- Stuttgarter Zeitung,
26.6.2001
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- Nachgefragt: Sektenwerbung, "Stadt reagiert mit
Zwangsgeld''
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- In Stuttgart wirbt die Scientology-Sekte ebenso wie die
umstrittene Glaubensgemeinschaft Universelles Leben verstärkt um Mitglieder. Und
was tut die Stadt? Darüber sprach Michael Ohnewald mit Ordnungsbürgermeister
Jürgen Beck.
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- Herr Beck, nach Ansicht der Rathaus-SPD tun Sie zu wenig, um
Sekten in die Schranken zu weisen. Keine Widerrede ?
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- Der Scientology ist
es seit 1995 untersagt, auf öffentlichen Verkehrsflächen Passanten anzusprechen
und zu einem Informationsgespräch einzuladen. Werbematerial darf nicht verteilt
werden. Ob diese Verbote rechtmäßig sind - ich bin davon überzeugt - prüfen die
Verwaltungsgerichte. In erster Instanz haben wir gewonnen. Jetzt warten wir auf
das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim. Wir schöpfen den Rahmen des
rechtlich Möglichen schon seit Jahren aus, da hatte der SPD-Stadtrat Andreas
Reißig noch kurze Hosen an. Seine Äußerungen sind von keiner Sachkenntnis
getrübt.
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- Harmlose Spinner oder gefährliche Sekten - wie schätzen Sie die
Lage ein ?
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- Scientology und Universelles Leben sind alles andere als
harmlose Spinner. Die Scientology-Organisation wird nicht umsonst vom
Verfassungsschutz beobachtet.
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- Scientologen haben in der Marienstraße ein
ehemaliges Kino angemietet und suchen das Gespräch mit Passanten. Die
Geschäftsleute sind sauer und fühlen sich vom Ordnungsamt im Stich gelassen.
Dürfen die Hubbard-Jünger auf der Straße überhaupt um Mitglieder
werben ?
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- Eindeutig nein! Und wir haben schon hohe Zwangsgelder wegen
Verstößen in der Marienstraße festgesetzt. Dass wir dort nicht untätig sind,
wissen auch die Geschäftsleute, die bei mir waren. Mein Geschäft verträgt es
aber nicht, dass ich es jeden Tag öffentlich mache. Es gibt schon genug
Wichtigtuer in der Politik, die ihren Erfolg an Zeitungsberichten messen. Meine
Arbeit kann nur Erfolg haben, wenn ich nicht jeden Tag ankündige, was wir
machen. Es reicht aber nicht, die Backen aufzublasen. Von Stadtrat Reißig
jedenfalls habe ich noch keinen einzigen konstruktiven Hinweis in der Sache
bekommen.
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- Auch das Universelle Leben wirbt neuerdings in Stuttgart
verstärkt um Mitglieder. Ist ein Naturkoststand in der Markthalle dafür der
richtige Platz ?
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- Sicher nicht. Wenn es eine rechtlich aussichtsreiche
Möglichkeit gibt, wird mein Kollege, Bürgermeister Blessing, den Vertrag
auflösen. Ich wundere mich sowieso darüber, wie viele Leute da kaufen, obwohl
man seit Jahren weiß, wer hinter diesem Laden steckt.
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- Hamburger Morgenpost, 14.6.200, Sandra
Schäfer
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- Stolpert Scientology mit Bilderschau am Neuen Wall über
Formalien?
Der Krake breitet sich in der City aus
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- Die
Scientology-Sekte will ab heute eine neue Ausstellung in Hamburg zeigen. Diesmal
ist es den Hubbard-Jüngern gelungen, sich mitten in der City einzumieten: In
einem leer stehenden Haus am Neuen Wall 37, in exklusivster Hamburger Lage,
zwischen Mode-Tempeln von Jil Sander, Escada und Laura Ashley.
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- Ob die bunte
Bilderschau wie geplant eröffnet wird, steht allerdings noch in den Sternen.
Denn was die Sekten-Gegner freut: Scientology hat es bisher versäumt, den
vorgeschriebenen Antrag auf Umnutzung der Geschäftsräume zu stellen. "Die
Bauprüfabteilung muß doch erst einmal kontrollieren, ob es genug Fluchtwege für
eine große Ausstellung gibt", erklärt Rainer König, Sprecher des Bezirksamts
Mitte. Dadurch dürfte die Eröffnung zumindest verzögert werden, oder ganz
scheitern.
