- Thüringer Allgemeine, 17.12.2002 , Moritz
Kannegiesser
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- Verlockende Puppen
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- ERFURT. Lena, Nils, Nelli.
Alles harmlose Namen für babygroße Handpuppen. Zu kaufen gibt es das Spielzeug
derzeit für knapp 140 Euro auch auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt am Anger. Der
Produzent dieser Stoffpuppen kommt aus dem schwäbischen Ölbronn-Dürrn und heißt
Ludwig Bodrik. Ein großes Schild in dem mit goldig glänzender Folie
ausgeschlagenen Verkaufsstand nennt seinen Namen und Firmenstandort.Kenner der
Scientology-Kirche lässt dieser Name sofort aufhorchen, genauso wie seine
"Kumquats"-Puppen, benannt nach einer kleinen Orangenart. Schon vor einem Jahr
gab es in Nürnberg Ärger, weil ein Stand dieser Firma auf dem dortigen
Christkindles-Markt Geschäfte machte. Nun sollen die Puppen auch Einzug in
hiesige Kinderzimmer halten.
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- Die Verkäuferin weist tapfer jede Verbindungen zu
der Psycho-Sekte zurück. Firmeninhaber Bodrik allerdings soll lebenslanges
Mitglied der International Association of Scientologists (IAS) sein. So steht es
zumindest in der für Sektenmitglieder erscheinenden Münchener Hauspostille
"Ursprung 220/93". Ein Dementi dazu gab es nie. Auch in Karlsruhe in
Baden-württemberg sind die Kumquats-Puppen bereits seit längerem bekannt und
werden in Verbindung mit Scientology gebracht. Über den Puppenverkauf versuche
die Sekte, an die Eltern zu gelangen, sagte der Karlsruher Polizeichef Dieter
Behnle gegenüber dieser Zeitung. Behnle gilt als Scientology-Experte.
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- Zudem
wollten im Raum Karlsruhe Scientologen mit den Puppen auch in
Kindereinrichtungen gelangen. Aus Nürnberg ist der Versuch bekannt, beim Verkauf
der Puppen Adressen der Käufer zu sammeln. Diese sollen kurze Zeit später Post
von Scientology erhalten haben. Der Nürnberger Verkaufsstand ließ sich im
Vorjahr nicht mehr schließen, aber es gab das strikte Verbot, Adressen zu
sammeln.Die Thüringer Behörden reagierten gestern überrascht auf Fragen über
diesen Stand auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt. "Wir prüfen, können dazu aber
nichts sagen", so die Antwort aus dem Innenministerium. Immerhin wurde nach der
TA-Anfrage im Ministerium anschließend vom Verfassungsschutz auch in Nürnberg
angerufen, um zu erfahren, was sich da vor einem Jahr zugetragen hatte.
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- Die
Erfurter Marktbehörde konnte bis gestern nichts mit der Firma anfangen. Der
Stand sei nachträglich zugelassen worden. Eine eingehende Prüfung der Händler
wäre bei rund 220 Ständen nicht möglich. Sollte sich die Verbindung zu
Scientology manifestieren, werde der Stand aber nicht noch einmal in Erfurt
stehen, hieß es.
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- Weser Kurier, 14.12.2002, Bernd
Schneider
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- "Psychogruppen genau beobachten"
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- Sektenberater
fordert staatliche Stelle
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- "Sekten, Psychogruppen und Angebote des
Psychomarktes" müssten genauer beobachtet werden. Das fordert Bernhard Brünjes
vom Verein Sektenberatung Bremen. Zum Schutz der Bürger müsse eine öffentliche
"Dokumentations-, Informations- und Beratungsstelle" eingerichtet werden. Mit
seiner Forderung bezieht Brünjes sich auf die jüngste Debatte in der
Bürgerschaft zu Scientology (wir berichteten). Beantragt hatte sie der
Abgeordnete Claas Rohmeyer und seine CDU-Fraktion. Auf Grundlage eines Berichts
von Innensenator Kuno Böse (CDU) über Scientology hatten die Parlamentarier sich
mehrheitlich gegen eine staatliche Beratungsstelle ausgesprochen. Brünjes
verweist nun auf gemeinsame Forschungsergebnisse der
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und des Instituts für Therapieforschung,
beide in München. Anfang des Monats wurden sie veröffentlicht. Nach Angaben der
LMU-Pressestelle seien dabei die "massiven Gesundheitsrisiken" untersucht
worden, "die Scientology auslöst".
