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La Commission
nationale de l'informatique et des libertés a publié un avis dans lequel elle
dispense les éditieurs de blogs de déclaration. Mais pas de certains devoirs.
Explications. (03/02/2006)
Les récentes affaires
mettant en cause des blogs (un proviseur destitué de son poste, le rôle de
certains blogs lors des récentes violences urbaines) ont incité la Cnil à se
pencher sur le phénomène et sur son cadre juridique. La Commission nationale de
l'informatique et des libertés a notamment rendu un avis dans lequel elle
indique que la loi Informatique et libertés s'applique aux blogs mais que
ceux-ci sont dispensés de déclaration à la Cnil. "Nous avons constaté le développement des blogs, avec, sur certains d'entre eux, des informations personnelles sur l'auteur mais aussi sur des personnes tierces, explique Christophe Pallez, secrétaire général de la Cnil. On tombe alors dans une catégorie liée au traitement de données à caractère personnel." Ce qui devait conduire logiquement à une déclaration auprès de la Cnil, comme tout autre site présentant ces caractéristiques. Mais, devant certains contournements de cette règle, la Cnil a préféré dispenser les blogs personnels de cette déclaration. Motif de cette mansuétude ? Un internaute qui avait réalisé un site personnel sur l'Eglise de
scientologie, s'est vu condamné récemment par le tribunal de Villeurbanne pour
ne pas avoir déclaré son site auprès de la Cnil. "Dans certains cas de conflits
sur le contenu d'un site, des parties pouvaient prendre l'arme de la déclaration
à la Cnil pour obtenir la condamnation de l'internaute", indique Christophe
Pallez. La Cnil a donc préféré prendre les devants et, même si ses avis n'ont
pas force de loi, ils sont en général lourds de conséquences. A noter toutefois
que les blogs professionnels ne sont pas inclus dans la recommandation et que
leur obligation de déclaration est maintenue. Source: dossier Blog (Journal du net) Note d'anti-scientologie: Selon la nouvelle loi HADOPI (France), un hébergeur lorsqu'il lui a été signalé un abus devient également responsable pénalement s'il ne retire pas l'article ou le propos litigieux (diffamation, menace, insulte, etc) |
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Kritische Auseinandersetzungen mit Scientology
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von Kurt-Helmuth Eimuth Pädagoge und Buchautor Als Pädagoge hat sich Kurt-Helmuth Eimuth auf dem Gebiet "Sekten-Kinder"
spezialisiert. Seiner Schätzung zufolge wachsen Einhundert- bis
Zweihunderttausend Kinder in sektenähnlichem Milieu auf, viele davon bereits in
der 2. Genera- tion. Als Buchautor hat er ("Die Sekten-Kinder", "Sekten-Ratgeber")
die Situation der Kinder analysiert. Verfolgen Sekten besondere Anwerbestrategien, um Kinder zu ködern ? EIMUTH: Im Grunde nicht. Die meisten Kinder kamen durch ihre Eltern in den Kontakt mit Sekten. Entweder sie wurden direkt hineingeboren oder kamen in sehr frühem Alter - 3, 5 oder 7 Jahren - dazu. Anwerbung an sich wird vielleicht nur noch von einer Sekte betrieben - Scientology. Wie stellen die Scientologen das an ? EIMUTH: Scientology arbeitet hier mit dem Bereich ABLE, Association for better Living and Education, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Sozialsysteme, insbesondere das Bildungswesen, zu unterlaufen. Immerhin sind die Sciento- logen davon überzeugt, die einzig wahre Studiertechnik entwickelt zu haben. Diese Lernmethoden will man dann mittels ZIEL und Applied Scholastics etablieren. In Einzelfällen bieten Scientologen auch Nachhilfe an. Sie wollten in Deutschland auch Schulen gründen, was sie juristisch allerdings nicht durchsetzen konnten. In Amerika und England gibt es jedoch bereits Schulen. Und wie treten Scientologen dann an die Kinder heran ? EIMUTH: Wir kennen die Fälle, in denen im Umfeld von Kindergärten die KVPM, eine scientologische Unterorganisation, gegen das Hyperaktivitätssyndrom mobilisiert. Es wurden aber auch Puppen angeboten, die an sich zwar ganz harmlos sind, aber im Grunde genommen eine Vorstufe zum Auditing sind: Denn man könne anhand dieser Puppe schon "erinnern üben" und auf der "Zeitspur" Engramme lokalisieren. Außerdem werben sie noch mit kleineren Broschüren allgemeinhuma- nistischen Inhalts, die flächendeckend an Multiplikatoren - insbesondere Schulen - verschickt werden. Darüber hinaus werden noch Kurse, insbesondere Nachhilfeangeboten von „Applied Scholastics“, angeboten. Man kann zusammen- fassend sagen, daß Scientology einen Fuß in unser Bildungssystem setzen will - bislang klappt das Gott sei Dank noch nicht. Inwieweit werden Kinder anders behandelt als erwachsene Sektenmitglieder ? EIMUTH: Das ist unterschiedlich. Beispielsweise ist es bei Scientology so, daß man eine Kindheit in unserem Sinne gar nicht kennt; und das ist das Dramatische. Scientology behandelt somit Kinder und Jugendliche wie Erwachsene, weil dieser "Thetan" eben ein Geistwesen ist, der einen kleinen Körper hat und auf dieser geistigen Stufe einem Erwachsenen