- Neue Zürcher Zeitung,
7.12.2001
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- Freisprüche für Scientologen in Spanien
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- Im ersten
grossen Prozess gegen Anhänger der Scientology-Organisation in Spanien sind die
15 Angeklagten freigesprochen worden. Es sei nicht erwiesen, dass die
Angeklagten eine kriminelle Vereinigung gebildet hätten, entschied ein Gericht
in Madrid. Auch für die anderen Anklagepunkte wie die Vorwürfe der Gehirn- wäsche
oder der Steuerhinterziehung gebe es keine Beweise. Die Staatsanwaltschaft hatte
für die An- geklagten Haftstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren sowie eine
Auflösung der Organisation verlangt.
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- In der Anklageschrift war Scientology als
eine «extrem gefährliche Organisation» bezeichnet worden, die mehr einer Sekte
als einer Kirche gleiche. Das Gericht entschied jedoch, es gebe keine
Anhaltspunkte dafür, dass die Angeklagten sich zusammengeschlossen hätten zu dem
Zweck, Straftaten zu verüben.
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- Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich auch
den Führer der Organisation, Heber Jentzsch, vor Gericht stellen wollen und für
ihn 56 Jahre Haft gefordert. Der Amerikaner war jedoch nicht vor Gericht
erschienen, weil die Behörden in den USA die Vorladungen nicht weitergeleitet
hatten.
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- TAZ,
7.12.2001, Adrienne Woltersdorf
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- Neue Welt braucht keine Spitzel
- Die
Hauptstadt lässt die Scientologen vom Verfassungsschutz beobachten. Die selbst
ernannte Kirche klagt dagegen
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- Die Rechtslage sei problematisch und die
Beobachtung durch den Verfassungsschutz bewege sich in einer "rechtlichen
Grauzone" kritisierte Georg Stoffel, Scientology-Sprecher aus München. Gemeinsam
mit Ute Koch, Scientology-Präsidentin Berlin und den Müncher Anwälten der
umstrittenen Religionsgemeinschaft war er am Donnerstag vor dem Berliner
Verwaltungsgericht erschienen. Dort steht nun die hauptstädtische Überwachung
der Organisation auf dem Prüfstand. Seit Jahren hätten die Verfassungsschützer
keine bedenklichen Erkenntnisse liefern können, so Anwalt Wilhelm Blümel.
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- Als
rechtlich unbedenklich erklärte hingegen Anwalt Friedhelm Hufen die Überwachung.
Er vertritt die Berliner Innenverwaltung. "Es geht um den Schutz der
Grundordnung" bekräftige Hufen, der in der Ron-Hubbard- Organisation
Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen sieht. Außer in
Schleswig-Holstein wird Scientology in allen Bundesländern vom Verfassungsschutz
beobachtet. Hufen wies darauf hin, dass dort zumeist sogar "gravierende
Anhaltspunkte" anerkannt würden.
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- Hintergrund der Klage ist, dass ein früherer
Stasi-Spitzel als V-Mann des Verfassungsschutzes bei Sciento- logy eingeschleust
worden war. Er lieferte falsche Informationen, auf deren Grundlage ein Berliner
Polizei- direktor als Scientologe verdächtigt und vom Dienst suspendiert worden
war. Der Fall führte zur Auflösung des eigenständigen Landesamtes für
Verfassungsschutz und zur Eingliederung der Behörde in die
Innenverwaltung.
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- Die weltweit agierende Organisation erhebt zudem den
Vorwurf, dass einer ihrer Mitarbeiter mit Geld als Spitzel für den
Verfassungsschutz geworben werden sollte.