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- Die Studie zeige, dass mehr als die Hälfte
der Scientology-Aussteiger in eine "psychische Abhängigkeit" von der
Organisation geraten sei. Scientology wende "vielfältige Methoden an -
Manipulationstechniken, wie sie zur Aufweichung der Persönlichkeit in
totalitären Staaten üblich" seien. Zu diesen Methoden zählten laut
Forschungsbericht unter anderem "Nötigung zu monotonen, unsinnig erscheinenden,
frustrierenden Aufgaben", das Verstärken bestehender Ängste, der Zwang, "über
längere Zeit reglos eine unphysiologische Körperhaltung einzunehmen",
Lebensbeichte, die anschließend dokumentiert wird, das Vermitteln des Gefühls,
"dass die Organisation den Probanden genau kennt, auch in seinen tiefsten
Geheimnissen", das "Erzeugen totaler Erschöpfung und die unmittelbar
anschließende Beeinflussung". Häufig hätten die Forscher bei
Scientology-Klienten "psychotische - das heißt, die Realität verkennende -
Ausnahmezustände" gefunden. Die Betroffenen sähen in sich selber fremde Wesen
oder hätten das Gefühl, sich außerhalb des eigenen Körpers zu befinden. Die
Ergebnisse sind erschienen in dem Buch "Gesundheitliche und rechtliche Risiken
bei Scientology" von Heinrich Küfner (u.a.), Verlag Pabst Science Publishers
(Lengerich), 648 Seiten, 40 Euro.
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- Weser Kurier,
12.12.2002, Bernd Schneider
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- Bremer Senat
blauäugig ?
- Scientology-Debatte im Parlament
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- Scientology -
gefährliche Psychosekte, Bedrohung für die freiheitlich-demokratische
Grundordnung oder überschätzte Organisation? Gestern befasste sich die
Bürgerschaft mit dieser Frage. Anlass: eine Anfrage der CDU an den Senat.
"Scientology ist keine harmlose oder religiöse Organisation", mahnte der
CDU-Abgeordnete Claas Rohmeyer. Sie sei darauf angelegt, "Menschen
gesundheitlich und wirtschaftlich zu ruinieren und geistig abhängig zu machen".
Experten der Universität München hätten "strafgesetzwidrige Vereinstätigkeiten"
festgestellt. Das würde ein Verbot rechtfertigten.
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- Bremens Senat begegne
Scientology "etwas zu blauäugig". Die Landesregierung hatte unter anderem
berichtet: Auf Beschluss der Innenministerkonferenz werde Scientology in 15
Bundesländern seit 1997 vom Verfassungsschutz beobachtet - auch in Bremen. Der
Erkenntnisgewinn sei aber seit Jahren "über die bekannten Tatsachen hinaus eher
gering". Kriminalpolizeiliche Erkenntnisse gebe es nicht, Ermittlungsverfahren
seien nicht eingeleitet worden.
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- Ein Sondermeldedienst über Straftaten von
Scientology beim Bundeskriminalamt sei nach sechs Jahren im Februar 2001
eingestellt worden. Vor diesem Hintergrund lehnten Redner von SPD und Grünen den
Wunsch Rohmeyers ab, eine eigene Sektenberatungsstelle beim Senat einzurichten.
Die Stellen bei den Kirchen würden "gute Arbeit leisten" so etwa Hermann Kleen
(SPD). Beim Senator für Soziales gebe es zudem eine Anlaufadresse für
Bürgerfragen zu Psychogruppen und Sekten. Sie sei zwar keine Beratungsstelle,
verweise aber an die einschlägigen Stellen der Kirchen. "Wir haben Einrichtungen
in der Stadt, die arbeiten erfolgreich", sagte auch Hermann Kuhn (Grüne).
