- Neue Zürcher Zeitung,
31.07.2002
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- Wirtschaftsverbindungen von Scientology
- Die Aktion
Bildungsinformationen auf Spurensuche
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- Die "Aktion Bildungsinformationen e.
V." ist ein gemeinnütziger Verein, der sich mit Konsumentenschutz im Bereich
Bildung beschäftigt. Sekten oder destruktive Kulte gelangen vermehrt über
Bildungsangebote - Scientology etwa mit World Literacy Crusade - an das
Publikum. Scientology und deren Geldquellen für diverse Aktivitäten waren Thema
einer Präsentation der ABI, die auch den Schweizer Markt beobachtet. Anlass für
den Schweizer Besuch der Abteilungsleiterin Recht der "Aktion Bildungsinfor-
mationen e. V." (ABI), Helga Lerchenmüller, und des Vorstandsvorsitzenden
Eberhard Kleinmann war die Tatsache, dass der Stuttgarter Verein auch Schweizer
Firmen ausgemacht hat, die entweder in der Hand von Scientologen sind oder von
denen zumindest beachtliche Geldbeträge an eine der Organisationen von
Scientology fliessen. Die ABI führt eine Liste mit rund 700 Firmen im
deutschsprachigen Europa - davon etwa 60 in der Schweiz -, von denen aus solche
Zahlungen getätigt werden. Erklärtes Ziel von Scientology ist es, ihren Einfluss
auf die Wirtschaft zu steigern und eine - in den Worten ihres Begründers, Ron
Hubbard - Welt ohne Krieg (will heissen: ohne Scientology-Gegner), ohne
Kriminalität (ohne Scientology-Kritiker) und ohne Wahnsinn (ohne Leute, die
ausserhalb Scientology stehen) zu schaffen. Dass bei der Dachorganisation der
von Scientology kontrollierten Unternehmen, der in Los Angeles registrierten
WISE (World Institute of Scientology Enterprises), auch einzelne Schweizer
Firmen Mitglied sind, wird von ausgestiegenen Scientologen bezeugt und von ABI
mit entsprechender Vorsicht geäussert.
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- Anspruch auf umfassende
Kontrolle
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- Führungstechniken und Wege zur Realisierung der eigenen Interessen
lassen sich bei Hubbard nachlesen, sie werden im nicht ungefährlichen Newspeak
der Scientologen, die systematisch Schlüsselwörtern einen anderen Sinn geben,
mit dem Wort "Ethik" umschrieben. Das "Hubbard College of Administration" in
Zürich ist einer der Stützpunkte des Scientology-Systems, das zunehmend in den
Bildungsmarkt drängt. Die Unisoft AG macht Lernprogramme namens "Easy Learn", in
die die Hubbard-Technologie integriert wird. "DaJöry AG" stellt Panflöten her
und vertreibt sie über die Schweiz hinaus, der Musikunterricht ist mit
"Persönlichkeitsschulung" gekoppelt. Eine weitere Firma, von der nachweislich
Gelder an Scientology geflossen sind, nennt sich "AG zur Entlastung von
Führungskräften".
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- Eine weitere Schiene des gesellschaftlichen und mentalen
Einflusses von Scientology ist jene der "ehrenamtlichen Geistlichen", die bei
Katastrophen wie dem Angriff auf die Twin Tower in New York oder beim
Flugzeugunglück in Überlingen sofort zur Stelle sind und ihre Hilfe anbieten.
Die ABI hat in manchen Fällen personelle Verbindungen zu scientologynahen Firmen
- auch schweizerischen - ausgemacht.
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- Die Anlaufstelle ABI und der Fall
UPS
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- Die ABI geht juristisch extrem sorgfältig vor, wollen ihr doch die
beobachteten Gruppierungen immer wieder vor Gericht das Handwerk legen. Doch in
gegen hundert Fällen bekam die Konsumentenschutz-Vereinigung Recht, wenige Male
nur verlor sie einen Prozess. Die ABI kann vor deutschen Amtsgerichten als
Beraterin auftreten, muss aber zusätzlich Anwälte verpflichten. Und sie kann
etwa eine Verbandsklage einreichen.