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- Die klagende "Scientology Kirche
Berlin e.V." hat laut Berliner Verfassungsschutzbericht des Jahres 2000 rund 200
Mitglieder. Bundesweit sollen es 5.000 bis 6.000 Mitglieder sein. Das streng
hierarchisch strukturierte Kommandosystem der Scientologen arbeitet nach eigenen
Angaben an einer "neuen Welt". Mitglieder würden dabei keinesfalls psychologisch
unter Druck gesetzt. Georg Stoffel wies darauf hin, dass seine Organisation sich
zum Grundgesetz klar bekenne. Seit 30 Jahren, seit ihrem Bestehen in
Deutschland, habe es kein einziges Urteil gegen Scientology-Anhänger geben. Ein
Urteil soll am kommenden Donnerstag verkündet werden.
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- Tagesspiegel, 7.12.200, Fatina Keilani
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- Verfassungsschützer vor
Gericht
Scientology verklagte Berlin nach Beobachtung durch
Geheimdienst
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- Vor dem Verwaltungsgericht ist am Donnerstag über die
Überwachung der Scientology-Organisation durch den Berliner Verfassungschutz
mündlich verhandelt worden. Scientology hatte das Land Berlin im Juli 1998 mit
der Begründung verklagt, der Verfassungschutz habe die umstrittene Organisation,
die sich selbst als Kirche versteht, in ihren Grundrechten verletzt.
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- Der
Vorsitzende Richter der 27. Kammer, Neumann, schloss die mündliche Verhandlung
am Nachmittag. Das Urteil wird am kommenden Donnerstag verkündet, schriftlich
soll es frühestens Ende Januar vorliegen.
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- Hintergrund des Verfahrens ist der
Fall des früheren Chefs des Polizei-Lagedienstes, Otto Dreksler, der 1998 in
einem anonymen Brief beschuldigt wurde, Scientologe zu sein.
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- Quelle war ein
V-Mann, den der Verfassungsschutz bei Scientology eingeschleust hatte und der
dann selbst als früherer Stasi-Spitzel enttarnt wurde. Dreksler musste im
Verlauf dieser Affäre gehen, wurde dann aber rehabilitiert. Der
Verfassungsschutz war - wieder einmal - blamiert. Der Fall führte zur Auflösung
des eigen- ständigen Landesamtes für Verfassungsschutz und zur Eingliederung der
Behörde in die Innenverwaltung.
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- Noch größer würde diese Blamage jetzt, wenn
das Gericht auch noch feststellen würde, dass die Beobachtung der
Scientology-Organisation mit nachrichtendienstlichen Mitteln rechtswidrig ist.
Das hängt vor allem davon ab, ob tatsächliche Anhaltspunkte für
verfassungsfeindliche Bestrebungen bei Scientology vorliegen.
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- Die
Kläger-Anwälte aus der Münchner Kanzlei Blümel trugen vor, Scientology sei eine
Kirche, die keinerlei politische Programmatik habe, und auch eine Unterwanderung
politischer Parteien oder des öffentlichen Dienstes sei nicht zu erkennen. Nicht
ohne Grund habe Schleswig-Holstein darauf verzichtet, Scientology zu
beobachten.
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- Der Verfahrensbevollmächtigte des Landes Berlin, Professor
Friedhelm Hufen, trug dagegen vor, die Über- wachung sei rechtlich unbedenklich.
Es gebe Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen bei der
Organisation. Außerdem liege es in der Natur der Sache, dass die Ergebnisse erst
am Ende der Beobachtung stünden - es gelte ja bei der Überwachung gerade
herauszufinden, ob denn nun verfassungsfeindliche Bestrebungen existierten oder
nicht.
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- Richter Neumann deutete allerdings an, die von Berlin vorgetragenen
Anhaltspunkte seien auf einem alten Stand und nicht hinreichend gründlich
aktualisiert worden. Für die Gerichtsentscheidung ist nämlich der Zeitpunkt der
letzten mündlichen Verhandlung maßgebend - also der Zustand im Dezember
2001.