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- Innensenator Kuno Böse (CDU) erinnerte daran, dass Scientologen unter anderem
mit Praktiken der Gehirnwäsche in Zusammenhang gebracht worden seien. Für den
Verfassungsschutz seien sie besonders bedeutsam, weil Schriften ihres Gründers
Ron Hubbard dazu aufforderten, in den öffentlichen Dienst einzutreten - vor
allem bei der Polizei. Damit seien seinerzeit die Gefährdung für die
freiheitlich demokratische Grundordnung und die nach wie vor anhaltende
Beobachtung durch den Verfassungsschutz begründet worden.
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- Süddeutsche Zeitung, 6.12.2002, Doris Näger
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- Massive
psychische Beeinflussung bei Scientology
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- Wissenschaftler der LMU legen
eine Studie über die Methoden der Organisation vor
Besonders häufig sind
soziale Isolierung und Einschüchterung - Forscher befürchten auch Nötigung und
Betrug
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- Die Scientology-Organisation in Deutschland setzt in hohem Maß
Methoden der psychischen Beeinflussung ein - das ist das Ergebnis einer Studie,
die an der Ludwig-Maximilians-Universität entstanden ist. Unter dem Titel
"Gesundheitliche und rechtliche Risiken bei Scientology" und im Auftrag des
Freistaats haben Juristen, Psychologen und Psychiater unkonventionelle Psycho-
und Sozialtechniken untersucht und wie sie von Scientology, der
Landmark-Organisation und zwei staatlich anerkannten Drogentherapien verwendet
werden. "Die 94 als hoch riskant eingestuften Maßnahmen verwendet Scientology zu
73 Prozent", sagt Heinrich Küfner vom Institut für Therapieforschung. Damit
erlange sie einen deutlich stärkeren Einfluss auf ihre Mitglieder als die
Lebenshilfe-Organisation Landmark, die nur 37 Prozent davon verwende.
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- Die
Studie berücksichtigt neben schriftlichen Quellen der Organisationen Interviews
mit 19 Experten - unter anderem Sektenbeauftragte - und Mitgliedern und
Aussteigern der untersuchten Gruppen, darunter 26 Ex- Scientologen. Die
Herausgeber, neben Küfner der Dekan der Juristischen Fakultät der LMU, Heinz
Schöch, und Norbert Nedopil von der Forensischen Psychiatrie, wollten zudem eine
teilnehmende Beobachtung von Veranstaltungen mit einbeziehen. Scientology habe
aber jede Kooperation abgelehnt, so Schöch. Nedopil räumte ein, dass die
Beschränkung auf Aussteiger von Scientology eine Schwäche der Studie sei, die
man bei der Bewertung berücksichtigen müsse.
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- Der Studie zufolge erwiesen sich
die von Scientology angewandten psychologischen Verfahren für die Betroffenen
als weit eingreifender und weniger durchschaubar als übliche
psychotherapeutische Verfahren. Besonders häufig seien Einschüchterungsversuche
bei der Kontaktaufnahme, etwa durch Hinweise auf psychische Defizite, und
soziale Isolierung. Mehr als die Hälfte der Scientology-Aussteiger konnten als
psychisch abhängig identifiziert werden. Allerdings wurde bei der Befragung auch
deutlich, dass die meisten von ihnen schon vor dem Eintritt in die Organisation
psychisch labil oder krank waren. Die Studie ergab auch, dass Betroffene während
ihrer Zeit bei Scientology oft unter ausgeprägten Störungen ihrer
Wahrnehmungsfähigkeit leiden.
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- Rechtliches Konfliktpotenzial entdeckten die
Forscher nur bei Scientology. Zahlreiche Elemente des Programms von Scientology
stünden in deutlichem Widerspruch zur Wertordnung des Grundgesetzes, hieß es.