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- Ein Fall, der auch die Schweiz nicht
unberührt lassen kann, ist jener der United Parcel Services (UPS), auf den die
ABI aufmerksam wurde, weil aus Gewerkschaftskreisen Beanstandungen zum Umgang
mit dem Personal der Firma geäussert wurden. Festgestellt hat die ABI in der
Folge, dass UPS an Tarnorganisationen der Scientology Geldüberweisungen tätigte
und dass zwischen UPS und Scientology Lieferverträge bestehen. Belegen konnte
sie auch, dass der weltweit tätige Logistikkonzern an gegen 50 Abgeordnete des
amerikanischen Senats, die für eine Resolution gegen die Bundesrepublik gestimmt
haben, Geldzahlungen in der Höhe von bis zu 240 000 Dollar leistete. In der
Resolution vom November 1999 wurden Deutschland - mit Blick auf Scientology -
schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber religiösen Minderheiten
vorgeworfen. ABI hielt auch fest, dass jeder, der seine Pakete mit UPS versende,
wissen müsse, dass er damit indirekt die Finanz- und Schlagkraft sowie die
Kriegskasse der Scientology-Organisation stärke.
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- Gewonnene
Rechtsstreite
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- Die ABI hatte im Oktober 2000 ein Pressecommuniqué mit diesen
und weiteren Erkenntnissen verschickt unter dem Titel "Sektenkonzern Scientology
- Dubiose Verbindung mit dem amerikanischen Logistikkonzern UPS". UPS unterlag
im anschliessenden Rechtsstreit gegen ABI vor dem Landgericht Berlin und ebenso
vor der 2. und letzten Instanz, dem Kammergericht Berlin. Nicht nur die
inhaltlichen Feststellungen, auch gewisse Wertungen wie "dubiose Verbindungen"
gelten gerichtlich als zulässige Formulierungen. Die ABI hat Fakten über
Geldflüsse und Unternehmenskultur zusammengetragen, jedoch keine Belege dafür,
dass UPS über personelle Verbindungen unter Einfluss von Scientology stehe. Da
der Logistikkonzern United Parcel Service auch in der Schweiz präsent ist und
zahlreiche Arbeitnehmer beschäftigt, müsse auch hierzulande ein Interesse für
dessen Wirken bestehen, meinte der ABI-Vorsitzende Kleinmann. Das
Dokumentationszentrum der ABI, bei der regelmässig Anfragen aus der Schweiz
eingehen, steht Interessierten zur Verfügung.
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- Gemeinnützige Aktion
Bildungsinformationen e. V., Alte Poststrasse 5, 70173 Stuttgart,
Tel 0049
711 2202 16 30; E-Mail info@abi-ev.de
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- Südkurier,
13.7.2002
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- "Geradezu abscheulich"
Scientology ließ gestern
Prospekte verteilen
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- Wo die Not am größten, wächst das Rettende auch... Die
Not war groß nach dem Flugzeugabsturz, zu retten gab es für die Einsatzkräfte
allerdings nicht mehr viel. Im Hölderlinschen Geiste haben sich jedoch schon in
den ersten Tagen nach der Katastrophe Vertreter von Scientology als
vermeintliche Retter aufgespielt, an vereinzelten Owinger Haustüren geklingelt,
um aus Leid und Betroffenheit Kapital zu schlagen (der SÜDKURIER
berichtete).
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- In dieser Woche nun startete die Sekte einen erneuten,
flächendeckenden Vorstoß, Menschen in den beiden vom Unglück betroffenen
Kommunen zu ködern - nach vergeblichen Anläufen gestern just am Tag der
Gedenkfeier des Landes für die 71 Toten. Der Briefkasten klapperte, gerade als
im Überlinger Kursaal die Namen der Opfer auf der Bühne zu lesen waren und
Schüler Rosen neben die Namen der Toten steckten. Zwischen der Post lugte es
hervor, das von den Scientologen instrumentalisierte Porträt Albert Einsteins.
Kein besonderer Hinweis auf das Unglück - lediglich ein Standardprospekt, mit
seiner Verheißung vom "Spaß am Leben". Der Bestellschein für L. Ron Hubbards
"Dianetik"-Bücher und -Videos verspricht "eine ausgeglichene Persönlichkeit mit
einem positiven Blick in die Zukunft" und "wieder Freude am Leben". Wer hätte
dies nicht gerne von den Betroffenen des jüngsten Ausnahmezustandes. Darauf
zielten die Leimruten der Scientologen in den Überlinger und Owinger
Briefkästen.