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- Berliner Zeitung, 6.12.2001, Julia Haak
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- Scientology klagt gegen Überwachung, Urteil
am 13. Dezember
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- Mit der Überwachung der Scientology-Organisation durch
den Berliner Verfassungsschutz beschäftigt sich seit Donnerstag das
Verwaltungsgericht. Scientology hat das Land Berlin verklagt. Die Organisation
wehrt sich gegen nachrichtendienstliche Ermittlungsmethoden. So soll dem
Verfassungsschutz untersagt werden, Scientology-Mitgliedern Geld gegen
Spitzeldienste zu zahlen. In einem konkreten Fall sollen Verfassungs- schützer
einem Mitarbeiter der "Scientology Kirche Berlin" 5 000 Mark für Informationen
angeboten haben.
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- Der Berliner Verfassungsschutz beobachtet den eingetragenen
Verein seit 1997. Das geht zurück auf einen Beschluss der
Bundesinnenministerkonferenz. Abgesehen von Schleswig-Holstein überwachen in
allen Bundesländern Nachrichtendienste die Organisation. Der Berliner Ableger
der "Scientology Kirche" hat laut Verfassungsschutzbericht etwa 200 Mitglieder,
bundesweit sollen es 5'000 sein.
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- Vor Gericht ging es vor allem um die Frage,
inwieweit eine Beobachtung gerechtfertigt ist. "Es gibt Anhaltspunkte für
verfassungsfeindliche Bestrebungen", sagte Anwalt Friedhelm Hufen, der die
Senat-
- sinnenverwaltung vertritt. Als Beleg hatte die Behörde Zitate aus Schriften
des Scientologygründers Ron Hubbard angeführt, die sich mit der Erschaffung
einer neuen Weltordnung beschäftigen.
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- Scientology-Anwalt Wilhelm Blümel
kritisierte die Zitate als "aus dem Zusammenhang gerissen". Die Kirche habe
nicht das Ziel, ihr internes Rechtssystem auf den Staat zu übertragen und
beachte die Gesetze des jeweiligen Landes, sagte er. Das Urteil soll am 13.
Dezember gesprochen werden.
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- Vorarlberg Online,
29.11.2001
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- Scientology will belgischen Staat
verklagen
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- Scientology will nach eigenen Angaben den belgischen Staat
wegen eines parlamentarischen Berichtes verklagen, dem zufolge die Organisation
als Sekte eingestuft wird.
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- Scientology, der in Belgien rund 2000 Mitglieder
angehören, habe in einem Brüsseler Gericht Klage eingereicht und verlange als
Schadenersatz die symbolische Summe von einem Euro, teilte die Organisation mit.
Die Einstufung durch den parlamentarischen Bericht von 1997 verstoße gegen die
europäische Menschenrechtskonvention, sagte Martin Weightman, zuständig für
Menschrechte bei Scientology in Europa. Die erste Anhörung soll am 13. Dezember
stattfinden. Die belgische Regierung äußerte sich zunächst nicht.
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- In dem
Bericht hatte eine parlamentarische Kommission die Scientology-Organisation und
188 andere Organisationen als quasi-religiöse Sekten bezeichnet. Die Kommission
war eingesetzt worden, nachdem im Dezember 1995 16 Anhänger des
Sonnentempler-Ordens in Frankreich gestorben waren. Der Parlaments-Bericht sei
dazu benutzt worden, um mehrfach Intoleranz und Diskriminierung gegen
Scientologen zu entfachen, sagte Weightman. „Der Bericht...vergiftet die
Gemeinschaft.“
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- Die Scientology-Kirche habe bereits vor zwei Jahren Beschwerde
gegen Belgien bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(OSZE) wegen angeblicher Diskriminierung gegen religiöse Minderheiten
eingereicht, sagte Weightman. Die Beschwerde werde noch geprüft.