Möglich seien die Straftatbestände der Nötigung, des Betrugs und der unerlaubten
Ausübung von Heilkunde.
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- Scientology hat eine einstweilige Verfügung gegen die
Verbreitung der Studie beantragt. Die Sprecherin der Organisation Sabine Weber
bezeichnet sie als "pseudo-wissenschaftliches Machwerk mit gravierenden
Manipulationen". Die Zusammenarbeit habe man abgelehnt, weil Nedopil als
Gutachter in Verfahren gegen Scientology befangen sei.
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- Tagesanzeiger, 19.11.2002, sda
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- Luzern kann Privatschule
einer Scientologin schliessen
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- Luzern kann eine von einer Scientologin
geführte private Primarschule in Littau schliessen. Das Verwaltungsgericht hat
einen Entscheid des Regierungsrats vom September 1999 bestätigt, wie die
Staatskanzlei mitteilte.
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- Die Regierung hatte damals eine im Jahr zuvor
erteilte Schulbewilligung aufgehoben. Sie begründete dies damit, dass die
Schulleiterin als Mitglied der Scientology-Organisation nicht über die
notwendige Vertrauenswürdigkeit verfüge.
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- Die Schulleiterin und Eltern
gelangten an das Verwaltungsgericht. Dieses gewährte ihrer Beschwerde gegen den
Regierungsbescheid aufschiebende Wirkung, so dass die "Freie Primarschule" auf
dem Littauer Berg weitergeführt werden konnte.
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- Das Bildungsdepartement fasst
nach eigenen Angaben eine Schliessung der Schule bis spätestens Ende des
laufenden Schuljahres ins Auge. Es will die betroffenen Kindern bei der Suche
nach einer neuen Schule unterstützen.
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- Frankfurter
Rundschau, 01.11.2002, guz
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- ALLES WAS RECHT IST
Scientology
braucht nicht zahlen
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- Ehrenamtliche Mitarbeiter der umstrittenen
Scientology-Organisation haben keinen Anspruch auf Arbeitslohn. Dies gilt nach
einem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zumindest dann, wenn sie
Möglichkeiten hatten, die Geschicke des Vereins zu beeinflussen. Mit dem
Beschluss (Az.: 5 AZB 19/01) wies das BAG die Klage eines Mannes ab, der von
1984 bis 1997 bei der Sekte gearbeitet hatte, zuletzt als stellvertretender
Vorsitzender. Seinen Lebensunterhalt hatte der Kläger zusätzlich mit normaler
Arbeit bestritten, Scientology zahlte ihm nur ein "Taschengeld" zwischen 75 und
100 Euro pro Monat. Nach einem Konflikt mit der Spitze der Organisation trat er
aus und verlangte 335 000 Euro Lohn und Schmerzensgeld. Auf Lohn hat er keinen
Anspruch, denn der Kläger sei kein Arbeitnehmer gewesen. Er habe seine
Arbeitszeit für Scientology frei gestalten können, Stimmrecht in der
Mitgliederversammlung gehabt und zuletzt die Geschicke des Vereins sogar an
leitender Stelle mit beeinflusst. Überdies habe er mit seiner Mitgliedschaft
eigene Ziele verfolgt und versucht, verschiedene "Erlösungsstufen" zu erreichen.
Auch sei es nicht Aufgabe der Arbeitsgerichts, "alle Fälle wirklicher oder
vermeintlicher Ausbeutung zu lösen", so die Richter.
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- Die Welt, 01.11.2002, cls
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- Scientology: Klage
gegen Eltern endet mit Vergleich
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- Im Prozess über die Erziehungsmethoden
der Scientology-Sekte haben sich die Klägerin und ihre verklagten Eltern auf
einen Vergleich geeinigt
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- Die 23-jährige Vivien Krogmann wird von ihrer Mutter
Susanne Mergelmeier und ihrem Stiefvater
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- Franz-Ulrich Mergelmeier 35 000 Euro
erhalten.