vergleichbar ist. Heißt das dann auch, daß Kinder das gleiche Programm wie die Erwachsenen durchziehen müssen: stundenlanges Auditing und Studium ? EIMUTH: Genau das. Kinder müssen genauso wie Erwachsene auch Kurse absolvieren. Allerdings empfiehlt Hubbard, bei kleineren Kindern noch kein Auditing zu machen, weil die noch nicht so viel verstehen. Aber im Grunde können sie mit Kindern auch die gleichen Kurse machen wie mit Erwachsenen. Wir haben im einzelnen Beispiele, wie das geschieht und wie schlimm das auf Kinder wirkt: Denn wenn es bei Erwachsenen schon problematisch ist, wie ist es dann bei Kindern? Das ist eigentlich gar nicht auszumalen, wie sich das langfristig auf Kinderseelen auswirkt. Wie gehen andere Gruppen mit ihrem Nachwuchs um ? EIMUTH: Bei anderen Gruppen liegt der Mißbrauch auf der Hand, bei den Kindern Gottes der sexuelle Mißbrauch etwa. Wieder andere, die Zeugen Jehovas zum Beispiel, zeichnen sich durch ein besonders einengendes Erziehungssystem aus, das Kindern und Jugendlichen gewissermaßen die Luft raubt, sich selbst zu entwickeln. Diese psychische Folge ist neben dem Mißbrauch das größte Problem für die Kinder: sie kennen nur die Sektenidentität und können keine eigene ausbilden. Welche Erziehungskonzepte haben die Sekten denn in der Schublade? Werden dort Kinder zu selbständigen und gemeinschaftsfähigen Mitmenschen erzogen ? EIMUTH: Wir werfen den Sekten vor, daß sie eine Gruppenidentität bilden, in der der einzelne nichts zählt und die Gemeinschaft alles. Man hat sich in diesem System der einzigen Autorität, dem Guru, zu unterwerfen. Ist das das erklärte Erziehungsziel ? EIMUTH: Nichts anderes: Wer die Herzen der Kinder kontrolliert, der kontrolliert die Gemeinschaft wirklich. Kinder konnten noch gar nichts anderes ausbilden. Sie haben nur die Sektenrealität. Bei Kindern schiebt sich nicht, wie bei anderen Sektenanhängern, die Sektenidentität über die eigene Psyche. Es bildet sich erst gar keine "eigene" individuelle Identität. Den Kindern wird es genommen, sich in der Breite zu informieren und ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ihnen wird Zukunft vorenthalten. Sie sollen nur gemäß ihrem Guru funktionieren. Wie erreichen die Sekten das ? EIMUTH: Kleine Kinder sind etwa in den ersten sieben Lebensjahren geneigt, einfache Denkschemata zu übernehmen; und insofern wird das ausgeprägte Schwarz/Weiß-Denken der Sekten entwicklungspsychologisch für dieses Ziel eingesetzt. Die Welt wird klar eingeteilt: In Gut und Böse, in Gott und Teufel usw. Das wird durch Informationskontrolle etwa oder Einschränkung der Bildungsmöglichkeit verstärkt, die Kinder und Jugendlichen auf die Sektenideologie fixiert. Das alles sind Erziehungskonzepte, die langfristig wirken und die wir ja auch aus totalitären Staaten kennen. Immer schon haben sich totalitäre Systeme ein eigenes indoktrinierendes Bildungssystem zugelegt. Warum legen sie soviel Wert auf Kinder? Sieht man darin die Zukunft ? EIMUTH: Ich habe manchmal den Eindruck, daß es gar nicht so ist. Bei Scientology z.B. sieht man Kinder, meiner Erfahrung nach, sogar als Ballast, weil sie die Produktivität der Eltern einschränken und sowieso nur stören und Zeit in Anspruch nehmen. Bei anderen Gruppen wiederum sieht es ganz anders aus: Kindheit wird ideologisch vollkommen überhöht. Kinder der Vereinigungskirche z.B., die aus von Mun gesegneten Ehen hervorgingen, werden als "sündlos" betrachtet, allerdings erscheint mir dagegen de Erziehungspraxis in der Vereinigungskirche - gemessen an Scientology oder den Kindern Gottes - relativ unproblematisch. Bei Thakar Singh werden Kinder sogar als die einzige Hoffnung angesehen, die verlorene Welt zusammen mit ihrem Guru zu retten - weil sie die einzigen sind, die "karmisch rein" sein sollen. Von Thakar Singh hört man ja auch von besonders schwerem Mißbrauch der Kinder. EIMUTH: Thakar Singh mißhandelt die Kinder sehr schwer. In Deutschland wollen sie das wegen des öffentlichen Drucks nicht mehr machen, was ich mir schwer vorstellen kann; schließlich ist die stundenlange Meditation ein wichtiger Bestand- teil der Lehre. Die Babys sollen, genau wie die Erwachsenen, das göttliche Licht sehen und den göttlichen Ton hören. Dazu ist es notwendig, daß ein Ohr mit einer Art Silikonstöpsel verschlossen und die Augen verbunden werden. In diesem Zustand sollen sie mehrere Stunden am Tag meditieren und sobald sie einzunicken drohen, hält man sie künstlich wach. Sie kriegen dann einen kleinen Schlag. Das ist alles in ihren eigenen Sektenvideos zu sehen. Hat man mit dieser Praxis in Deutschland tatsächlich aufgehört? EIMUTH: Das wissen wir nicht. Es gab jedenfalls einen Strafprozeß, in dem die Meditationsanleiterin, aber auch die Eltern eines kleinen Kindes, Jakob, wegen Kindesmißbrauchs verurteilt wurden. In dem Moment also, wenn irgend etwas ähnliches dieser Art in Deutschland wieder vorkommt, müssen die Täter damit rechnen, strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen zu werden. Wenn mir so etwas bekannt würde, würde ich auch sofort zur Anzeige schreiten.