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- Bettina Lotter aus Owingen war gerade von der Gedenkfeier
gekommen, als sie den Prospekt entdeckte. "Ich finde fast keine Worte", sagt
sie. "Dass Leute solch schlimme Situationen für ihre Zwecke ausschlachten, ist
geradezu abscheulich." Schon in der vergangenen Woche waren die Owinger hell
empört, als Scientologen sich als "Seelsorger" in die Festhalle einzuschleichen
versuchten. "Das ist eine große Sauerei, dass man so etwas überhaupt verteilen
darf", sagt Klara Fischer aus Owingen. "Da sind unsere Gesetze vielleicht viel
zu großzügig."
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- Auch in Überlingen reagieren die Bürger mit Verärgerung. "Das
ist ja unglaublich", sagt Christiane Denskat, als sie das Werbeblatt um die
Mittagszeit aus dem Briefkasten zieht. "Die machen ja eine ganz schöne
Großoffensive", staunt Silvia Johannes, langjährige Sektenbeauftragte des
evangelischen Kirchenbezirks, und zeigt sich entrüstet über die Dreistigkeit:
"Ich finde es schlimm, dass die sich an eine große Not von Menschen anhängen."
Schon in der vergangenen Woche war Johannes mehrfach von Bürgern angerufen
worden, die sich über das Verhalten der Scientologen entsetzt hatten. "Geradezu
als verletzend" empfindet sie die neuerliche Aktion am Tag der Gedenkfeier im
Kursaal.
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- Angesichts dieses Zynismus mag es nur ein kleiner Trost sein, dass
viele Menschen den Prospekt ohne Beachtung gleich zum Altpapier geworfen haben.
hpw
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- Die Welt, 13.7.2002
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- Veranstaltung
verboten: Gericht bestätigt harte Linie gegen Scientology
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- Die ganze
kommende Woche sollte auf dem Hachmannplatz ein großes Zelt von Scientology
aufgestellt werden Im Kampf gegen Aktionen von Scientology hat Hamburg mit
seiner harten Linie Erfolg. Das Verwaltungsgericht der Stadt bestätigte jetzt
endgültig ein Verbot des Bezirksamts Mitte, das zuvor eine große Veranstaltung
auf dem Hachmannplatz untersagt hatte. Auch gegen eine Veranstaltung in den
Seeterrassen geht das Bezirksamt massiv vor und erwägt sogar eine Kündigung des
Pächters, der die Scientology-Veranstaltung erlaubte. Die ganze kommende Woche
sollte auf dem Hachmannplatz ein großes Zelt von Scientology aufgestellt werden.
Der Antrag wurde vom Bezirksamt abgelehnt. "Aus verkehrstechnischen Gründen",
sagt Sprecher Gerthold Roch. Das Verwaltungsgericht bestätigte die Ablehnung am
Freitag. Die geplante Veranstaltung in den Seeterrassen konnte das Bezirksamt
nicht untersagen, der Pächter des Cafés hatte sie genehmigt. "Wir haben
allerdings eine Unterlassungsverfügung zugestellt, dass auf dem Gelände des
Parks keine Handzettel verteilt werden dürfen", sagt Roch. Das sei mit dem
Grünanlagengesetz und mit dem Ansehen des Parks nicht vereinbar. Die
Scientology-Veranstaltung ist bereits die zweite innerhalb kurzer Zeit. "Wir
haben den Pächter der Seeterrassen bereits bei der ersten abgemahnt, diesen
Brief sehen wir als zweite Abmahnung", sagte Roch. Rechtliche Schritte in der
kommenden Woche behalte man sich vor, gegebenenfalls auch eine Kündigung.
dkn
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- TAZ, 12.7.2002
- Ermahnungsresistent
- Scientology findet Unterschlupf
im Café Seeterrassen
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- Die Farbe Gelb ist ihr Erkennungszeichen: Zum zweiten
Mal in diesem Jahr machen die selbsternannten Geistlichen von Scientology in
Hamburg mit ihrer Wanderausstellung "Man kann immer etwas tun" Station und
zeigen sich als "Katastrophenhelfer" beispielsweise am Ground Zero oder bei
australischen Buschbränden.