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- Für Scientology wäre das äußerst ärgerlich. Denn seit Wochen
renovieren ihre Handwerker zwei Etagen in dem Haus, das bald abgerissen werden
soll. Sie haben Teppich gelegt und Wände erneuert. Alles für ein zweiwöchiges
Event. Seit dort im März das Traditionsgeschäft Behrens Exclusive Möbel
geschlossen hat, steht das Gebäude leer. Bauherr Ernst-Gernot Meie lässt hier
demnächst von Bothe Richter Teherani neu bauen.
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- Die Scientologen können bei
der Raumwahl nicht wählerisch sein. Sie müssen sich freuen, wenn überhaupt
jemand in Hamburg an sie vermietet. Laut Gerüchten sollen die zwei Etagen am
Neuen Wall verdeckt angemietet worden sein. Scientology-Vertreter wollten das
weder bestätigen noch dementieren.
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- Hamburgs Scientology-Beauftragte Ursula
Caberta blieb gelassen. "Wir leben in einem freien Land." Die Stadt könne aber
eingreifen, wenn sich die Veranstalter nicht an geltendes Recht halten. Caberta:
"Warten wir ab, ob die Ausstellung überhaupt stattfindet."
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- Junge Welt, 11.6.200, Anna Lehmann
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- Wie soll man
gegen Imperialisten vorgehen ?
- jW sprach mit dem
Menschenrechtspreisträger Norbert Blüm (CDU)
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- (Der Bundestagsabgeordnete
und Sozialminister a. D. ist am Sonntag mit dem Leipziger Menschenrechtspreis
2001 ausgezeichnet worden. Er wurde im vergangenen Jahr erstmalig als
»Alternativer Karlspreis« vergeben)
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- F: Das Europäisch-Amerikanische
Bürgerkomitee hat mit dem Alternativen Karlspreis Ihr mutiges Eintreten als
Politiker gegen die Scientology-Sekte gewürdigt. Warum braucht man dafür
Mut ?
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- Mut - nun ja, ich würde es nicht so heldenhaft sehen. Richtig ist,
daß die Scientologen nicht zimperlich mit Gegnern umgehen. Da gibt es handfeste
Anweisungen, unter anderem Rufschädigung, die Leute sollen verdächtigt und
abgehört werden. Scientology setzt auf die Angst der Leute. Sie haben mir
beispielsweise gedroht, ein Dossier über mich im Fernsehen zu veröffentlichen.
Ich habe damals gesagt, sollen sie ruhig machen. Bis heute ist nichts
veröffentlicht worden. In ihrer Zeitung haben sie mich mit allen möglichen Namen
bedacht: Rasputin der Politik zum Beispiel. Aber um so etwas kümmere ich mich
nicht. Man muß nur wissen, daß sie skrupellos sind, daß sie Macht haben und
öffentlich mit allen Mitteln arbeiten.
F: Warum gibt es dann so wenige
Politiker, die sich gegen Scientology engagieren ?
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- Es geht hier um
Verletzungen der Seele, das fällt einfach nicht so auf. Wenn sie jemandem den
Arm brechen, dann sieht das jeder, doch wenn die Seele gebrochen wird, sieht das
niemand. Die Herrschaft der Scientologen ist geräuschlos.
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- F: Was kann die
Politik ihr entgegensetzen ?
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- Ich bin nicht für ein Verbot, weil das nur
Märtyrer schafft. Ich glaube, daß man ihnen das Wasser abgraben muß, indem man
aufklärt. Und ganz so, wie es sich die Scientologen vorgestellt haben, ist ihr
Weizen in Deutschland nicht aufgegangen.
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- F: Um aufzuklären, braucht man
Personal.
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- Hier geht es nicht um das alte Schema: die armen Leute sind
wehrlos. Hier sind sogar eher die Reichen gefährdet. Die Scientologen machen
sich nicht an Sozialhilfeempfänger heran, sondern tun sich in den Leitungsetagen
um. Sie trachten nach dem Bürgertum, das erfolgreich sein will, und das deshalb
die Psychoangebote von Scientology ganz kritiklos hinnimmt. Studenten halte ich
übrigens auch für gefährdet.
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- F: Warum
?
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- Weil Akademiker in der Regel
aufsteigen wollen.
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- F: Sie bezeichnen die Scientologen als neue
Imperialisten. Was ist denn für Sie konventioneller
Imperialismus ?
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- Imperialismus strebt nach Herrschaft. Der Imperialismus,
den wir aus der Geschichte kennen, die Kolonisation, hatte mit der Eroberung von
Ländern und Völkern zu tun. Diesmal geht es um das Innenleben der Menschen. Sie
werden nicht in Ketten gelegt, sondern mit Psychotechniken abhängig
gemacht.
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- F: Auch die Werbung appelliert an das Innenleben der Menschen.