Was passiert denn mit Kindern wie dem Jakob auf lange Zeit betrachtet ? EIMUTH: Zunächst einmal hat er Vertrauen in seine Umwelt verloren, denn das Urvertrauen, das jeder Mensch hat, wurde bei ihm in einem Maß mißbraucht, das man sich nicht vorstellen kann. Kinder haben ja sonst ein wahnsinniges Vertrauen. Und diese Störungen, die da entstanden sind, müssen jetzt therapeutisch bearbeitet werden. Die Mutter des kleinen Jakob, die es heute gar nicht fassen kann, daß es überhaupt dazu gekommen ist, gibt sich in diesem Fall auch eine große Mühe, ihrem Kind einen guten Start in die Zukunft zu geben. Ich bin aufgrund ihres großen Engagements auch recht zuversichtlich, daß die Wunden vernarben und nicht offen bleiben. Wie gehen die „Familie“, vormals "Kinder Gottes", mit ihren Kindern um? Auch dort sollen Kinder geschlagen worden sein. EIMUTH: Richtig. Mose David hat ja selbst in seinen MO-Briefen geschrieben, daß Schläge eine gute Methode seien, um Kinder zu disziplinieren. Natürlich hat er auch alle Formen der Prostitution geduldet, es gab auch Formen von Inzest bei den Kindern Gottes und alles, was man sich an Schrecklichem nur denken kann. Es ist alles nur schwer vorstellbar, was bei den Kindern Gottes über Generationen hinweg an Leid passiert ist. Heute will die "Familie" mit allem nichts mehr zu tun haben, aber gleichzeitig erklärt sie, daß die Schriften Mose Davids immer noch gelten. Diesen Widerspruch konnte sie nicht lösen. Haben denn diese Praktiken auch tatsächlich aufgehört ? EIMUTH: Das weiß man nicht. Diese Organisation war in ganz Europa auf Good-Will-Tour. Aber was ich vermisse, ist erstens eine Entschuldigung bei den vielen Opfern, zweitens eine schonungslose Aufarbeitung der Schandtaten, die dort passiert sind, und drittens wenigstens ein Versuch, den Opfern therapeutische Hilfe zu vermitteln, und wenn man Geld hat, zu finanzieren. Das würde die Distanzierung für mich glaubhaft machen. Alles andere ist meines Erachtens nur eine PR-Kampagne. Hat die öffentliche Distanzierung tiefere Gründe oder war es schlicht nur PR ? EIMUTH: Ich glaube nicht, daß man von den Praktiken abgerückt ist. Aufgrund des Prozeßgeschehens auch in England waren sie einfach nicht mehr gesellschaftlich haltbar. Gott sei Dank schaut die Gesellschaft heute anders hin als noch vor 20 Jahren. Wenn ich damals was von Sekten erzählt habe, haben die Leute nur ungläubig geschaut und heute... ...schauen sie gläubig? EIMUTH: Das Problem ist zumindest erkannt. Eine weitere Gruppe, die Sie kritisieren, sind die Zeugen Jehovas. Von denen hört man immer wieder, daß sich die Kinder in der Schule absondern, weil sie nicht auf Klassenfahrten oder Feten teilnehmen dürfen, den Klassensprecher nicht mitwählen dürfen und auch keinen Geburtstag oder Weihnachten feiern sollen. Wie gehen die Kinder mit diesen Verboten um ? EIMUTH: Das ist ganz spannend. Die Zeugen Jehovas behaupten, daß sie selbst keine Erziehungsvorschriften machen, das seien alles Entscheidungen der Eltern - die entscheiden sich aber natürlich nach dem, was bei den Zeugen Jehovas üblich ist und als Norm durchgesetzt hat. Kinder sind manchmal viel cleverer, als ihre Eltern meinen - das gilt auch für Kinder der Zeugen Jehovas. Ich habe gehört, daß einzelne Kinder der Zeugen Jehovas, wenn sie die einzigen dort sind, die Schule als Nische nutzen, nach dem Motto: "Was ich zu Hause nicht machen darf, mache ich in der Schule." Die Lehrer und Klassenkameraden reagieren dann auch meistens gut, indem sie das Kind integrieren und trotz "Verbot" zu bestimmten Anlässen mitnehmen, ohne das natürlich den Eltern unter die Nase zu binden. Problematisch ist es dann aber, wenn mehrere Kinder der Zeugen Jehovas an einer Schule sind. Dann kann es zu einer gegenseitigen Kontrolle kommen, was zu einem - wie ich immer sage - "sozialem Märtyrertum" kommt, daß sie sich selbst aus der Klassengemeinschaft ausgrenzen. Im Kindergarten ist das noch schwieriger, wenn die Eltern sagen, daß ihr Kind keine Geburtstage feiern dürfe. Die Kinder- gärtnerin muß das Kind dann bei Geburtstagen in die andere Gruppe schicken, was besonders für 3jährige ganz schlimm ist. Hier wird dann soziales Märtyrertum geschaffen, und in einem solchen Umfeld wachsen die Zeugen Jehovas auf. Das trifft doch dann so kleine Kinder