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- Tagblatt, 9.11.2001
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- Ökumenische Aktivwochen
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- Heute
Freitag - Start ökumenische Aktivwochen, 20.00, Diskussion «Glück und Reichtum
mit Scientology?», katholisches Pfarreizentrum Flawil, morgen Samstag -
Chrabelfiir Special mit Mitagessen, 11.00, katholische Kirche und Pfarreizentrum
Übermorgen Sonntag - Familienwanderung nach Niederglatt, 14.00, Treffpunkt
Kirche Flawil Grosser ökumenischer Eröffnungsgottesdienst, 19.00, evangelische
Kirche Feld.
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- Leipziger Volkszeitung,
8.11.2001
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- Infostelle zu Sekten in Leipzig droht der Ruin
- Zu wenig
Fördermittel
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- Leipzigs einzige Informations- und Beratungsstelle zum Thema
Sekten und Kulte steht vor dem finanziellen Aus. Die Stadt hat der "Eltern- und
Betroffeneninitiative gegen psychische Abhängigkeit Sachsen e.V." (EBI) die
Fördermittel um ein Drittel gekürzt. Damit kann der Verein seiner einzigen
hauptamtlichen Mitarbeiterin Solveig Prass kein Gehalt mehr zahlen.
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- "Als wir
im April unser zehnjähriges Bestehen feierten, haben wir schon befürchtet, dass
die Grußworte zu Grabreden werden", sagt sie. Da die Fördermittel seit Jahren
unter dem Mindestbedarf liegen, seien die Reserven restlos aufgebraucht. Selbst
für Miete und Bürokosten reiche das Geld nicht.
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- "Dass ausgerechnet bei uns
gespart wird, ist paradox", meint Solveig Prass, "schickt doch das Jugendamt
alle Anfragen sofort an uns weiter, weil die Stadt selbst keine Sektenexperten
hat."
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- Die Hauptarbeit der EBI liegt in der Recherche und Prävention. Solveig
Prass hält Vorträge an Schulen und Universitäten, tauscht sich weltweit mit
Sektenkennern aus, berät Lehrer, Firmen und nicht zuletzt die Stadt. Täglich
landen etwa zwei Anfragen von besorgten Eltern und Freunden im EBI-Büro in der
Lessingstraße 7.
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- Solveig Prass schätzt, dass in Leipzig etwa 70 bis 80
Sekten- und Kultgruppen aktiv sind. Nach der Wende errichteten die meisten
Bewegungen Zentren in Leipzig, unter anderem Scientology, die Mun-Bewegung und
die Krishna-Sekte. Seit einiger Zeit droht noch eine neue Gefahr: "Die Sekten
haben jetzt das Internet für sich entdeckt. Jeder wird damit zum Ziel ihrer
Werbung", befürchtet Solveig Prass. Sie warnt außerdem vor neuen Kulten:
"Unseriöse Motivationstrainer und Wunderheiler siedeln sich an, die
Satanismusszene und auch die ehemals unpolitische Gruftie-Szene wird vom
Rechtsradikalismus unterwandert. "
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- Das Expertenwissen von Solveig Prass wird
bundesweit geschätzt. Sogar der Deutsche Bundestag lädt sie als Insiderin zu
Anhörungen ein.
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- Badische Zeitung, 8.11.2001,
Birgit Degenhardt
Das Publikum am Ende
aufgebracht
- Streitgespräch in Lörrach über „Scientology“ offenbarte
unterschiedliche Positionen
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- LÖRRACH. Sehr aufgebracht und am Ende wütend war
das Publikum eines Streitgesprächs zum Thema „Scientology: Kirche oder
Wirtschaftsunternehmen?“ am Dienstag im Saal der Brauereigaststätte Lasser.
Erstmals trafen in Lörrach öffentlich vor erstaunlicherweise nur etwa dreißig
Zuhörern beide Seiten auf-
- einander: Für Scientology aus der Schweiz der
Öffentlichkeitsbeauftragte Jürg Stettler und Hans-Jürgen Schmidt, evangelischer
Pfarrer und Leiter der Evangelischen Tagungsstätte Beuggen.