Die Wirtschaft bindet Menschen als Verbraucher. Ist das nicht auch eine Form von
Abhängigkeit ?
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- Wenn Scientology so harmlos wäre wie Werbung, hätte ich gar
nichts dagegen. Bei Scientology werden Leute kirre gemacht mit sogenanntem
auditing, also mit Verhörtechniken. Das mit Werbung zu vergleichen hieße, es zu
verharmlosen.
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- F: Ist es nicht umgekehrt verharmlosend, wenn der Gründer
von Scientology, L. Ron Hubbard, mit Hitler verglichen wird, wie es am Sonntag
bei der Preisverleihung geschah ?
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- Ich vergleiche Hubbard nicht mit Hitler.
Ich vergleiche nur totalitäre Systeme. Die Ideologie von Scientology ist
totalitär. Wir, die Gegner von Scientology, werden dagegen in Amerika mit Hitler
verglichen, weil wir vor ihnen warnen. Man muß weiter aufklären - Eltern,
Firmenleitungen und auch die Studenten.
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- Ostthüringer Zeitung, 10.06.2001, Uli Drescher
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- Kampf der
Sekte
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- Eine Schutzklausel in Verträgen, die von Gebietskörperschaften -
z.B. Landratsämtern und Stadtverwaltungen - mit Beratungs- und
Schulungsunternehmen zur Schulung eigener Mitarbeiter abgeschlossen werden, soll
den Einfluss der amerikanischen Psycho-Sekte Scientology im öffentlichen Bereich
abwehren. Das geht aus einer Information des Landesverwaltungsamtes an die
entsprechenden Behörden hervor. Beratungs- und Schulungsunternehmen müssen sich
nun gegen Unterschrift dazu verpflichten, dass »die zur Erfüllung der Aufgaben
eingesetzten Personen nicht die Technologie von L. Ron Hubbard (Gründer von
Scientology - d. Red.) anwenden, lehren oder in sonstiger Weise verbreiten«. Bei
einem Verstoß kann der Auftraggeber der Vertrag fristlos kündigen. Wie man das
allerdings kontrollieren will, geht aus dem Papier nicht hervor. Anderseits:
Haben wir nicht einen kleinen Teil von Scientology in vielen Computern?
»Diskeeper«, ein Teil des Microsoft-Betriebssystems »Windows 2000«, stammt von
der Firma eines der wichtigsten Scientologen, des »Operierenden Thetans der
Stufe VIII«, Craig Jensen. Diskeeper hat Zugriff auf alle gespeicherten
Informationen und könnte diese theoretisch über das Internet an die Sekte
schicken. Sehr unwahrscheinlich, aber denkbar. In einer Welt totaler Vernetzung
ist die Abschottung einzelner Bereiche also nicht ganz einfach. Eine
Unterschrift unter eine Verpflichtungserklärung kann da höchstens einige
verantwortliche Bürokraten beruhigen.
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- Freie
Presse,8.6.2001
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- Blüm erhält in Leipzig Menschenrechtspreis
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- Der
ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) wird am Sonntag in Leipzig
mit dem Menschrechtspreis des "Europäisch-Amerikanischen Bürgerkomitees für
Menschenrechte und Religionsfreiheit in den USA" ausgezeichnet. Blüm werde
geehrt, weil er sich in der Auseinandersetzung mit der Scientology-Organisation
couragiert für Menschenrechte und Religionsfreiheit eingesetzt habe, teilte das
Bürgerkomitee mit.
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- Blüm sei der bisher einzige deutsche Bundesminister, der
den Mut gehabt habe, sich mit Sachkenntnis und persönlichem Einsatz mit der
Scientology-Organisation öffentlich auseinander zu setzen, begründete das
Gremium. Er habe mit seinen deutlichen Worten die betroffenen Bürgerinnen und
Bürger ermutigt und mit seinem couragierten Engagement über die Tagespolitik
hinaus für Politiker Maßstäbe gesetzt.
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- Spiegel,
5.6.2001
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- Tom Cruise bleibt dabei
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- Von Nicole Kidman hat er sich
getrennt, von Scientology nicht. Der milliardenschwere Schauspieler Tom Cruise
hat dementieren lassen, er habe sich von der Sekte freigekauft.
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- New York -
Der 38-jährige Hollywood-Star hat Scientology nicht verlassen. Dies hatten
britische Zeitungen behauptet. Cruise habe das auch nicht vorgehabt, berichtete
die Pressesprecherin des Stars jetzt. Sie reagierte damit auf Meldungen und
Gerüchte, Cruise habe sich mit einer großen Summe bei den Scientologen
"freigekauft". Sie dementierte in der Onlineausgabe der Tageszeitung "USA Today"
alle entsprechenden Berichte.
