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Scientologen mischten bei Nachhilfe in Zirndorf mit (nordbayern.de - 31 Janvier 2011)

Zurich: Gesellschaft Scientology kommt auf Samtpfoten (Tages Anzeiger - 26.01.2011)

Zurich: Arbeitslose im Visier (Tages Anzeiger - 26.01.2011)

 
"Wir müssen Scientology verbieten" Innenminister Herrmann zur NZ
 
Quelle: http://www.nordbayern.de - 31.01.2011
[Texte intégral]
Joachim Herrmann - Foto: Daut

NÜRNBERG - Bayern Innenminister Joachim Herrmann (CSU) macht sich für ein Verbot von Scientology stark. Seine Gründe erklärt er im NZ-Interview.

NZ: Herr Minister Herrmann, wie stark versucht Scientology über Nachhilfeinstitute Nachwuchs zu rekrutieren ?

Joachim Herrmann: Nach Angaben von Scientology hat es im vergangenen Herbst 17 Einrichtungen in Deutschland gegeben, davon acht in Bayern. Unter diesen befindet sich auch das Institut in Zirndorf. Man kann sich auf diese Eigenangaben natürlich nicht 100-prozentig verlassen. Es hat schon Fälle gegeben, bei denen sich Mitglieder von Scientology nicht zu erkennen gegeben haben. Umgekehrt gibt es auch Scheinangaben: Manchmal werden Aktivitäten behauptet, die gar nicht stattfinden.

NZ: Weil die Mitglieder Tätigkeitsnachweise liefern müssen ?

Herrmann: Ja, die Mitglieder stehen unter einem erheblichen Druck der Organisation und deshalb kommt es manchmal zu Äußerungen über Aktivitäten, die nicht stattgefunden haben.

NZ: Wie funktioniert die Überzeugungsarbeit bei Heranwachsenden ?

Herrmann: Scientology will in den Kindern ihr eigenes Menschenbild einpflanzen. Es wird schon Nachhilfeunterricht geboten, aber darüber hinaus den Kindern die ganze Lehre eingeimpft – manchmal so, dass sie es gar nicht bemerken. Damit sollen die Kinder für die Ideologie und für die ganze Organisation gewonnen werden.

NZ: Gibt es Beschwerden von Eltern ?

Herrmann: Wir klären mit unserer Öffentlichkeitsarbeit recht gut über Scientology auf. Deshalb ist es uns gelungen, dass die Rekrutierung über Nachhilfeinstitute nicht überhand nimmt. Wir können niemandem verbieten, solche Institute aufzusuchen. Daher bleibt uns nur die Möglichkeit, über die Gefahren von Scientology aufzuklären. Als Scientology allerdings in München eine Kindertagesstätte eröffnen wollte, hat die Stadt München die Erlaubnis verweigert, was das Verwaltungsgericht München auch bestätigt hat. Ein Nachhilfeinstitut aber kann jeder eröffnen.

NZ: Woran erkennen Eltern ein seriöses Nachhilfeinstitut ?

Herrmann: Sie müssen sich über die Bekanntheit der Einrichtung informieren. Man sollte sich das Institut selbst ansehen und sich über die Qualifizierung der Lehrkräfte kundig machen. Außerdem kann man auch einen Lehrer nach Instituten fragen. In Zirndorf geht Scientology mit ihrem Nachhilfeinstitut offen um; die Einrichtung verschweigt die Zugehörigkeit nicht.

NZ: Gibt es dagegen keine Handhabe ?

Herrmann: Nein. Scientology ist nicht verboten. Wir haben es immer wieder überlegt. Die Entscheidung müsste auf Bunde- sebene fallen, weil Scientology eine bundesweite Organisation ist. Derzeit aber ist weder im Bund noch in den Ländern eine Mehrheit für ein Verbotsverfahren ersichtlich. Man muss versuchen, die Organisation im Alltag auszutrocknen.

NZ: Sie treten für ein Verbot ein. Wo sehen Sie die Gründe – immerhin ist Scientology eine in USA anerkannte Religions- gemeinschaft ?