ziemlich hart, wenn sie ihren eigenen Geburtstag nicht feiern dürfen. EIMUTH: Ja. Bei älteren Zeugen Jehovas ist es dann so, die geben halt am Wochenende nach ihrem Geburtstag eine Gartenparty - auch Zeugen Jehovas finden so Wege, um Normen zu umgehen... Aber diese kleinen Kinder werden systematisch ausgegrenzt und stehen dann mit großen Kinderaugen daneben, wenn andere ihren Geburtstag feiern. Wie groß ist denn der Druck auf die Kinder, die rigiden Regeln auch tatsächlich einzuhalten ? EIMUTH: Was ich auch als Reaktion auf mein Buch erhalte, geht dahin, daß es mit der Zeit Anpassungen gibt. So haben die Zeugen Jehovas seit neuestem den Zivildienst anerkannt - vorher mußte man Totalverweigerer sein -, und auch andere Normen bröckeln mit der Zeit, weil sie gesellschaftlich nicht mehr haltbar sind. Interessanterweise scheinen Kinder von Ältesten durchaus mehr Spielraum zu haben als andere Kinder. Mir wurden schon 18jährige gezeigt, die ganz normal aufgewachsen sind und sogar "gepierct" waren. Ich sehe eine gewisse Lockerung. Werden Kinder auch "gezüchtigt" ? EIMUTH: Die Zeugen Jehovas folgen alttestamentlichen Züchtigungsregeln, wobei sie "Züchtigung" im weitesten Sinn als eine Form der Reglementierung der Kinder sehen. Man soll aber erst mal mit Worten die Kinder zurechtweisen, aber auch Schläge sind durchaus gestattet, wobei sie den anderen nicht erniedrigen sollen - wie man das macht, bleibt das Geheimnis der Zeugen Jehovas. Ich muß jedenfalls ein Erziehungssystem, das Schläge als mögliche Disziplinierungsmaß- nahme bietet, als Pädagoge im Grunde ablehnen. Wie geht es im Universellen Leben zu? Dort hat man sogar eine eigen Schule gegründet. EIMUTH: Damit ist es die einzige Sekte in Deutschland, die ein geschlossenes Erziehungskonzept in den eigenen Einrich- tungen anbieten kann - von der Kinderkrippe über den Hauptschulabschluß bis zur Ausbildung in den "Christusbetrieben". Man braucht also während der Ausbildung keine andere Institution mehr zu besuchen. Dies verweist schon auf einen ganz besondere Problematik, nämlich daß die Kinder aus der Gedankenwelt des Universellen Lebens nicht mehr herauskommen. Mit wie vielen juristischen Problemen war die Gründung der Schule verbunden ? EIMUTH: Das Universelle Leben mußte den Rechtsweg bis zum Verwaltungsgericht beschreiten. Die Schulbehörde wurde angewiesen, die Schule zuzulassen. Es gibt jedoch Strömungen in Bayern und auch im Landtag, die durchsetzen wollen, daß die Schule durch das Kultusministerium wieder geschlossen wird, was jedoch sowohl juristisch als auch menschlich problematisch ist. Immerhin besuchen mehrere Hundert Schüler diese Schule. Wie halten das andere Sekten mit der Schule? Werden die Kinder ins Ausland geschickt? Oder gehen sie auf die staatlichen Schulen ? EIMUTH: Das ist unterschiedlich. Die Hare Krishnas z.B. bevorzugen Waldorf-Schulen. Bei den Scientologen ist es so, daß einige Kinder auf die eigenen Internate, andere wiederum auf die Regelschulen geschickt werden. Ich kann mir vorstellen, daß es durchaus mit Problemen behaftet ist, wenn scientologische Kinder mit anderen in dieselbe Klasse gehen. Manche Eltern dürften gewisse Ängste haben, daß ihr Kind vom anderen "spielerisch" angeworben wird. Wie kann man diese Ängste nehmen und verhindern, daß es tatsächlich so weit kommt ? EIMUTH: Ich denke, die Eltern sollten den Kindern zeigen, daß die Gesellschaft nicht so dämonisch und teuflisch ist, wie es ihnen die jeweilige Sekte glauben machen will. Man kann deutlich sagen: Wir denken anders, wir wollen auch keine Mission, weder das Sektenkind zum Christentum noch andersrum. So kann man versuchen, z.B. auf dem Elternabend klare Grenzen zu ziehen. Wir sollten jedenfalls die Kinder von unserer Seite aus nicht auch noch ausgrenzen und diesen sektenhaften Prozeß verstärken, gleichwohl ich um die Ängste der Eltern weiß. Ängste kann man aber nur bekämpfen, indem man dagegen Strategien entwickelt. Somit das Kind genauso zum Spielen einladen wie die anderen ? EIMUTH: Ja. Und wie sieht es andersrum aus, wenn das eigene zu Scientologen soll ? EIMUTH: Das kann man auch machen - wenn die überhaupt Zeit haben für ihre Kinder... Man muß aber ganz arg aufpas- sen und mit den Kindern reden. Nur: Wenn ein Scientologen-Kind sagt, wie ich es in