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- In britischen Medienberichten hatte es
geheißen, der Schauspieler habe der Organisation eine sehr großzügige
Abschiedsspende hinterlassen und sei dann ausgestiegen. "Er ist immer noch ganz
fest ein Mitglied der Kirche", sagte Cruise-Sprecherin Jennifer Allen. Anders
als in Deutschland und weiteren europäischen Staaten wird Scientology in den USA
offiziell als Kirche anerkannt. Auch einige andere Hollywood-Stars wie John
Travolta bekennen sich seit Jahren zu der Organisation.
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- Schwäbische Zeitung,
1.6.2001
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- Scientology als Gefahr
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- TETTNANG (wr) - Kommenden
Dienstag, 5. Juni, lädt der Wirtschaftsrat zu einem Vortrag um 19 Uhr
ins Hotel "Rad" ein. Thema des Abends: "Ein Aussteiger berichtet:
Scientology als Gefahr". Es referiert Gerald Arm-strong, ein ehemaliger
Vertrauter des Sektengründers L. Ron Hubbard. Der 51-Jährige stieß 1969 in
Vancouver zur Scientology. Ab 1975 lebte er in den Vereinigten Staaten. In der
Organisation blieb er bis 1981, viele Jahre in unmittelbarer Nähe des Gründers.
In den letzten Jahren seiner Mitgliedschaft recherhierte er für eine
Hubbard-Biographie und stellte dabei so viele "handfeste Lügen" fest, dass er
die Organisation wenig später verließ. Der Vortrag wird in englisch gehalten und
simultan übersetzt.
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- Salzburger
Nachrichten,1.6.2001, RUDOLF BALMER
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- Frankreich schützt sich durch ein
Gesetz vor gefährlichen Sekten - Etwa 300.000 betroffen
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- Mit nur einer
einzigen Gegenstimme verabschiedete die französische Nationalversammlung ein
Gesetz zur Bekämpfung von religiösen Sekten, die leichtgläubige und
manipulierbare Anhänger finanziell ausbeuten oder sie in Gefahr bringen.
Bedenken meldeten christliche Kirchen an.
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- Der französische Staat kann künftig
als gemeingefährlich eingestufte Sekten, deren eigentlicher Bestimmungszweck es
ist, "die psychische oder physische Unterwerfung von Personen auszunützen",
gerichtlich auflösen und ihre Neugründung verhindern.
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- Voraussetzung dafür ist
es, dass sie von der Justiz zuvor bereits einschlägig verurteilt worden sind. In
diesem Sinne wurde die Definition des Betrugsdelikts ausgedehnt. Eine
spezifische Straftat ist es, wenn Sektenführer den Zustand geistiger oder
körperlichen Abhängigkeiten ausnützen, welche das Ergebnis wiederholter massiver
Beeinflussung oder die Folge von Techniken zur Trübung der Urteilskraft
sind.
In Sektenprozessen haben au-ßerdem Organisationen, die sich für die
Freiheit der Individuen einsetzen, die Möglichkeit, als zivile Nebenkläger
aufzutreten.
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- Frankreich ist damit das erste Land mit spezieller Gesetzgebung
zur Bekämpfung von Sekten. Erstaunlich ist die Einmütigkeit, mit der nach dem
Senat auch die Abgeordneten der Nationalversammlung dieses Gesetz billigten.
Denn mehrere Parlamentarier bestätigten, dass nicht nur diverse Sekten einen
permanenten Druck ausübten, auch die USA praktizierten angeblich ein starkes
Lobbying. Dies sei nicht weiter erstaunlich, meinte der sozialistische
Abgeordnete Philippe Vuilque, denn "die amerikanische Verwaltung ist von der
Scientology unterwandert".
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- Einige Bedenken am Gesetzestext meldete jedoch
auch die Sprecher der katholischen und evangelischen Kirchen an. Sie befürchten,
das Grundrecht der Glaubensfreiheit könne durch die unklare Definition des
Begriffs Sekte in Frage gestellt werden. In Frankreich befinden sich
schätzungsweise 300.000 Menschen unter dem Einfluss von Sekten. Das mörderische
Drama der "Sonnentempler" ist noch in aller Erinnerung. Die Tragödie
veranschaulichte, dass in bestimmten Situationen die psychisch abhängigen
Mitglieder diesen Gurus hilflos ausgeliefert sind.