Herrmann: Für mich ist das Entscheidende, dass es sich letztendlich um die Ausbeutung von Menschen handelt und eine Organisation, die ihre wirtschaftlichen Interessen extrem verfolgt und dafür Leute auch abhängig macht. Ich halte Scientology für verfassungsfeindlich, da sie eine völlig andere Gesellschaftsordnung anstrebt. Daher finde ich, dass Scientology verboten werden müsste.

NZ: Ein Verbot könnte aber zu massiven Problemen mit den USA führen.

Herrmann: Das ist richtig. Dieser Punkt spielt bei der Abwägung in Berlin sicher eine Rolle. Von Seiten der USA – egal wer die Regierung stellt – gibt es gegenüber solchen Überlegungen erhebliche Vorbehalte. Die USA würden ein Verbot in Deutschland als Verstoß gegen die Glaubensfreiheit sehen.

NZ: Viele US-Stars bekennen sich zu ihrer Mitgliedschaft.

Herrmann: Ja, aber dabei muss man sehen, dass die Organisation ein riesiges wirtschaftliches Unternehmen ist, das auf die Profitmaximierung für den Führungsbereich von Scientolgy ausgelegt ist und dem einen oder anderen somit wohl auch wirtschaftliche Vorteile geboten werden. So mancher Promi lässt sich damit sicher gerne ködern.

 

Scientologen mischten bei Nachhilfe in Zirndorf mit

http://www.nordbayern.de/ - 31.01.2011
[Texte intégral]
 
Scientology Flyer, Bessere Noten durch Nachhilfe mit Spaß.
Englisch lernen in Zirndorf. Foto NZ

Zirndorf - Eltern von Nachhilfeschülern in Zirndorf und Umgebung sind zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Die Betreiber einer Nachhilfe– und Sprachenschule dort sind Mitglieder der Scientology-Sekte

In einem Interview mit der Nürnberger Zeitung bestätigte Bayerns Innenministier Joachim Herrmann, dass das Zirndorfer Institut zu einem von acht bayerischen Einrichtungen gehöre, die von Mitgliedern der Scientology-Kirche geführt werden.

Scientology will nach seinen Worten den Kindern „ihr Menschenbild einpflanzen“. Ein Verbot würde der Innenminster zwar begrüßen, doch sind bisher alle Vorstöße am Einspruch der USA gescheitert, wo die Sekte unter dem Schutz der Glaubens- freiheit steht.

Eine in die Schusslinie geratene Nachhilfelehrerin in Zirndorf räumt ihr Zughörigkeit zu Scientology ein, versichert aber, dass ihre private Religionszugehörigkeit nichts mit ihrer Arbeit am Nachhilfeinstitut zu tun habe. Doch sind mittlerweile Flugblätter aufgetaucht, in denen das Institut Bezug auf den Sektengründer L. Ron Hubbard nimmt.

Die Gefahr unlauteter Einfluss nahme sieht auch der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband. Viele Kinder seien mittler- weile „Dauernachhilfeschüler“; das käme den Instituten zugute. Lesen Sie unsere Reportage und das ganze Interview mit Bayerns Inneminister Joachim Herrmann in der Montagsausgabe der NZ.

 

Gesellschaft Scientology kommt auf Samtpfoten

Tages Anzeiger - Von Hugo Stamm, Zürich. 26.01.2011
[Texte intégral]

UhrFrüher missionierten Scientologen vornehmlich mit Flugblättern. Heute setzt die Psychogruppe vermehrt moderne Marketingmethoden ein, um Anhänger zu gewinnen.

Gibt es Scientology überhaupt noch ? Diese Frage stellen sich viele, denn missionierende Scientologen sieht man nur noch selten am Bahnhof oder auf öffentlichen Plätzen.

Scientology gibt es nach wie vor. Bloss ködert die Psychogruppe heute mit diskreteren Methoden als früher neue Anhän- ger. Sie will den Ruf als aggressive Sekte korrigieren. Obwohl sie im Bewusstsein der Öffentlichkeit weniger präsent ist, missioniert sie wie eh und je. Dies erfuhr zum Beispiel ein leitender Beamter einer staatlichen Behörde. Kürzlich bekam er ein englisches Mail von einer internationalen Stiftung.