einem authentischen Fall kenne: "Es spielt ja keiner mit mir, nur weil meine Mami bei einer solchen komischen Firma arbeitet", dann stimmt mich das doch nachdenklich, denn eine solche Form von Ausgrenzung von Kindern, die ja auch nichts dafür können, daß ihre Eltern bei einer "solchen komischen Firma" arbeiten, sollten wir nicht noch verstärken. Die Kinder haben es auch so wahrlich nicht einfach. Gleichwohl muß man deutliche Vereinbarungen treffen und sagen: "Ich wünsche nicht, daß mein Kind mit Formen, die mit Scientology zu tun haben, in Kontakt kommen." Ist es denn nicht auch so, daß Anwerbung verdeckt geschieht und für Eltern vielleicht nicht gleich erkennbar ist? Gerade die Puppen sehen ja ganz nett aus. EIMUTH: Da muß man gut hinschauen. Die Puppe an sich ist ja auch ganz harmlos. Natürlich würde ich den Eltern raten, die Kinder dann bei sich spielen zu lassen. Dann weiß man, was passiert. Dann gibt es noch die leidigen Sorgerechtsfälle: Der eine Partner ist in der Sekte, der andere nicht, und über kurz oder lang kommt es zur Scheidung. Wie entscheiden da zur Zeit die Gerichte ? EIMUTH: Die Sorgerechtsauseinandersetzungen sind immer recht unerfreulich, und es gibt auch keinen Königsweg. Die Sektenproblematik wird von den Gerichten gerne außen vor gelassen; man verweist gerne auf Art. 4 GG - Religionsfreiheit, nach dem Motto: "Das geht uns nichts an!" Nur kann es doch nicht sein, daß Ohrfeigen - wenn man einem Erziehungs- konzept wie dem der Zeugen Jehovas folgt, das sie geradezu fordert - nicht in die Sorgerechtsentscheidung einbezogen werden, aber Ohrfeigen, die eine völlig überforderte und gestreßte Mutter gibt, ihr zu Lasten gelegt werden. Da wird wohl mit zweierlei Maß gemessen. Denn es geht nicht darum, Weltanschauungen oder Ideologien zu beurteilen, sondern die Erziehungskonzepte zu bewerten. Wenn es eben solche Erziehungskonzepte gibt, muß man sie als Richter auch einbeziehen. Da beobachte ich auch zur Zeit einen Lernprozeß bei den Familiengerichten. Ich hoffe auch, daß das bei den Jugendämtern in Zukunft so gesehen wird. Ich bekomme immer noch Anfragen von Leuten, bei denen das Jugendamt überhaupt kein Verständnis hat, sich mit dem Erziehungskonzept auseinandersetzen. Die sagen dann: "Das ist mir doch egal, wenn der an Sai Baba glaubt oder nicht. Das ist Indien, das ist weit weg. Und wenn der mit seinem Kind nach Indien reist, dann ist das das gleiche, wie wenn er mit ihm nach Mallorca reist." Das halte ich dann doch für naiv. Da will wohl jemand nicht richtig arbeiten. Sehen Sie es dann so, daß die Sektenmitgliedschaft bei Sorgerechtsfällen weitgehend ausgeklammert wird? EIMUTH: Ja, wobei die Mitgliedschaft ja auch nicht das einzige Kriterium ist. Es geht um das Kindeswohl. Hier Entschei- dungen zu treffen, ist nicht sehr einfach. Deshalb gibt es ja keinen Königsweg. Wenn ein 11jähriger vor dem Richter steht und unbedingt bei seiner scientologischen Mutter bleiben möchte, dann ist das letztlich eine Gewissensentscheidung. Aber trotzdem läßt sich festhalten, daß die Familiengerichte nicht genügend Sensibilität dem Thema gegenüber haben. Sie erkennen nicht, daß es hier um Erziehungskonzepte geht, die das Leben der Kleinen stark beeinflussen. Sie schieben das einfach weg. Und das ist falsch. Ob es am Ende das Urteil revidiert, ist eine andere Frage. Aber es ist ein wesentlicher Teil der Lebenswirklichkeit der Kinder und muß deshalb in die Entscheidung um das Kindeswohl miteinbezogen werden. Sie haben vorhin schon beschrieben, wie stark die Kinder indoktriniert werden. Kommen sie da nicht mal auf den Gedanken, aus dem System auszubrechen ? EIMUTH: Jeder kommt sicherlich mal auf den Gedanken, aus solch einem System auszubrechen, und gerade Kinder lehnen sich gerne gegen ihre Eltern auf. Bei Sekten-Kindern ist es genauso. Hier liegt auch das Problem, denn sie müssen sich nicht nur gegen die Eltern auflehnen, sondern auch gegen die Sekte: Sekte und elterliche Autorität sind eine Art symbiotische Einheit: Die Wahrheitsgrenze und soziale Grenze sind miteinander identisch. Wenn ich meine Zweifel über die Bluttransfusion äußere, lehne ich mich nicht nur gegen die Sekte, in diesem Fall die Zeugen Jehovas auf, sondern auch gegen meine Eltern, die daran glauben. Denn diese Eltern sind ja verpflichtet, mich