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- Eine Welt ohne
Krieg, Kriminalität und Wahnsinn sei das Ziel von Scientology, und der Mensch
sei grund- sätzlich gut, erklärte Stettler. Scientologen glaubten an die
Wiedergeburt. Wahr sei für einen Scientologen nur das, was er selbst beobachte.
Warum sich Scientology als Kirche bezeichne, sei schlicht auf die Übersetzung
aus dem Amerikanischen zurückzuführen, wo 1954 die erste „Church of Scientology“
gegründet worden sei. „Wie jede andere Religion am Anfang wird Scientology
angegriffen“, sagte Stettler und verwahrte sich gegen die Bezeichnung als
Sekte.
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- Hans-Jürgen Schmidt bezeichnete die „Scientology-Kirche“ als
„Etikettenschwindel“. Ihn bewege diese Frage sehr, weil seit dem 11. September
Menschen ein „verstärktes religiöses Vergewisserungsbedürfnis“ hätten und ein
Etikettenschwindel jetzt gar nicht zu gebrauchen sei. Darunter versteht Schmidt
auch zahllose „freie christliche Gemeinden“, die von sich behaupteten, die
„wahre Kirche“ zu sein. „Kirche“ sei eine Religion, die sich auf Christus berufe
– und keine „Profitorganisation“.
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- Grundlage der evangelischen Kirche sei die
eigene Institutionskritik, es gebe keinen „zentralen Guru“. Er stellte die These
auf, Scientology sei ein „nicht-religiöses Persönlichkeitsverbesserungsprogramm,
das sich mit einem religiösen Mäntelchen umhüllt“, um steuerliche Vorteile zu
erzielen. Gestritten wurde über die Herkunft des Wortes Kirche, über
Mitgliederzahlen von Scientology, über Gerichtsurteile gegen und auch für
Scientology. Extreme Positionen standen sich gegenüber: Jürg Stettler mit der
Behauptung, nirgendwo würden Scientologen „absahnen“, alles sei „purer
Idealismus“ und Scientology sei nicht unternehmerisch tätig.
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- Aus dem Publikum
kamen – auch von ehemaligen Scientologen – Vorwürfe, die in Worten wie „alles
Lüge“, „Mafia“, oder „Gehirnwäsche“ gipfelten. Auch der Religionswissenschaftler
Christoph Peter Baumann, der für den religiös ungebundenen Verein „inforel“ aus
Basel das Streitgespräch moderierte, konnte nicht schlichten. Ein
„Gentleman-Agreement“ habe man in Basel erreicht, wonach Scientology „niemanden
belästigt“, der die Löschung seiner Adresse fordere.
-
- Baumann plädierte dafür,
auch Andersdenkenden freie Meinungsäußerung zuzugestehen. Die Fronten scheinen
längst verhärtet: Während der Scientologe Stettler den evangelischen Pfarrer
Schmidt als „Vertreter der größten Sekte Deutschlands“ bezeichnete, fragte
Schmidt provokativ, ob er aufgrund seiner Äußerungen von Scientology angezeigt
würde.
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-
- Badische Zeitung,
31.10.2001
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- Streitgespräch zum Thema „Scientology“
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- LÖRRACH (BZ).
Ein Streitgespräch zum Thema „Scientology: Kirche oder Wirtschaftsunternehmen?“
führen Jürg Stettler, Öffentlichkeitsbeauftragter von Scientology in der
Schweiz, und der evangelische Pfarrer Hans-Jürgen Schmidt, Leiter der
evangelischen Tagungs- und Begegnungsstätte Beuggen. Das Gespräch unter der
Moderation von Christoph Peter Baumann, Religionswissenschaftler und Leiter der
Informations- und Beratungsstelle Inforel in Basel, findet am Dienstag, 6.
November, 19.30 Uhr, im Restaurant Lasser statt.