Ein Ergebnis, dass ganz im Sinne des Vorsitzenden Richters Ernst
Riechert ist. Dieser hatte gleich zu Beginn der Verhandlung, die von großem
Medieninteresse begleitet war, seine Einstellung deutlich gemacht: "Dies ist
kein Prozess gegen die Scientology-Kirche."
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- Vivien Krogmann hatte ihre Eltern
verklagt, weil diese sie auf eine von Scientology geleitete Schule in England
geschickt hatten. In dem Internat "Sea-Org", in dem nach Aussage der Klägerin
die künftige Elite der Organisation herangezogen wird, habe sie als 15-Jährige
schwerste körperliche Arbeiten verrichten müssen. Unter anderem habe sie fünf
Meter tiefe Gräben ausheben, Rohre verlegen und Malerarbeiten ausführen müssen.
Darüber hinaus habe sie in den zwei Jahren ihres Aufenthalts keine
Schulausbildung erhalten.
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- Vivien Krogmanns Anwalt Thomas E. Schulze hatte
Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 75'000 Euro gefordert, weil der
Aufenthalt in "Sea-Org" die Ursache für dauerhafte Rückenschäden seiner
Mandantin sei. Ferner leide sie unter Magersucht und Schlaflosigkeit und habe
die fehlende Schulausbildung nachholen müssen, wodurch sie einen mehrjährigen
Verdienstausfall erlitten habe.
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- Weil ärztliche Atteste keinen zweifelsfreien
Zusammenhang zwischen den Leiden der jungen Frau und deren Aufenthalt in der
Scientology-Schule herstellen konnten, drängte der Vorsitzende die Parteien,
sich auf eine Vergleichszahlung als Schadensersatz für die entgangene
Schulausbildung zu einigen.
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- Die Beklagten sahen sich als Opfer einer
Medien-Kampagne, akzeptierten aber dennoch den Vergleich. Der Hamburger
Scientology-Beauftragten Ursula Caberta warfen sie - teils unter Tränen - vor,
"einen Keil in die Familie getrieben" zu haben.
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- Hamburger Morgenpost, 31.10.2002, Matthias
Onken
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- 35'000 Euro für die verlorene Kindheit
- Drill im
Scientology-Camp : Tochter verklagt Eltern
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- Vier Jahre haben sie sich nicht
gesehen. Kein liebes Wort, nur Trennung. Und so viel Schmerz, so viel Wut.
Gestern das Wiedersehen vor dem Kadi. Tochter gegen Eltern - Endstation
Gerichtssaal. Die Zivilkammer 22 am Landgericht verhandelte die
Schadenersatz-Klage einer jungen Frau, die sich um ihre Kindheit gebracht sieht,
weil sie Scientology dienen musste. Der Prozess endete mit einem Vergleich. Und
einem Fünkchen Hoffnung.
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- Der MOPO-Bericht hatte viele geschockt: Vivien K.-L.
(23) musste drei Jahre in der "Sea Org", der Elite-Truppe Scientologys in Saint
Hill/ England schuften. Sie konnte ihren angestrebten Hauptschulabschluss nicht
machen. Das Rund-um-die-Uhr-Programm, das sie zu einem "ethisch besseren
Menschen" formen sollte, habe ihr alles abverlangt. Folge: Albträume,
Magersucht, Rückenleiden. "Vivien musste fünf Meter tiefe Gräben ausheben,
Malerarbeiten erledigen", sagte der Verteidiger der Angestellten vor Gericht.
Seine Mandantin forderte von ihrer Mutter Susanne-Karola M. (48, lebt in
Dänemark) und ihrem Stiefvater Franz-Ulrich M. (55, Konzern-Coach) 75000
Euro.