beim Glauben zu halten und müssen sich auch für mein Fehlverhalten rechtfertigen. Das macht den Konflikt aus. Natürlich lieben auch Sektenkinder ihre Eltern, aber wenn sie die Sekte verlassen, müssen sie auch ihre Eltern verlassen. Es kommt auch manchmal dazu, daß sie Sekte ihre Kinder ausstößt, was ja noch schlimmer ist. Da wird das Tischtuch nicht nur zwischen der Sekte und den Kindern, sondern auch zwischen den Eltern und den Kindern zerschnitten. Darunter leiden viele. Etwa vier Jahre brauchen sie dann, um sich in dieser Gesellschaft überhaupt zurechtzufinden. Haben es Sektenkinder nicht auch dadurch zusätzlich schwer, weil sie ja außerhalb des Sektenumfeldes niemanden kennen, an den sie sich wenden könnten ? EIMUTH: Das ist das besondere Problem. Sie haben es nicht gelernt, in dieser Gesellschaft alleine zurechtzukommen. Und sie sind nach dem Ausstieg völlig alleine und völlig auf sich gestellt. Sie müssen alles klären: Wohnung, Finanzen, Arbeit, Freizeit usw. Sie haben ja auch keine Freunde mehr, weil die alle noch in der Sekte sind. Es ist wirklich so, als seien sie plötzlich in einer fremden Stadt und müßten ihr Leben völlig neu beginnen. quelle: http://web.archive.org/web/20031003070116/www.wahle.de/sekten/allgemein/sektenkinder.htm |
"Denken Sie nicht, es könnte Ihnen nicht
passieren !" Steven Hassan über Ausstiegsberatung und Möglichkeiten, sich vor Kulten zu schützen Wie können Sie Leute, die seit drei, fünf oder zehn Jahren in einem Kult sind, dazu bewegen auszusteigen ? STEVEN HASSAN : Bewußtseinskontrolle teilt die Persönlichkeit einer Person und schafft eine Kultidentität, die die eigene Persönlichkeit unterdrückt. Aber die eigene Persönlichkeit ist trotzdem noch da. Ich versuche, Zugang zur realen Persön- lichkeit dieser Menschen zu finden. Ich versuche, sie dazu zu bringen, daß sie Zweifel äußern, daß sie Fragen stellen, ihre Erfahrungen mitteilen und versuche, ihnen zu helfen, sich selbst zu helfen. Ich versuche nicht, sie zu überreden auszusteigen, ihnen irgend etwas wegzunehmen oder sie zu täuschen. Ich versuche, ihnen zu helfen, um sich weiterzuentwickeln und glücklich zu werden. Indem ich ihnen eine Reihe von Fragen stelle, mit ihnen Artikel über die Gruppe durchlese und Videofilme anschaue, versu- che ich, sie zu öffnen, um mir und ihnen selbst zu erzählen, was wirklich in der Gruppe vorgeht. Denn ich glaube, sie alle ahnen, daß irgend etwas mit der Gruppe nicht stimmt. Ein Teil der Mitglieder fühlt sich eingezwängt und sehr unglücklich und möchte glücklich sein, geschätzt werden, kreativ sein und Karriere machen. Ich versuche, ihre Gedanken, ihre Gefühle und ihre Handlungen nachzuvollziehen und sie dazu zu bringen zu erkennen, daß es verschiedene Sichtweise gibt. Wenn Sie Kultmitglied sind, können Sie sich kein Bild davon machen, außerhalb der Gruppe glücklich zu sein. Aber einen glücklichen Menschen zu treffen, der in der Gruppe war, verhilft zu solch einem Bild. Damit kann die Phobie vor einem Ausstieg geheilt werden. Damit nehme ich im Prinzip die "Gitter" weg und frage: "Was willst du machen?" Und: "Glaubst du, daß es möglich ist, die Gruppe zu verlassen und glücklich zu sein?" Und wenn sie "nein" sagen, kann ich ihnen eine Reihe von Fragen stellen wie etwa "Glaubst du, eine andere Gruppe zu verlassen und glücklich zu sein?" Und sie sagen: "Ja!" Dann erkläre ich, was Phobie ist und wie andere Gruppen - nicht ihre Gruppe - diese Ängste erzeugen. Es ist ein Prozeß, sie erkennen zu lassen, daß ihre eigenen Erfahrungen ähnlich sind, wie die anderer Kultmitglieder. Sie sind gar nicht so verschieden. Wenn Sie bei Scientology sind und Sie effektiver in Ihrem Leben sein möchten, und Sie erkennen, daß das, was Sie tun, weniger effektiv ist, gibt es keinen Grund mehr für Sie zu bleiben. Als ich Munie wurde, dachte ich, ich würde Gott folgen und die Welt verbessern, aber ich begriff, daß ich selbst in fünfzig Jahren bei den Munies die Welt nicht verbessern könnte. Im Gegenteil: Ich verschlechterte die Welt. Und in dem Moment, als mir das klar wurde, wollte ich damit nichts mehr zu tun haben. Sie sehen, als Kultmitglied hatte ich dieses Bild im Kopf, wie Jesus Christus der Welt von Gott zu erzählen, aber die Welt wollte damit nichts zu tun haben. Ich dachte, die Christen