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- Einige Sekten bringen ihre
Jünger dazu, selbst bei schweren und lebensgefährlichen Erkrankungen auf die
Beschwörungen der Scharlatane zu vertrauen, statt sich von Medizinern behandeln
zu lassen. Andere Fälle von finanzieller Ausbeutung und Betrugsaffären
beschäftigten schon mehrfach franzö-sische Gerichte.
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- Stuttgarter Zeitung, 29.05.2001, Michael
Ohnewald
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- Scientology-Sekte mietet sich in der Marienstraße
ein
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- Geschäftsleute fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen -
SPD-Stadtrat Reißig fordert Ordnungsbürgermeister zum Handeln auf.
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- Bei den
Geschäftsleuten in der Marienstraße schrillen die Alarmglocken: die vom
Verfassungsschutz beobachtete Scientology-Organisation hat sich für Monate im
früheren Kali-Kino eingemietet. Gegen die Werbekampagne der Sekte regt sich
Widerstand.
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- Im Sommer kann es in Stuttgart ziemlich frostig sein - zumindest
was die Atmosphäre zwischen Geschäftsleuten in der Marienstraße und dem Rathaus
angeht. "Wir fühlen uns von der Stadt allein gelassen'', sagt ein Einzelhändler,
der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Über das, was sich in
seiner Nachbarschaft abspielt, sei er jedenfalls "gar nicht glücklich''. Immer
wieder würden sich Kunden seines Fachgeschäfts darüber ärgern, dass
Sektenmitglieder vor dem ehemaligen Kali-Kino das Gespräch mit Passanten suchen.
"Es ist schon so weit, dass einige Leute unsere Seite der Straße
meiden.''
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- Erzürnt ist der Beschwerdeführer vor allem deswegen, weil der Fall
im städtischen Ordnungsamt seit langem bekannt ist. Bereits vor einigen Wochen
hatten 40 Ladenbesitzer, Ärzte und Rechtsanwälte aus der Marienstraße einen
geharnischten Brief an die Stadt geschickt. Anlass war eine Sonderschau der
Sekte in den Kinoräumen. Es habe als Begleitprogramm nicht nur musikalische
Einlagen, sondern auch Gespräche mit Passanten auf der Straße gegeben, heißt es
in der Protestnote. Dazu dienten Flugblätter, bedruckte Luftballons,
Plakatträger und von Scientology-Kindern verteilte Blumen mit anhängendem
Werbematerial.'' Als die Stadt auf die Beschwerde reagierte, war der Spuk schon
vorbei: Die Hubbard-Jünger bauten die Plakatständer nach zwei Wochen ab und
zogen mit der Wanderausstellung weiter.
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- Doch die Ruhe sollte nicht lange
währen. Nur kurze Zeit blieben die Räume in der Marienstraße leer, ehe die
Scientologen wieder einzogen. Nach Angaben der Sektensprecherin Maja Nüesch soll
das Kino im zweiten Anlauf mindestens bis in den Spätherbst angemietet werden.
Die Scientology-Schau, die sich offiziell mit Folgen des Drogenkonsums
beschäftigt, tatsächlich aber Mittel zum Zweck der Mitgliederwerbung ist, werde
dort im September nochmals gezeigt. In der Übergangszeit sei ein Treffpunkt
geplant.
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- In den vergangenen Tagen haben Sektenmitglieder die umliegenden
Geschäfte über ihre Pläne informiert. Wie ein Ladenbetreiber berichtet, werden
"wieder Passanten auf der Straße angesprochen''. Auch die Plakate der
Scientologen seien nicht zu übersehen. Kein Wunder, dass unter den
Geschäftsleuten eine Frage in diesen Tagen besonders häufig gestellt wird:
"Dürfen die das überhaupt ?''
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- Der SPD-Stadtrat und Sektenexperte Andreas
Reißig beantwortet sie eindeutig mit "Nein''. Auf der Straße sei den
Scientologen eine offensive Werbung nicht gestattet. "Da sollte häufiger
kontrolliert werden'', fordert Reißig. Ordnungsbürgermeister Jürgen Beck (CDU)
müsse dem Treiben der Sekte einen Riegel vorschieben und auch mit den Vermietern
ein klärendes Gespräch führen.
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- Stefan Braun, persönlicher Referent des
Bürgermeisters, sieht indes wenig Chancen, gegen den Mietvertrag vorzugehen. Er
will nun vom Baurechtsamt klären lassen, ob für den Treffpunkt nicht eine
baurechtliche Nutzungsänderung nötig wäre. Auch was die Mitgliederwerbung der
Sekte angeht, sei die Stadt auf der Hut: "Wenn es um öffentliche Flächen geht,
werden wir genau prüfen, was da möglich ist - und vor allem was
nicht.''
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