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- Mit 13 war Vivien das ers-te Mal im Sekten-Camp, mit knapp 16 das
zweite Mal. "Es war ihr Wunsch", beteuerten ihre Eltern. Kein Widerspruch. Das
Gericht betonte, das Kind sei der Schulpflicht entzogen worden. Dass die
Klägerin Recht bekäme, sei unabwendbar. Der dreieinhalbstündige Prozess:
emotionsgeladen. Als ihre Mutter das Wort ergriff, lief Vivien weinend aus dem
Saal. Auch ihr Stiefvater brach in Tränen aus: "Unsere Familie war in Ordnung -
bis Ursula Caberta einen Keil dazwischen trieb." Wäre die Sektenbeauftragte der
Stadt nicht gewesen - längst hätten sie sich geeinigt. Richter Riechert redete
sich den Mund fusselig, drängte auf einen Vergleich : "Machen Sie den Prozess
weg, ein Urteil wäre eine Keule." Gerangel um Summe und Modalitäten folgten.
Dann das Abkommen: 35000 Euro für Vivien.
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- Immerhin
: Tochter und Eltern haben
wieder miteinander geredet. Allerdings nur über Geld, über ihre Anwälte. Denn
noch immer steht die Sekte zwischen ihnen. Vivien ist 1998 ausgetreten, ihre
Eltern sind weiterhin überzeugte Scientologen.
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- Bild, 30.10.2002, Bea Swietczak
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- Vivien
verklagt Mutter, die sie an Scientology ausgeliefert hat
- "Ich war
Gefangene im Erziehungslager der Psycho-Sekte"
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- Hamburg - "Ich empfinde nur
noch Traurigkeit für meine Mutter", sagt die junge Frau. "Sie hat mich als Kind
an eine Psycho-Sekte ausgeliefert."
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- Morgen wird in der Hansestadt ein
außergewöhnlicher Prozess verhandelt: Vivien Krogmann-Lutz (23) verklagt ihre
Mutter und ihren Stiefvater, weil die sie als Minderjährige in die Obhut der
Scientology-Eliteeinheit "Sea-Org" in England gegeben haben. Das ist eine
Organisation, die die Weltherrschaft anstrebt und dabei Menschen durch
Psychotechniken abhängig macht.
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- Es ist weltweit das erste Mal, dass ein Kind
seine Scientologen-Eltern verklagt. In BILD erzählt Vivien ihre traurige
Geschichte.
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- Als Vivien 13 Jahre alt war, gaben ihre Mutter, Susanne-Karola M.
(48, Bürokauffrau), und ihr Stiefvater das Mädchen in St. Hill bei London, eine
der Europa-Zentralen von Scientology, ab und fuhren zurück nach Deutschland.
"Ich habe die ersten 14 Tage lang nur geweint", erinnert sich die Groß- und
Außenhandelskauffrau.
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- "Am schlimmsten war für mich, dass völlig fremde Leute,
die fast alle nur Englisch sprachen, mir befahlen, was ich zu machen hatte. Wie
all die anderen Kinder auch, musste ich schwerste körperliche Arbeiten
verrichten." Gräben ausheben, Rohre verlegen, bis zu zwölf Stunden täglich
Dächer mit Ziegeln bearbeiten, Müllcontainer schieben, abgehackte Baumstämme
wegtragen ...
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- In der Klage heißt es, die Eltern hätten billigend in Kauf
genommen, dass Vivien durch die Kinderarbeit schwere gesundheitliche Schäden
zugefügt worden seien. Ärztliche Gutachten attestieren der jungen Frau bleibende
orthopädische Schäden. "Wenn ich Arbeiten nach Ansicht der Aufpasser nicht
richtig ausgeführt hatte, wurde ich bestraft", berichtet Vivien. "Ich wurde von
den anderen Kindern getrennt, weggesperrt, musste Reste essen." Auch an "guten
Tagen" gab es meist nur Haferbrei, Reis und Bohnen.
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- Vivien durfte nicht zur
Schule gehen, wurde auch in St. Hill nicht unterrichtet. Stattdessen musste das
Mädchen die Bücher von Scientology-Gründer Ron Hubbard studieren.
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- In dem
Prozess geht es um Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeld in Höhe von 73 000
Euro.
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- Deutsche Presse-Artikel
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