wären ein Kult, Scientology wäre ein Kult, die Kinder Gottes wären ein Kult, nur ich war nicht in einem Kult. Wie wird Angst in einem Kult erzeugt ? HASSAN : Es werden immer Horrorbilder aufgebaut, die sehr nützlich sind, Ängste zu kreieren. Wenn Sie ein richtiges Drama in Ihrem Leben hatten, z.B. jemanden sterben zu sehen, ist es einfacher, Sie ängstlich zu machen. In meinem Fall war es so, daß uns Mun den Film "Der Exorzist" zeigte, der 1974 herauskam. In diesem Film wird ein Mädchen von Satan besessen. Wir sahen den Film und danach sagte uns Mun, daß uns das gleiche passieren würde, wenn wir die Vereini- gungskirche verlassen würden. Und ich glaubte ihm. Ich glaubte nicht an Satan, bevor ich zu den Munies kam. Aber nach zwei Wochen befürchtete ich, meine Familie wäre von Satan besessen Wie können Eltern und Freunde erkennen, daß jemand Mitglied in einem Kult ist ? HASSAN : Üblicherweise bemerken sie einen grundlegenden Persönlichkeitswandel. Das kann sehr verwirrend sein, weil sie manchmal zunächst positive Veränderungen erkennen können. Daß jemand, der schlampig, nachlässig und unordentlich war, gründlich und ordentlich wird, oder daß er überhaupt nicht religiös war und nun sehr religiös ist, oder daß er Drogen nahm und dann aufhört, Drogen zu nehmen. Sehr oft denken Familien, daß es eine gute Sache sei, aber sie können genauso negative Dinge bemerken: Daß jemand zu lügen anfängt, immer mehr Zeit weg ist, ohne zu sagen, wo er ist, viel Geld ausgibt, oder er kann versuchen, jeden möglichen in den Kult zu bringen. Aber man kann auch eine Sprache hören, die man von der betreffenden Person vorher nie hörte. Wie kann ich verhindern, an einen Kult zu geraten ? HASSAN : Seien Sie nicht arrogant. Denken Sie nicht, es könnte Ihnen nie passieren. Das war das Problem, das ich hatte. Als ich merkte, daß die Munies mich angelogen hatten, sprachen sie mein Ego an. Sie sagten: "Was ist los, Steve? Hast du Angst?" Ich wollte nichts davon wissen, daß ich Angst hatte, weil ich dann in der Nacht schreiend davon hätte laufen sollen, aber ich tat es nicht, weil ich stark sein wollte. Wenn Sie Kontakt mit einer Gruppe haben, sollten Sie viele Fragen stellen, aber nehmen Sie nicht an, daß die Antworten korrekt sind. Überprüfen Sie die Antworten, falls es möglich ist. Achten Sie auf die Unterschiede zwischen dem, was sie behaupten und dem, was sie tatsächlich machen. Möglicherweise sagen sie, daß sie den Armen und Heimatlosen helfen wollen, aber wenn Sie genau hinschauen, tun sie das nicht. Oder sie sagen, daß sie an der Wahrheit interessiert wären, aber sie lügen. Meiner Meinung nach verliert jede Gruppe, die lügt, ihre Glaubwürdigkeit. Als mir klar wurde, daß mich die Munies angelogen hatten, war mein Fehler, die einzelnen zu beschuldigen und nicht auf die gesamte Gruppe zu schauen. Wenn Sie an einem Vortrag oder sonstigem interessiert sind, sollten Sie mit einem Freund gehen, und wenn die Gruppe versucht, Sie von Ihrem Freund zu trennen, sollte es ein Warnsignal sein, und Sie sollten sofort gehen. Mit jeder Gruppe, die versucht, Sie von Ihrer Familie und Freunden zu isolieren, ist etwas nicht in Ordnung. Und wenn Sie Fragen stellen, sollten Sie sichergehen, daß sie direkt beantwortet werden. Wenn Sie fragen: "An was glauben Sie?" und sie sagen: "Oh, kann ich Ihnen nicht sagen, das müssen Sie selbst erfahren!", sollte das ein großes Warnsignal sein! Oder auch, wenn es ihnen zu komplex ist, es zu erklären, sollten Sie sofort gehen, weil irgend etwas nicht stimmt. Fragen Sie, ob es irgend- welche Neben-, Tarn- und Unterorganisationen gibt und wer der Meister ist und welche Vergangenheit er hat. Es gibt noch einen anderen Gesichtspunkt: Wenn man sagt, es stimme etwas mit Ihnen nicht, sollten Sie gehen. Sie fragen z.B. "Ist es wahr, daß Hubbard eine kriminelle Vergangenheit hat?" oder so etwas, und die Antwort darauf ist: "Bist du jemals verdächtigt worden?" - anstatt die Frage zu beantworten! Denn nicht Sie stehen zur Diskussion, die Gruppe steht zur Diskussion! Sie muß Beweise bringen, denn sie macht Versprechungen. Sie sagt, daß sie etwas hat, das besser ist als alles anderes, sie behauptet, daß sie etwas sehr Wertvolles hat, in das Sie Ihre Zeit, Ihre Energie und Ihr Geld stecken sollen. Also muß sie beweisen, wie gut sie ist. Es ist nicht Ihre Aufgabe, das zu widerlegen. Und wenn die Gruppen sagen: "Oh nein! Das müssen wir nicht beweisen", sage ich, daß es mindestens 3000 Gruppen gibt, die behaupten, den wahren und großen Meister aller Zeiten zu haben. Wenn einer von ihnen tatsächlich der große Meister wäre, würde die Wahrscheinlichkeit 1:3000 betragen, an den wahren Meister beim ersten Versuch geraten. Also sollten Sie sagen: "Es gibt all die anderen Leute, die ähnliches versprechen, deshalb müssen Sie mir belegen, wie sehr Ihr Führer über den anderen steht !" Es ist auch interessant, auf die Mitglieder zu schauen, die schon 10, 15