Um glücklich zu werden, solle er die Broschüre «Der Weg zum Glücklichsein» lesen. Weiter wurde er aufgefordert, 18 Exemplare zu kaufen und an Freunde zu verteilen, um diese ebenfalls glücklich zu machen. Er suchte vergeblich einen Absender, entdeckte dann aber im Kleingedruckten einen Hinweis, der ihn stutzig machte: Das Copyright liege bei der Hubbard-Bibliothek, las er. Dahinter steckt Scientology, schoss es ihm durch den Kopf.

Unklare Datenherkunft

Drei Tage später bekam er ein Mail vom Scientology-Zentrum Zürich mit folgendem, verbal doch recht abenteuerlichen Inhalt: «Hallo, um Hilfe zu erhalten, um Ihr Leben sollte man unserer Kirche in Zürich Kontakt liegt. Die Mitarbeiter dort werden sehr glücklich sein, Ihnen zu helfen.» Nach einem weiteren Mail folgte ein Anruf einer Scientologin, die sich auf die Mails bezog. Als er sie aufforderte, die Mailzuschriften zu unterbinden, kam es zu einem Disput. Was den Beamten besonders irritiert: Die Scientologen besitzen private Eckdaten, die nicht leicht zu beschaffen sind. Er fragt sich, wie Scientology die Angaben beschafft hat.

Scientology-Sprecherin Annette Klug erklärt, sie hätten keine Adressen von der Stiftung erhalten, welche die Broschüre vertreibt. Sie kann sich nicht erklären, wie es zu dieser Verstrickung gekommen ist. Sie würden auf Wunsch Ma iladressen löschen.

Telefon und Massagen

Ein beliebtes Missionierungsinstrument ist das Telefon. TA-Leser beschweren sich immer wieder, sie seien von Scientologen kontaktiert worden. «Will jemand keinen Kontakt, dann wird dies selbstverständlich respektiert», sagt die Scientology-Sprecherin.

In jüngster Zeit schaltet Scientology auch Publireportagen in Gratiszeitungen, die wie normale Artikel daherkommen. Dank der Broschüre «Der Weg zum Glücklichsein» habe die Gewaltanwendung an Schulen um 70 bis 80 Prozent gesenkt werden können, wird in einem Text behauptet.

Weiter missionieren Scientologen vermehrt mit Info-Ständen, ohne sich als Anhänger des Sektengründers Ron Hubbard zu erkennen zu geben. Sie treten beispielsweise als Vertreter einer Menschenrechtsorganisation auf. Manchmal stellen sie Massagetische auf und behandeln Passanten. Dabei können sie diese in ein Gespräch verwickeln. Manchmal lassen sich Passanten auch auf einen Test mit dem Hubbard-Elektrometer ein – eine Art Lügendetektor. Die Behörden haben kaum Möglichkeiten, die Standbewilligung zu verweigern, weil Scientology dagegen klagen würde.

Arbeitslose im Visier

Scientology peilt auch gern Arbeitslose an und bietet ihnen in Inseraten eine Stelle an. Der Wortlaut: «Niedriges Gehalt – grossartige Zukunft.»

Ausserdem streut die amerikanische Organisation eigene Zeitungen mit Artikeln von Hubbard und Referenzschreiben ihrer Promis. Schauspieler John Travolta lässt sich beispielsweise so zitieren: «Dianetik brachte mich ganz nach oben.» Dabei handelt es sich um eine Art therapeutisches Verfahren, dank dem Travolta angeblich «etwas wirklich Grosses erreichen konnte.»

 

     «Ron Hubbard, le gourou démasqué»

 

Ce livre de Russell Miller révèle la face cachée de l'église de scientologie. On y découvre un Ron Hubbard, malade, mythomane et poursuivi par la justice. Il est disponible en format pdf ou html sur notre site. Nous avons également publié une version résumée.

 

Exposing Scientology through streaming video

 

 

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Ces reportages vidéo dénoncent les dangers de la thérapie de scientologie. La scientologie est une nébuleuse sur laquelle ont enquêté de nombreux journalistes. Il suffit de répondre une fois à un questionnaire pour recevoir des prospectus et des invitations. Au départ elle peut même paraître séduisante mais très rapidement les premières dérives apparaissent.

 

Témoignage de Jean-Luc Barbier

       

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