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- Wie schon im Januar haben sie dafür Unterschlupf
im Café Seeterrassen in "Planten un Blomen" gefunden. Dort begann gestern die
Ausstellung mit einer nicht genehmigten Werbeaktion: Die Scientologen verteilten
Flugblätter und sprachen mit Passanten. Das Bezirksamt Mitte schickte dem
Pächter des städtischen Gebäudes prompt eine Abmahnung. Da jener Felix Tiede
"ermahnungsresistent erscheint," so Bezirks-Pressesprecher Gerthold Roch,
"werden wir weitere rechtliche Schritte diskutieren." Dabei wird es darum gehen,
ob es noch einer Abmahnung bedarf, oder ob die Behörde Tiede fristlos kündigen
kann, wie es die Arbeitsgruppe Scientology der Innenbehörde schon im Januar
forderte. Tiede war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
AS
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- Tages-Anzeiger, 2002-07-05
Eine Weizenähre als Erinnerung An der Absturzstelle
der Tupolew am Bodensee haben gestern die Eltern von ihren verunglückten Kindern
Abschied genommen.
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- Überlingen/Brachenreut. - Fassungslos stehen sie neben dem
ausgebrannten Heck der Tupolew. Als könnte eine junge Frau ihr Unglück nicht
fassen, sucht sie den Boden der Absturzstelle ab und nimmt als Erinnerung eine
Weizenähre mit. Zusammen mit 150 anderen Eltern und Verwandten ist die Frau am
Donnerstag aus der zentralrussischen Provinz Baschkortostan angereist, um die 52
beim Flugzeugunglück getöteten Kinder zu betrauern.
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- Zweimal fahren an diesem
sonnigen Donnerstag gecharterte Busse aus Überlingen vor, um die Mütter und
Väter zur Absturzstelle bei Brachenreut zu bringen. Dort sind Heck und Turbinen
in unmittelbarer Nähe zu drei Wohnhäusern in ein Weizenfeld gestürzt, nachdem
die russische Tupolew in der Nacht auf Dienstag mit einem Frachtflugzeug
zusammengestossen war.
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- Unter den Hinterbliebenen sind viele junge Paare, aber
auch Kinder, die ihre Geschwister verloren haben. Die meisten Eltern haben
Kränze, Blumensträusse oder einzelne Blumen mitgebracht, die sie neben das
ausgebrannte Heck legen. Seelsorger und Sanitäter versuchen, sie zu trösten -
meistens vergeblich. Gestützt von Helfern wird ein älterer Mann zum Bus
zurückgebracht, während sich Paare stumm und weinend umarmen. Andere sprechen
Gebete halblaut vor sich hin.
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- Eine Stunde bleiben die Angehörigen am Ort des
Grauens und nehmen dann an anderen Absturzstellen von ihren Kindern Abschied.
"Es ist wichtig, dass die Hinterbliebenen diese Orte besuchen können, um die
Bilder in ihren Köpfern zu ordnen", sagt Polizeipsychologe Knut Eicke Buchmann.
"Später dann müssen die Betroffenen darüber auch sprechen, um die Fakten von den
Emotionen zu trennen."
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- Den Anblick der verkohlten oder verstümmelten Leichen
ersparten die Behörden den leidgeprüften Eltern. Die Toten sollen anhand
persönlicher Gegenstände wie Kleidung, welche die Eltern mitgebracht haben, mit
einer DNA-Analyse identifiziert werden. Anschliessend werden die Leichen nach
Russland übergeführt. Ob die Angehörigen jemals ganz über ihren Schmerz
wegkommen, bezweifeln selbst Experten. "Ich weiss nicht", sagt Polizeipsychologe
Buchmann nur.
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- Damit die Eltern in ihrer Trauer nicht gestört werden, haben
mehr als 100 Polizisten das Absturzgelände um Überlingen weiträumig abgesperrt.
Mehr als 30 Polizeiwagen sind vorgefahren, um die Zufahrtsstrassen in die
Ortschaft Brachenreut zu blockieren. Polizisten auf Motorrädern und Krankenwagen
mit Blaulicht eskortieren die Buskolonne und achten darauf, dass den Fahrzeugen
keine Journalisten folgen. Und die Beamten schicken alle Reporter weg, die der
Absturzstelle zu nahe gekommen sind.
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- Am Donnerstagvormittag haben die
örtlichen Behörden eine Trauerfeier für die Eltern im nahe gelegenen Schloss
Salem organisiert. Als "schrecklich und entsetzlich" beschrieb
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Schäuble die Stimmung bei der
einstündigen Zeremonie, zu der auch die deutsche Bundesfamilienministerin, der
stellvertretende russische Verkehrsminister und der Ministerpräsident der
betroffenen russischen Provinz kamen. Bereits am Donnerstagabend wollten die
Eltern mit einer Tupolew der Bashkirian Airlines vom Bodensee-Flughafen nach
Hause zurückkehren. (Reuters/AP)
Die Hinterbliebenen trauern beim Heck der
abgestürzten Tupolew auf einem Weizenfeld in der Nähe von Brachenreut.
