrzehnten in Europa gegenüber Kritikern vorgegangen sind,
hat ihnen mehr geschadet als genützt.»
Es könne durchaus sein, dass bei den Scientologen diesbezüglich ein
gewisses Umdenken stattfindet, meint Scheidegger. So habe er kürzlich
bei einer Studienreise in den USA erfahren können, dass Scientology
einen neuen Umgang mit Kritikern pflegt : «Kritiker werden nicht mehr
einfach als zu bekämpfende Personen verstanden, sondern als Menschen,
mit denen man spricht und in Kontakt treten kann.» Das sei positiv,
meint Scheidegger. Allerdings sei die Frage, «ob dahinter mehr steckt
als bloss ein leeres Lippenbekenntnis, nämlich wirkliche
Kritikfähigkeit».
So hat Scheidegger kürzlich die Probe aufs Exempel gemacht In einer
Rezension zur umstrittenen Scientology-Broschüre «Der Weg zum
Glücklichsein» konfrontierte er Scientology mit kritischen Einwänden.
Diese hätten aber noch zu keiner inhaltlichen Auseinandersetzung mit
seiner Kritik geführt.
Dianetik als Allerheilmittel
?
Scheidegger kritisiert in seiner Stellungnahme die stark ideologische
Ausrichtung der Broschüre: «Das Denkmuster ist von der Philosophie von
Scientology geprägt, die meint, dass sie das Allerheilmittel und die
Methode besitze, welche die Kinder und die Menschen zum Erfolg führe.»
Problematisch sei insbesondere das darin enthaltene Menschenbild,
wonach
die Menschen in eindeutige Kategorien von «Guten» und «Bösen»
eingeteilt
werden und alle Menschen, die von der von Ron Hubbard aufgestellten
Norm
abweichen, gleichsam als «geisteskrank» eingestuft werden.
Die von Scientology propagierte Methode, um «clear» (geklärt) zu
werden,
ist einfach: Die vom Scientology-Gründer Ron L. Hubbard geschaffene
Methode des «Auditing» (von lateinisch audire = hören) verstehen die
Scientologen als Therapie oder geistliche Beratung, die in einem
besonderen Kurssystem angeboten wird. Mit einer Psychotechnik des
Rückrufens sollen negative Bilder und Eindrücke (Engramme genannt) vor
dem geistigen Auge des Auditierten hervorgeholt werden, um sie dann zu
löschen. Dieser Vorgang erfolgt mit Hilfe eines Elektrometers, einer
Art
Lügendetektor, mit dem der elektrische Widerstand des Therapierten
ermittelt wird.
«Gehirnwäsche»
?
Diese Methode ist in Fachkreisen sehr umstritten: So hat vor einigen
Jahren der Zürcher Psychiatrieprofessor Hans Kind in einem Gutachten
die
von Hubbard begründeten Psychotechniken mit der Gehirnwäsche zur
Umerziehung von Kriegsgefangenen verglichen.
Diesen schweren Vorwurf weist die Leiterin des Luzerner
Scientology-Zentrums, Vreni Schurtenberger, klar zurück: «In meiner
Tätigkeit als Auditorin erlebte ich sehr viele Menschen, die das
Auditing sehr positiv erlebt haben.»
So sieht Schurtenberger trotz der Kritik aus Psychologenkreisen keine
Veranlassung, um eine Studie von Psychologen zur Wirkungsweise des
Auditing durchführen zu lassen. Psychologen hätten keine Qualifikation,
um die Seriosität der Methoden von Scientology beurteilen zu können.
- Die Scientology übt illegal eine medizinische Tätigkeit aus.
Eine Pseudo-Psychotherapie.
- Die Schweizer Psychiater sollten die Therapie von Scientology
verbieten lassen.
- Die Scientology profitiert von vulnerablen
und unreifen Personen.
- Scientology übt Wucher, Zwang und Erpressung aus.
- Scientology droht denjenigen mit dem Tod, die nicht schnellstens
einen
geheimen Kurs (OT3) in den USA machen.
- Scientology verbreitet Anreize zu Verbrechen.
- Scientology benutzt
unaufhörlich die Justiz um Personen anzugreifen, die sich getrauen
sie
zu kritisieren.
- Die Scientology ist moralisch, intellektuell und
finanziell ein Betrug
Le
GRAVIS - contact@anti-scientologie.ch
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