oder 20 Jahre lang dabei sind. Schauen Sie, wie sie leben! Denn normalerweise
sind die Versprechen, Geld zu haben, Macht zu haben und alles Mögliche machen zu
können. Der Anspruch ist auch, auf jede Frage eine Antwort zu haben, aber sie
haben keine Antwort. Wenn Sie die von ihnen gestellten Fragen und die Antworten
dazu akzeptieren, gibt es Ihnen die Illusion, daß man auf jede Frage eine
Antwort hat. Aber wenn Sie einmal darüber nachdenken, was sie sagen, bemerken
Sie alle möglichen Widersprüche. Es ist schön, verschiedene Sichtweisen kennenzulernen und offen dafür zu
sein, aber man sollte sich im klaren darüber sein, daß sehr intelligente Leute
Opfer solcher Gruppen wurden. Ich sage auch jungen Leuten immer, nicht ihre ganze Lebensgeschichte jemandem zu erzählen, den sie gerade kennen- gelernt haben, denn damit geben sie ihm die nötigen Voraussetzungen, sie zu manipulieren, sofern er ein solches Motiv hat. Aber die Hauptsache ist es, ein guter, kritischer Konsument zu sein und nicht gleich das erstbeste Produkt zu kaufen, das von einem hübschen Mädchen angeboten wird. Quelle : http://web.archive.org |
Je öfter Sie angeklickt haben, desto vorsichtiger müssen Sie sein !
Stell Dir vor...du willst per Anhalter nach München fahren. Überraschend halten nette, fremde Leute an und bieten Dir eine Mitfahrgelegenheit. Das Auto, eine Dir völlig unbekannte neue Marke, sieht stark aus. Die schon drinsitzen, freuen sich riesig, daß Du auch noch einsteigst. Die Fahrt geht los, und bald schon merkst Du, daß der Fahrer einen rasanten Stil fährt. Ampeln und Verkehrszeichen exisitieren für ihn nicht. Bremsen scheint das Auto auch nicht zu haben. Du siehst nicht, wohin der Fahrer steuert, und fragen kannst Du ihn nicht selbst, weil da eine Trennscheibe ist. Wenn Du jetzt dahinterkommst, daß der Fahrer seinen Führerschein selbst gedruckt hat, möchtest Du nur noch raus aus diesem Horrorauto. Aber Du kannst nicht an die Tür heran, denn die bewacht ein besonders energischer Mitfahrer, un der läßt Dich nicht an den Türgriff. Mit viel Glück schaffst Du es, bei einem kurzen Stop dennoch auszusteigen. Du bist in Buxtehude, nicht in München, aber halbwegs unversehrt. Und Du schörst Dir, in Zukunft genau zu prüfen, wo Du einsteigst. Ein löblicher Vorsatz. Erst recht, wenn Du mit Körper, Geist und Seele irgendwo "einsteigen" willst ! Warum eine Checkliste ? Religiöse Gruppierungen und Sekten: Ständig tauchen neue auf, täglich drückt uns irgendwer irgendein "ungeheuer wichtiges" Flugblatt in die Hand. Nicht alles, was da sammelt, und informiert, wirbt und missioniert, ist gleich gut. Nicht alles muß schlecht sein. Dennoch: Manche Gruppen können eine Gefahr für die geistige, seelische und körperliche Gesundheit der Mitglieder sein. Deshalb: Wer sich aus Neugierde oder nur mal so zum Spaß da hineinbegibt, der geht ein großes Risiko ein. Es gibt Situationen, da ist jeder anfällig. Wir haben deshalb diese Checkliste für religiöse / weltanschauliche / ideologische Gruppen zusammengestellt. Sie kann dir helfen, eine erste Beurteilung vorzunehmen oder vielleicht einen Freund oder Angehörigen vor der "echt guten Gruppen, die ich jetzt zu meinem Glück kennengelernt habe!" zu bewahren. Wir empfehlen: heute schon gründlich lesen - durcharbeiten bevor du irgendwo "einsteigst" - aufbewahren! Wir bieten Informationen und Argumente - entscheiden mußt Du Dich selbst. EBI-Checkliste für Einsteiger Streiche einfach die Behauptungen durch, die auf "Deine" neue Gruppe nicht zutreffen. - Wenn Du nicht wirklich alle Behauptungen streichen kannst, ist schon VORSICHT geboten !
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