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- Scientologen mischen mit
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- Owingen. - Die
Hilfsbereitschaft der Bevölkerung im Absturzgebiet ist gross. Nicht willkommen
bei Behörden und Anwohnern sind jedoch Helfer aus der Schweiz: Einmal mehr
fühlen sich Scientologen aus Zürich bemüssigt, sich an einem Katastrophenort in
Szene zu setzen. Mehrere Mitglieder des Hilfstrupps der Sekte lungern in ihren
gelben Shirts mit der Aufschrift "Volunteer Ministers" beim Feuerwehrhaus in
Owingen herum und suchen Kontakt zu den Angehörigen der Toten. Sie lassen sich
auch nicht von vernichtenden Kommentaren aus der Bevölkerung von ihrer
umstrittenen Mission ablenken, wie deutsche Journalisten berichten.
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- In
letzter Zeit traten bei praktisch allen dramatischen Grossereignissen
Scientologen als Katastrophenhelfer auf: beispielsweise beim Ground Zero, beim
Massaker von Zug und beim Crossair-Absturz bei Bassersdorf.
(sta.)
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- Tages-Anzeiger.
26.06.2002
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- Millionenbetrug
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- Zwei
ehemalige Scientologen sind vom Zürcher Obergericht wegen Betrugs verurteilt
worden. Sie hatten über 200 gutgläubige Investoren mit fingierten
Anlagegeschäften um ihr Geld gebracht, insgesamt rund 15 Millionen Franken. Der
58-jährige Haupttäter, ein Rechtsanwalt und ehemaliger Untersuchungsrichter,
erhielt 27 Monate Gefängnis unbedingt, ein 41- jähriger Mitläufer drei Monate
bedingt. Auf die von den beiden Angeklagten angepriesenen lukrativen
Anlagegeschäfte bei US-Banken fielen zwischen 1991 und 1994 vorwiegend deutsche
Investoren herein. Der Grossteil der verschwundenen 15 Millionen ist bis heute
nicht aufgetaucht. Der Haupttäter will davon bloss eine halbe Million Franken
kassiert haben. (SDA)
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- Neue
Zürcher Zeitung, 13.5.2002
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- Scientology zahlt Millionen an ehemaliges
Mitglied
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- San Francisco, 12. Mai. (ats) Scientology hat einem früheren
Mitglied im amerikanischen Gliedstaat Kalifornien fast 8,7 Millionen Dollar
Schadenersatz gezahlt. Der 53-jährige Lawrence Wollersheim hatte Scientology in
Los Angeles 1980 wegen geistigen Missbrauchs verklagt. Ein Gericht hatte ihm
1986 Schadenersatz in der Höhe von 30 Millionen Dollar zugesprochen. In einem
Berufungsverfahren wurde die Summe auf 2,5 Millionen Dollar verringert und 1994
durch den Obersten Gerichtshof bestätigt. Durch Zinsen erhöhte sich die Summe
auf 8,7 Millionen Dollar.
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- Wollersheim sagte, die Sitzungen mit Scientologen
hätten bei ihm Geistesstörungen ausgelöst und ihn an den Rand des Selbstmordes
getrieben. Seines Wissens sei es das erste Mal, dass Scientology einem
ehemaligen Mitglied eine Entschädigung gezahlt habe. Womöglich habe es jedoch
nichtöffentliche Zahlungen gegeben.
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- Thüringer Allgemeine, 07. Mai 2002, Eberhardt
Pfeiffer
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- Die Menschenfänger
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- uf der Suche nach Trost wurde in
der vergangenen Woche vielen Erfurtern eine Broschüre angeboten, die den "Weg
zum Glücklichsein" versprach. Für den Laien kaum erkennbar: Hinter dem Büchlein
steckt die Scientology-Sekte.
