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Überwachung von Scientologys Therapie
Bericht der Petitionskommission
Die waadtländischen
Abgeordneten haben dem Staatsrat eine Petition zur "Überwachung
von Scientology und ihrer Thera- pie" überwiesen. Die Vertreter
folgten mit 81 gegen 31 Stimmen und 22 Enthaltungen der Petitionskommission.
Sie empfehlen damit der Regierung, sich mit der Praxis der Scientology zu befassen, insbesondere was den Beitritt und die Austrittsfreiheit ihrer Mitglieder betrifft. Mit seiner Entscheidung glaubt der grosse Rat, dass der Staat aufgrund des Prä- ventivrechts ein Kontrollrecht über die Aktivität der Scientology zum Schutz der öffentlichen Ordnung hat. Christian Polin (PRD) hob hervor, dass die Abgeordneten einen Brief und zahlreicher Emails von der "Scientology Kirche" erhalten haben. Diese verlangte, vom Ausschuss angehört zu werden. "Wir sind kein Gericht, der Staatsrat wird die verschiedenen beteiligten Parteien anhören, wenn er die Vernehmlassung zum Gesetzesentwurf veranlasst", fügte Christian Polin hinzu. |
Riesiger
Mund und lustige Knollennase - die mindestens babygroßen Handpuppen
der Marke "Kumquats" sorgen bei Kindern und Erwachsenen
für Begeisterung. Die könnte gedämpft werden. Der Hersteller
der Puppen, die in Esslingen seit Jahren auf dem Weihnachtsmarkt
verkauft werden, wird mit Scientology in Verbindung gebracht.
Das bestätigte die Sekten- expertin Helga Lerchenmüller.
Hergestellt werden die bunten Handpuppen der Marke Kumquats von der Firma L. Bodrik KG in Ölbronn-Dürrn im Enzkreis. Der Inhaber der Firma, Ludwig Bodrik, ist der Stuttgarter Sekten-Expertin Helga Lerchenmüller schon seit langem ein Begriff: "Wir können belegen, dass Herr Bodrik Mitglied auf Lebenszeit von Scientology ist", sagt die Juristin, die bei der "Gemeinnützigen Aktion Bildungsinformation" (ABI) für Rechts- und Sektenberatung zuständig ist. Auch gebe es Beweise dafür, dass Bodrik in der Vergangenheit die Organisation finanziell unterstützt und unter anderem so genannte Antidro- genkurse geleitet habe, die mit Scientology in Verbindung gebracht werden. Gegen die Kumquats-Handpuppen an sich hat Lerchenmüller nichts einzuwenden: "Wir haben nichts gegen das Produkt", so die Expertin, "aber wir wissen, dass Scientologen viel Geld an die Organisation abführen." Geld, das möglicherweise auch mit dem Verkauf von drolligen Puppen verdient worden ist. Stadt an Vertrag gebunden Angeboten werden die Handpuppen vor allem auf Märkten, seit einigen Jahren auch auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Das Personal an den Ständen seien offenbar häufig "arglose junge Frauen", so Helga Lerchenmüller, die von dem Sciento- logy-Verdacht gegen ihren Arbeitgeber oft erst durch Passanten erfahren würden. Von Stand-Mitarbeitern, die Lerchen- müller beraten hat, weiß sie, dass die Puppen in einigen Fällen nicht direkt am Stand verkauft, sondern für den Kunden erst bestellt werden müssen. "Es besteht so wenigstens die theoretische Gefahr, dass man auf diesem Weg an Adressen kommen möchte." Immerhin habe der Scientology-Gründer L. Ron Hubbard dazu aufgefordert, dass die Mitglieder ihre gesellschaftliche Position nutzen sollten, um die Lehre zu verbreiten. Eine juristisch stichhaltige Handhabe, den Puppen-Stand vom Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt auszuschließen, sieht der neue Chef des Esslinger Stadtmarketings, Norbert Käthler, derzeit nicht: "Unser Vertrag mit der Firma L. Bodrik KG bezieht sich ausschließlich auf den Verkauf von Puppen. So lange das eingehalten wird, müssen wir den Betreiber behandeln wie alle anderen." Ludwig Bodrik war für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen, er soll sich im Ausland aufhalten. Auf Anfrage, die schriftlich erfolgen musste, erhielt die EZ allerdings ein Fax, in dem sich das Unternehmen zu den Scientology-Vorwürfen wie folgt äußert: "Die Firma L. Bodrik KG ist weder rechtlich noch organisatorisch an die Scientology-Kirche gebunden. Betriebliche Entscheidungen werden nicht durch die Scientology-Kirche beeinflusst. Der Zweck der Firma L. Bodrik KG besteht darin, Spielwaren zu verkaufen. Einen weiteren sachfremden Zweck gibt es nicht. Desweiteren halten wir die Religion oder Weltanschauung unserer Mitarbeiter oder jeglicher Person für deren Privatsache." |
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