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- Freie Presse,
21.10.2001, Torsten Kohlschein
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- Zwickau: Wer wegen „Herrn F.“ da war,
wurde enttäuscht
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- Scientology-Aussteiger Norbert Potthoff aus Krefeld
spricht im Alten Gasometer - Wenig Neues zu lokalen Aktivitäten des
Psycho-Konzerns
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- So voll wie am vergangenen Freitagabend ist der Alte
Gasometer noch selten gewesen: Zwischen 250 und 300 Interessierte waren der
Einladung des DGB-Kreisverbandes zum Zwickauer Gewerkschaftsgespräch gefolgt,
zum, wie DGB-Kreischef Werner Schuh es eingangs formulierte, „Lieblingsthema“ in
der Schumann- stadt: Scientology.
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- Zu Gast war der Scientology-Aussteiger
Norbert Potthoff aus Krefeld, der zunächst den Versuch unternahm, das Weltbild
derScientology-Organisation zu umreißen. Dieses, so Potthoff, gehe von den
sozialdarwini- stischen Thesen des britischen Entwicklungstheoretikers Herbert
Spencer (1820 - 1903) aus, der es als das Vorrecht des Stärkeren gesehen hatte,
den Schwachen auszubeuten und mithin ein asoziales Menschenbild formuliert habe.
Spencer sei damit nicht nur ein Vordenker des Nationalsozialismus gewesen,
sondern habe so zugleich das Fundament von Scientology-Gründer L. Ron Hubbards
Dianetik-Lehre gelegt. Danach sei der Mensch als programmierbare Maschine zu
betrachten.
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- Anschließend beschrieb Potthoff seinen Weg durch die Mühlen des
Psycho-Konzerns. Der hatte für den Besitzer einer Werbeagentur um 1981 mit dem
Problem mangelndem Selbstbewusstseins und daraus resultierendem geringen
Verhandlungsgeschick begonnen. Ein Bekannter, der es augenscheinlich „geschafft“
hatte, erzählte ihm erstmals von der „angewandten Philosophie, mit der man
Probleme des Lebens und Denkens lösen kann“. Ermutigt von Erfolgen bei ersten
Kursen, dominiert vor allem von stressorientierten Übungen, „Programmierung“
eben, geriet Potthoff nach eigener Erzählung immer tiefer in das Beziehungs- und
Abhängigkeitsdickicht von Scientology. Ein Grund dafür: Die zunehmende
Selbstüberschätzung, die Übungen nach Hubbards Technologie mit sich bringen.
Kunden zogen sich von Potthoff zurück, als er auch ihre Unternehmen
scientologisch beeinflussen wollte. Schließlich war er es leid mit all den
„armen Irren“ zu tun zu haben, als die Scientologen Nicht-Scientologen
betrachten: Er gab seine Agentur auf und arbeitete für den Konzern. Dort
verpflichtete er sich 1984, ihm „für Milliarden Jahre“ zu dienen. Es wurden dann
doch nur vier daraus: Nach zwei zerrütteten Ehen, einem angewachsenen
Schuldenberg und der schließlich obsiegenden Erkenntnis, in einem System
gelandet zu sein, das nur vorgibt, den Menschen zu helfen, stieg er aus.
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- Wer
indes von Potthoff Näheres zu den lokalen Aktivitäten von Scientology und
namentlich des „Herrn F.“ hatte erfahren wollen, sah sich enttäuscht. Bis auf
gewagte Vergleiche, so zog Norbert Potthoff eine Parallele von Kurt
Fliegerbauers sanierten Häusern zu Hitlers Autobahnen, erschöpfte er sich in
allgemeinen Aussagen zu Verhaltensweisen in scientologisch geführten
Unternehmen. Und selbst die, die er nannte, konnte man bei näherem Hinschauen
ebenso gut als Methoden deuten, die im Zeitalter der Globalisierung in der
Wirtschaft gang und gäbe sind.