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- Neben dem Blumenmeer am Erfurter
Gutenberg-Gymnasium stand in der vergangenen Woche häufig ein netter junger Mann
mit Rasta-Locken und einer Tasche. Unaufdringlich bot er Menschen in seiner
Umgebung ein Gespräch an über die schwierige Situation. Auf dem Weg in die
Zukunft könne vielleicht ein kleines Heftchen helfen, ein "Leitfaden zum
besseren Leben, der auf gesundem Menschenverstand beruht", so der Titel.
Verantwortlich für die Publikation zeichnet der Verein "Der Weg zum
Glücklichsein". Angegeben ist eine dänische Adresse. Das Heft war nach der
Katastrophe meist dort zu haben, wo sich viele Menschen versammelten. Offenbar
schwärmten die Helfer generalstabsmäßig aus. Schule, Rathaus, Domplatz. Im
Impressum wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass das Vertreiben des Buches
"Regierungsbehörden und deren Angestellten gestattet" sei, "da es keine
religiöse Aktivität ist".
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- Über den Weg zum Glücklichsein wurden vor Monaten
bereits andere Katastrophenopfer belehrt. Nach dem 11. September in New York,
direkt am "Ground Zero", verteilten "ehrenamtliche Geistliche" das Büchlein an
Feuerwehrleute. Die Organisatoren rühmten sich damals der Erlaubnis, neben
Polizei, Feuerwehr und Mitarbeitern des Roten Kreuzes in den Bereich rund um das
World Trade Center zu dürfen. Absender der Erklärung war die
Scientology-Sekte.
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- Für den Verfassungsschutz ist das Auftauchen von
Scientologen weder in New York noch in Erfurt eine Überraschung. Ein Stuttgarter
Experte kommentierte das New Yorker Engagement so: "Angst und Unsicherheit sind
bevorzugte Angriffspunkte." Wolfgang Herbrand, Sprecher des Thüringer
Innenministeriums, spricht von einem "Riesenmarkt", den sich natürlich auch
selbsternannte Heilsbringer nach den Erfurter Ereignissen nicht entgehen lassen
konnten.
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- Dabei sind die Aktivitäten von Scientology in Thüringen nach
Erkenntnissen des hiesigen Verfassungsschutzes gegenüber den alten Ländern
bisher eher zurückhaltend. Sie gehen über den gelegentlichen Versand von
Zeitschriften, Magazinen oder Büchern an Privatpersonen, Rathäuser oder
Polizeidienststellen kaum hinaus. Niederlassungen soll es im Freistaat noch
nicht geben. Ob sich das durch die jüngste Verteil-Aktion ändert, sei noch nicht
klar, meint das Innenministerium. Aber auch die deutsche Broschüre lässt sich
klar einer der Unterorganisationen von Scientology zuordnen, der "Association
for better living and education". Ziel dieser 1988 gegründeten Vereinigung ist
es, in "gesellschaftlichen und sozialen Bereichen Verbesserung der individuellen
Lebenssituation herbeizuführen". Nach Scientology-Verständnis. Dazu zählen
sowohl Nachhilfeunterricht als auch Anti-Drogen-Programme. Wer sich darauf
einlässt, spürt früher oder später, was nach Aussage von Opfern Scientology
wirklich von seinen Jüngern will: viel Geld und Gehorsam.
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- Der Inhalt des
kleinen Heftes gibt sich unverfänglich. Lebensregeln, an den zehn Geboten
orientiert ("Du sollst nicht töten"), hygienische Fragen ("Sie sollten sich ihre
Zähne machen lassen"). Dazu kleine Tipps, wie man Erfolg haben kann, ohne dabei
die Menschlichkeit zu vernachlässigen. Nur: Der Text stammt aus der Feder des
großen Scientology-Meisters L. Ron Hubbard.
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- Die Publikation ist nicht im
üblichen Sekten-Deutsch gehalten. Es handele sich mehr um eine "Einstiegsdroge",
sagen Experten. Der Leser soll mit dem Verein "Der Weg zum Glücklichsein" etwas
Positives in Verbindung bringen, damit beim nächsten Mal die Kontaktaufnahme
leichter falle.
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- Ob es ein nächstes Mal in Erfurt gibt, bleibt abzuwarten. Mit
den Übertragungswagen und Touristenpulks verschwanden offenbar auch viele der so
freundlichen Verteiler wieder aus der Landeshauptstadt. Nur eine sehr gut
deutsch sprechen-de ältere Dame soll gestern noch mit ihren kleinen Büchern vor
dem Erfurter Rathaus gesehen worden sein.
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- Deutsche Presse-Artikel
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