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- Aufschlussreich immerhin seine Antwort auf
eine der zahlreich gestellten Fragen: Wird Scientology Flieger- bauer beim Prozess
wegen ausstehender Gebührenzahlungen unterstützen? Potthoff: „Eigentlich nein.
Aber wenn es dem guten Image dient, könnte ich mir denken, dass die was
lockermachen, damit der Laden nicht zusammenbricht.“ Mal sehen.
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- Freie Presse, 15.10.2001
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- Zwickau
:
Scientology-Aussteiger packt nächste Woche aus „Scientology - aus dem
Innenleben einer Sekte. Ein Aussteiger erzählt“, heißt eine Veranstaltung, zu
der der Zwickauer Kreisverband des Deutschen Gewerk- schaftsbundes (DGB) die
Bevölkerung für Freitag nächster Woche um 19 Uhr in den Gasometer, Kleine
Biergasse 3, einlädt. Der Eintritt ist frei. Nach dem Vortrag soll sich eine
Diskussion anschließen.
-
- Als Scientology-Aussteiger wird Norbert Potthoff aus
dem Nähkästchen plaudern sowie Einblicke in die Methoden der Sekte und deren
Umgang mit Mitgliedern und Kritikern geben. „Wir sind froh, dass wir Potthoff
für den Vortrag nach Zwickau holen konnten“, sagt DGB-Kreisvorsitzender Werner
Schuh. „Denn bisher ist in der Stadt vor allem über Scientology geredet worden.“
Durch Potthoffs Vortrag erhofft sich der SPD- Stadtratsfraktionsvize nun
Aufschlüsse und Erkenntnisse über interne Strukturen und Machenschaften der
Sekte. Er geht davon aus, dass der Gasometer nächsten Freitag bis auf den
letzten Platz besetzt ist.
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- Dass Scientology noch immer ein brennend-aktuelles
Thema in Zwickau ist, weiß der DGB-Chef nur zu gut. Zumal der bekennende
Scientologe und Chef der Schloss Osterstein Verwaltungs GmbH, Kurt Fliegerbauer,
nach wie vor in der Stadt weilt und Gebäude sanieren lässt. Nachdem zuletzt das
von ihm erneuerte Kräutergewölbe eingeweiht worden ist, führt er derzeit Regie
bei der Sanierung der ehemaligen Milchbar am Hauptmarkt sowie beim Neubau eines
Wohn- und Geschäftskomplexes in der Magazinstraße.
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- Auch das sächsische
Landesamt für Verfassungsschutz geht in seinem 2000er Bericht auf Scientology
ein. Auf fünf Seiten befassen sich die Verfassungsschützer mit der Lehre, den
Werbestrategien und dem Treiben der Organisation. Scientology, 1954 von L. Ron
Hubbard in den USA gegründet, eröffnete 1970 die erste Niederlassung in
Deutschland, wo es derzeit rund 6000 Mitglieder gibt. „Mehrere Dutzend“ seien es
in Sachsen, hat das Landesamt festgestellt und kommt zu dem Schluss: Die Sekte
sei zwar „verhalten, aber dennoch permanent im Freistaat tätig“.
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- Politische
und wirtschaftliche Ziele seien bei Scientology eng miteinander verknüpft, sagen
die Verfassungs- schützer. Durch Vermarktung von Kursen und Publikationen sowie
Gewinnabschöpfung von Firmen, die nach Hubbards Vorgaben geführt werden, schaffe
sich die Organisation die Basis für ihre wirtschaftliche Expansion.
Scientologische Unternehmen finden sich in Sachsen laut Landesamt insbesondere
in der Immobilien- und Baubranche. Über Fliegerbauer heißt es: „In Zwickau ist
seit 1994 eine Immobilienfirma mit einem hoch-
- rangigen Scientologen als
Geschäftsführer tätig. Er verstand es, ein Firmengeflecht aufzubauen, das in
erheblichem Maße Einfluss auf den Zwickauer Immobilienmarkt ausübt.“
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Index
- Deutsche Presse-Artikel
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